Captain America

Ein weiterer in die Jahre gekommener Superheld aus dem Hause Marvel findet seinen Weg auf die Leinwand und stürzt sich in einen selbstlosen Kampf für das Vaterland.

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Als 1941 die ersten Captain-America-Comics erschienen, dienten sie nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zur Kriegspropaganda. Das war zu jener Zeit kein Einzelfall. Auch Superman kämpfte während des Zweiten Weltkriegs gegen die Erzfeinde der USA: Kommunisten, Japaner und natürlich Nazis. Doch Captain America geriet regelrecht zum Nationalhelden. Schließlich ist er nicht nur ein Superheld, der den Patriotismus schon im Namen trägt, er tritt seinen Gegnern auch mit einem Kostüm in den Farben der amerikanischen Flagge gegenüber.

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Von seiner Entstehung bis heute gibt es von Captain America mehrere Kinofilme (z.B. Captain America, 1990), eine Fernsehserie (Captain America, 1966) sowie zahlreiche popkulturelle Referenzen in Musik, Literatur und Film. Dass der nationale Superheld gerade jetzt wieder ausgegraben wird, hängt wohl vor allem mit der Absicht zusammen, nach HulkIron Man und Thor auch den letzten verbleibenden Marvel-Helden noch ins Rennen zu schicken. Diese Liebe zur Vollständigkeit liegt nicht zuletzt darin begründet, dass im nächsten Jahr alle vier Helden in The Avengers auf der Leinwand vereint werden.

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Captain America – The First Avenger von Joe Johnston (Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft, Honey, I Shrunk the Kids, 1989; Wolfman, The Wolfman, 2010) fängt mit dem ersten Band der Vorlage an und belässt die Geschichte in der Vergangenheit. Es geht um Steve Rogers (zunächst noch von einem durch CGI kleiner und schmächtiger gemachten Chris Evans dargestellt), der wie sein Kollege Peter Parker eigentlich ein Nerd ist. Er will seinem Vaterland im Kampf gegen die Nazis dienen, wird aber wegen seiner zahlreichen Gebrechen ausgemustert. Erst ein geheimes Superheldenserum, von dem auch Bösewicht Red Skull (Hugo Weaving) – am Anfang noch Leiter der fiktionalen Nazi-Technologie-Abteilung Hydra – gekostet hat, macht aus dem schmächtigen Jungen Captain America. Der sieht dann mit aufgepumpten Muskeln, blondem Seitenscheitel und Zahnpastalächeln wie ein All-American-Herrenmensch aus.

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Mit der Verwandlung Steves geht dem Film dann auch ein wenig die Substanz verloren. Denn so dämlich man den selbstlosen Patriotismus des Jungen finden mag, er verleiht der Figur immerhin eine tragische Dimension. Als tumber Kraftprotz erlebt er zwar noch die Liebe zu seiner ehemaligen Vorgesetzten Peggy (Hayley Atwell) und den Verlust seines besten Freundes Bucky (Sebastian Stan), beides ist aber nur eine Fußnote inmitten einer lärmenden Materialschlacht. Die größte Besonderheit dieses rezeptartig zusammengesetzten Leinwandspektakels ist noch das historische Setting: Das Kostüm des Helden stammt aus der Vintage-Abteilung, seine Umgebung ist eine digital rekonstruierte Version der Vergangenheit.

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Indem die Handlung in den 1940er Jahren angesiedelt ist – erst in der letzten Szene gibt es einen Sprung in die Jetzt-Zeit und einen Cliffhanger zu The Avengers –, drückt sich der Film auch darum, die Bedeutung eines patriotischen Superhelden in der Gegenwart zu hinterfragen. Mit seiner Darstellung von bedingungsloser Vaterlandsliebe und breitbeiniger Kraftmeierei eignet sich Captain America heute durchaus als Nostalgieprodukt eines republikanischen Amerikas. Dabei wird teilweise sogar der Versuch unternommen, die Figur des Captain America als gesellschaftlich notwendige Konstruktion während des Krieges zu inszenieren. Im Gegensatz zu anderen Superhelden trägt Steve Rogers sein Kostüm immerhin nicht, um seine wahre Identität zu schützen, sondern um Theater für die Massen zu spielen. Flankiert von den Star Spangled Girls reist er mit einer Roadshow, einem propagandistischen Kasperltheater, durchs Land, um den Patriotismus in der Bevölkerung zu stärken. Warum er allerdings später, wenn weit und breit kein Publikum mehr da ist, immer noch sein Kostüm trägt, ist eine andere Frage. 

Trailer zu „Captain America“


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Kommentare


Andre

Ich bin schon ganz gespannt auf den Film, jetzt fehlt Flash


Trischka

Wie bitte? Flash ???

Du hast echt Knall... Flash gehört zu DC, also zu Superman, Batman & Wonderwomen ;-)


Hulk

Kein schlechter Film, kann man ruhig gucken!






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