Black Death

Christopher Smith hat sich bislang mit jedem seiner Filme als ein begabter Regisseur erwiesen, allerdings eher noch nicht als ein intelligenter.

Vom No-Nonsense-Terrorkino von Creep (2004) bis zum eher entspannten Funsplatter von Severance (2006) reicht Christopher Smiths Genrekompetenz – und somit im Grunde einmal quer durch die Gesamtheit des Horror- und Splatterkinos hindurch. Diesem bleibt er in seinem neuen, vierten Film Black Death (2010) nur auf dem Papier treu, führt er doch dessen andeutungsweise übernatürliche Prämisse im Verlauf der Filmerzählung zunehmend in eine andere, betont weltliche Richtung.

Black Death 04

Der Hintergrund des Geschehens ist ein apokalyptisch anmutendes, von der Pest entvölkertes England des 14. Jahrhunderts. Gerüchte besagen, dass ein einzelnes Dorf von der Seuche verschont geblieben sei, und das kann freilich nur mit dem Teufel zugehen. Folgerichtig schickt der Bischof den in den Kreuzzügen bewährten Ulric (Sean Bean) mit einem Trupp christlicher Söldner dorthin, um die mysteriöse Reinheit besagten Dorfes als Hexerei zu entlarven. Begleitet werden sie vom jungen Mönchsnovizen Osmund (Eddie Redmayne), der zunächst eher seinen amourösen denn seinen spirituellen Bedürfnissen folgt, indem er seine heimliche Geliebte Averill (Kimberley Nixon) vor dem sicheren Tod durch die Pest zu beschützen versucht. Nachdem er jedoch am vereinbarten Treffpunkt im Wald nur noch ein zurückgelassenes Tuch vorfindet, meint er fortan, sie gerade durch seine Beschützerinstinkte in den sicheren Tod geschickt zu haben, und tritt, von Schuld und Zweifel zerfressen, in den eigenartigen, jenseitig anmutenden Mikrokosmos des von der charismatischen Langiva (Carice van Houten) geführten Dorfes ein.

Black Death 10

Der besondere Kniff von Black Death besteht darin, es bei den Andeutungen übernatürlichen Geschehens zu belassen und niemals so ganz im Horrorgenre aufzugehen, während er im Hintergrund ein recht komplexes Bild von Glaube, Wahn und Macht zeichnet. Im Grunde geht es Smith um eine einigermaßen nihilistische Skizze der Verwerfungen innerhalb einer Gesellschaft, die angesichts einer existenziellen Bedrohung dem religiösen Wahn verfällt – und um die erbitterte, unversöhnliche Feindseligkeit, die eine solch skrupellose Religiosität wiederum bei ihren Opfern hervorruft. Im Zentrum des Interesses steht hier vor allem der Zusammenprall von religiösem Wahn mit antireligiösem (und somit wohl: weltlichem) Wahn, und diese beiden extremistischen Positionen spielt Smith in Black Death mit bedächtiger Konsequenz gegeneinander aus. Damit betritt er neues Terrain im Vergleich zu seinem bisherigen Œuvre, da er hier den Affekt erstmals zurücktreten lässt hinter ein größeres konzeptuelles Ganzes, welches zudem stärker als das recht offen epigonale Frühwerk als ein individuelles Ideenkonstrukt seines Regisseurs erkennbar ist.

Black Death 02

Dass Black Death dennoch nicht vollständig zu überzeugen versteht, liegt wohl vor allem daran, dass Smith erneut die Synthese von Form und Inhalt nicht so ganz überzeugend gelingt. Stand in Creep oder Severance noch ganz die Form im Fokus, die sich an fremden Ideen abarbeitete, so erscheint Black Death wie ein Ideenfilm, der sich nicht immer ausreichend darum bemüht, das Interesse seines Publikums durch eine affektive Inszenierung konstant aufrechtzuerhalten. Den Spannungsbogen, den Smith etwa in der vergleichsweise leeren Stilübung Creep so virtuos zu straffen vermochte, lässt er in Black Death zunächst ein wenig fahrlässig schleifen, um dann erst im cleveren und bitter konsequenten Epilog wieder zu demonstrieren, dass er Effekt und Emotion durchaus brillant zu kombinieren imstande ist.

Trailer zu „Black Death“


Trailer ansehen (1)

Kommentare


Boromir

Gestern gesehen und absolut ... nicht sehenswert!

Ok am Anfang denkt man "JEAH Boromir spielt mit dann kann es ja nur gut werden!!!" doch erreicht der Film extrem schnell sein Höhe Punkt bei einer eher schlechten Schlacht irgend wo im Wald :D

Beim Rest des Film ist es schwer festzustellen, ob der es sich um einen Historischen Film handeln soll der eine wirkliche Botschaft übermitteln soll, oder doch eher nur um einen billigen "Erschreckfilm" (Horror ist das nie im Leben...)
Wenn er eine Botschaft enthält, dann wohl höstens die, dass die kath. Kirche(übertragbar auf Religionen allgemein...) die Menschen zur Zeit des Mittelalters manipulieren und an der Nase herumgeführt hat (bzw immer noch tut). Zusätzlich zeigt es das fanatische Vorgehen der Anhänger der Kirche ..

doch mal ehrlich ... Wer weiß den sowas nicht ... Foltermethoden... ist ja alles nichts neues und so ist auch der Film


==> Keine Empfehlung!!


Anonym

Ich kann mich dem vorausgehenden Kommentar nur anschließen. Der Film beinhaltet keine nennenswerte Botschaft und endet so wie er anfängt: in dunkler düsterer trauriger Grausamkeit. Der Film ist ein Zusammenschnitt aus hoffnungslosen, sinnfreien und grausamen Szenen.

--> ebenfalls KEINE EMPFEHLUNG!!


Tom Bombadil

Ich kann mich keinesfalls dem Komentar "Boromirs" anschließen. Als düsterer Film über eine Epoche der Menscheit zu berichten, welche nicht umsonst das dunkle Mittelalter heißt, ist in meinen Augen nichts verwerfliches. Auch handelt es sich bei dem Film weder um einen historisch Korrekten, noch um einen Horrorstreifen. Der Film zeigt die Abgründe der menschlichen Seele. gleich ob Christ oder nicht. Wer mit dem Grausamen im Menschen umgehen kann und ein Film von Mittelalterfilem ist, der wird Black Death wirklich gut finden.


Inthara

Boromir spielt nicht mit!!! Schrecklich wenn Schauspieler auf einzelne irgendwann mal gespielte Charaktere beschränkt werden. Im guten wie im schlechten Sinne!


muskeljesus

Ich kann mich meinen Vorredner nicht anschließen. Gerade der offene Handlungsverlauf, der nicht auf einen "Höhepunkt" im Sinne einer Abschlusschlacht o.ä. zusteuert, weiß an diesem Film zu begeistern, ist er doch versinnbildlichend für die Trostlosigkeit und Ausweglosigkeit, von der diese Epoche geprägt war. Auch liefert er keine Erlösenden Momente, der Fanatismus beider Seiten weicht am Ende einer nihilistischen Weltsicht.

Splatte-Voyeuren ist dieser Film nicht zu empfehlen, dafür wird in dieser Hinsicht zu wenig geboten. Jenen, die nicht auf eine Metzelei, sondern auf einen einen düsteren, unbequemen Film aus sind, sei Black Death ans Herz gelegt.


Miss Kathlin

Vorweg erwähnt handelt es sich bei der Bezeichnung "dunkles Mittelalter" um einen nichts aussagenden Begriff. Der resultiert lediglich aus der Lücke der Allgemeinbildung - wenn man sich dafür interessiert, weiss man auch was übers Mittelalter. Auch als Mittelalter-Bewanderte kann ich dem Film nichts positives anerkennen.

Der Film hat keinen roten Faden, sondern wandert von einem Thema zum nächsten.

Es beginnt mit der Thematik der Pest, geht dann rüber zu den "Gottlosen", bzw. die die vom Glauben abgefallen sind und endet in einem Racheakt. Außerdem ist die Kameraführung EXTREM anstrengend. Hintergründig sollte man wohl mit der Führung "aktiv" dabei sein, aber es führt bei der ganzen wackelei eher zu schwindelanfällen und man kann den szenen gar nciht richtig folgen..vor allem den Kampfszenen.

--->>> Der Film ist definitiv NICHT zu empfehlen.


Anonymus

Ich kann mich vielen Vorrednern nicht anschließen. Ich wüsste nicht, warum dieser Film nicht zu empfehlen wäre. Ja, er ist etwas unkonventionell, da die Handlung kein wirkliches Ziel hat, aber wer meint er hätte im Gesamten keine Handlung oder keinen Sinn, der hat wohl im Kino geschlafen. Er zeigt die Abgründe der menschlichen Seele und vermittelt eine wirklich düstere, unbequeme Atmosphäre, die ich so noch nicht erleben durfte.
Und auch die sogenannte Schlacht, die weniger eine Schlacht als eher ein Überfall ist,fand ich sehr angemessen und in meinen Augen auch überaus realistisch umgesetzt.
Also ich finde an Black Death nichts schlechtes. Er ist zwar nicht das Bombastwerk, in dem man sich Sean Bean doch so gern vorstellt, aber dennoch ein sehr eindrucksvoller Einblick in die Zeit der Pest.


Zeitverschwendet

Sinnloser Film. Man wartet vergebens auf eine Botschaft.
Polarisierend wird die katholische Kirche schlecht dargestellt, die nur als Böse und zwingend vermittelt wird. Egoistisch und borniert vorgeht um Sünder zu strafen.
Langweilig! Einseitig beschrieben. Keiner leugnet, dass der Name Gottes genutzt wurde um zun Plündern.
Heutzutag immernoch, allerdings nicht im Christentum.
Tiefer Glaube hat nichts mit diesem film zu tun.
Weder Humor, noch Angst oder Ähnliches wurde in diesem Film verwendet. Da er zur unterhaltung dienen soll, denn eine Dokumentation ist es auch nicht, entspricht ja nur der Fantasie eines fantasielosen Autors


Wolfgang

Ich finde Black Death unterscheidet sich wohltuend von vielen anderen Filmen mit Mittelalterthematik. Viel zu oft wird das Mittelalter nämlich romantisierend dargestellt (wie z.B. auch auf Mittelaltermärkten zu bestaunen ist). es handelt sich sicher auch nicht um eine durchweg "dunkle" Epoche der europäischen Geschichte (um das andere Extrem zu nennen, das ebenso falsch ist), aber gerade zu Zeiten der Pest muß es der blanke Horror gewesen sein. Und zwar kein billiger Effektehorror, sondern eine zutiefst abgründige Stimmung. Eine Mischung aus Aberglaube und religiösem Wahn und alltäglichem Grauen. Und diese Stimmung transportiert der Film erstaunlich gut. Man muß sich nur mal die Situation bildlich vorzustellen versuchen: In einer Zeit, die schon vorher von Krisen gezeichnet war (Hunger, Krieg, gesellschaftliche Umbrüche) taucht eine Seuche auf, die ein Drittel bis die Hälfte der Menschen in kürzester Zeit tötet, zudem auf sehr unappetitliche Weise. Die gesamte Gesellschaft bricht zusammen, Ärzte müssen ihre völlige Inkompetenz eingestehen, Priester fliehen vor den Infizierten, Familien brechen auseinander, die Menschen können nicht so schnell begraben werden, wie sie sterben. Das kann sich heute niemand vorstellen, zumal in einer Welt vor der Aufklärung, in der Religiöse täglich das Jüngste Gericht erwarteten. Der Film schafft es vor allem zu Beginn (und es wäre ihm zu wünschen gewesen, dauerhaft), genau diese Stimmung rüberzubringen. Allein deshalb ist er sehenswert. Aber halt nur für Leute, die den Mut haben, sich mit der Realität zu konfrontieren...die eben nicht aus edlen Kämpfern a la Herr-der-Ringe bestand, sondern aus sinnlosem Mord und Totschlag.


Helga

Nun, wenn man einen Splatterfilm erwartet oder vermutet, dass der Film im Horrorgenre angesiedelt ist, der liegt wohl tatsächlich falsch.

Natürlich ist das Thema der Kirche in dieser Zeit kein Thema, sondern eine Weltanschauung. Anders als heute begleitete die Kirche die Menschen bis in das Schlafzimmer hinein als Normalität. Die Vehemenz, mit der in ihrem Namen gefochten und gestorben wird, resultiert nicht im Namen Gottes, sondern im Schoß einer Weltanschauung, die keine Modeerscheinung, sondern die Welt, in der diese Menschen leben, darstellt. Gott gehörte ebenso dazu, wie Schmutz, Leibeigenschaft, und Ungebildetheit (heißt das so? Oo)

Das einzig erstaunliche an diesem Film (von modernen Ausrutschern, die projeziert worden mal abgesehen), ist die unglaubliche langsame Ausbreitung der Pest in diesem Film.

Der Nihilismus des kleinen Dörfchens bildet einen ebenso erstaunlichen wie kompromisslosen Kontrast zu der Truppe. Wobei das Heidentum nicht von weit her sein kann....die Parallele zu Judas von Iskariot erscheint doch äußerst christlich.

Auch wenn ich meinen Vorrednern recht geben muss, wenn sie sagen, dass der geschlagene Spannungsbogen zu früh aufgelöst wird und kaum Raum für Intepretationen zulässt...Es ist ein sorgfältiger Film mit viel Detailliebe.

Das Pomp im dunklen Zeitalter (das übrigens auf Grund mangelnder Zeitdokumente "dunkel" genannt wird) eher Mangelware ist (und - man sollte es mal so nebenbei erwähnen - "Herr der Ringe" niemals den Anspruch hatte, wirklichkeitsnah zu sein), bildet dieser Film gut ab.


A.Kuppke

Ich fand den Film sehr fesselend,wenn man bedenkt das der Film die Zeit um 1348 vor Christi abhandelt.Sehr viel weiter ist man heute auch nicht,Ich denke eher das der Film viel auch über unser heutiges jetzt zeigt,Glauben.Ich wünsche mir das ein solcher Film auch die Zuschauer wacht macht,


Thomas

Carice van Houten ist Spitze wie immer!


Atheist

Ich finde den Film entgegen der Meinung einiger Vorredner durchaus sehenswert und finde auch, dass er eine Botschaft transportiert.
Das ist nichts weniger als die Erkenntnis, dass keine Religion (sei es Christentum, Satanismus oder eine andere) für sich vereinnahmen darf, die einzig wahre zu sein und Andersgläubige als minderwertig zu diffamieren oder gar bekehren zu müssen. Der schwarze Tod wird hier nur von einer machtversessenen Glaubensgemeinschaft instrumentalisiert.

Ich finde zudem, dass hier ein Gleichnis aktueller Tatsachen durchaus erkennbar ist: Ein für heutige Verhältnisse rückständig interpretierter Islam ist aktuell in aller Munde. Auch in diesen Kreisen gibt es Viele, die meinen, die Konvertierung zum Islam oder nichts anderes als der Tod Andersgläubiger sei der wahre Weg zu Allah, der Erlösung, dem Paradies, 72 Jungfrauen oder was auch immer.
Den ewig fingerhebenden Christen, die auf diese Glaubensgemeinschaft pauschalisierend herabblicken sei hier allerdings ebenfalls ein Spiegel vorgehalten, nämlich genau der, dass vor reichlich 600 Jahren und noch länger das Christentum mindestens noch menschenverachtender war.
Dagegen war und ist der Satanismus in der Hinsicht ehrlicher, als dass er sich nicht die Mühe macht, diese Menschenverachtung im Namen irgendeines Gottes unter dem Vorwand von Gottgewolltheit und unergründlichen Wegen abzustreiten.
Im Prinzip sind das alles Fehlreligionen und haben schon immer Leid und Elend über die Welt gebracht, mit Ausnahme evtl. vom Buddhismus oder Hinduismus.
Dabei sind mit Sicherheit nicht alle in der jwl. Religion vermittelten Werte und Prinzipien falsch, aber o.g. Alleinherrschaftsanspruch ist dabei in allen (evtl. mit Ausnahme der obigen 2) gleich.

Ob der Film sehenswert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden und der Logik wegen somit zumindest selbst mal gesehen worden sein.


Vulli

Endlich mal n Film, der mal wieder ein "dreckiges" Mittelalter zeigt. Hintergrund: In Zeiten der Pest starb 1/3el der damaligen Bevölkerung Europas!!! Manche Gebiete wurden komplett entvölkert !!! Tote liegen auf den Straßen (Bewegende und düster stimmende Bilder in dem Film) !!! Glaubwürdig schlägt der Film den Bogen wie aus dieser MENSCHLICHEN TRAGÖDIE RELIGIÖSER FANATISMUS und GEWALT/MORD entsteht (Hexenverbrennungen, Banditen, Inquisition, Selbst-Geißler).
Die düstere Stimmung hält konstant und führt in ein Dorf, das von der Pest verschont wurde.
Dort kommt es zum Höhepunkt, der eigentlich nichts anderes als ein Gewaltexzess ist.
Am Besten ist der Epilog in dem noch mal auf das Thema RELIGION und GEWALT/MORD eingegangen wird. Ich finde nicht, dass die Moral des Films „nihilistisch“ ist, sie macht nur die Sinnlosigkeit deutlich Gewalt mit Religion zu vereinen. Und ich finde dieser Film zeigt dies eindrücklich. Auch der „Turn“ bzw. der „Thrill“-Effekt am Ende ist ein Guter und ein düsterer passender überraschender Schluß im Epilog, ließen mich noch lange über diesen Film nachdenken. (10 von 10 Punkten für Story)

Gore-/Splatter- Liebhaber werden evtl. bemängeln, dass der Film zu "simple" Gewalt zeigt. Vergleicht man ihn aber z.B. mit Braveheart (Schlachten und Folterszene) ist er natürlich ne deutliche Spur härter und Otto-Normal-Verbraucher fragt sich wahrscheinlich ob soviel Gewalt überhaupt nötig ist. Meines Erachtens ist Gewalt ein zentrales Thema des Films und die Menge ist genau an der Grenze des Zumutbaren.

Die Charaktere wirken ein wenig überzeichnet, aber nie total unglaubwürdig und fettige Haare, dreckige Gesichter und Kostüme (bis auf die schön gekämmte Hexe) fand ich Klasse.

Die wackelige Kameraführung als Stilmittel fand ich zum einen Teil gut, da der Film dadurch verstörender/bedrückender/realistischer wirkt (9 von 10 Punkte für Realismus/Schauspieler)

Der Soundtrack ist tragisch/mythisch (ohne glorreiche Elemente) vom Feinsten und für Rollenspieler und Gruftis ein Muß (9 von 10 Punkte für den Soundtrack).

Natürlich geht die wackelige Kameraführung zu Lasten der Bildqualität und richtig entspannen kann man bei dem Film nicht (er ist auch keine leichte Kost).Ehrlich gesagt hat mich die Kameraführung nur die ersten 5 Minuten gestört, bis ich in der Geschichte drin war und auch den Kampf fand ich stark umgesetzt (Im Gegensatz zum Bourne Ultimatum) und die Bilder sind allesamt irgendwie fantastisch Düster/Dreckig geraten. (6 von 10 Punkte für Kamera und Bild)

Fazit: DEFINITIV ZU EMPFEHLEN !!! (9 von 10 Punkte)


Kab

Sehr guter Film, absolut empfehlenswert. Wer auf lange Liebesgeschichten, große Schlachten und Happy Ends (also einen Standardfilm) gerne verzichtet, wird hier glücklich werden.

Wer keinen roten Faden findet, hat nicht hingeschaut. Es gibt eben einfach keine gute und schlechte Seite in diesem Film, alle sind gleich grausam, egal ob es die Christen, Heiden oder sonstige Leute, die kurz mal vorkommen, sind. Und das wird von Anfang an bis zum Ende durchgezogen.

Der Film hat mich gefesselt, wie schon lange kein anderer Film mehr. Ich warte sehnsüchtig auf die DVD.


Shibo

Sehr genialer Film!
Also die Thematik (nein, nicht Pest!) ist sehr aktuell und mir gefällt auch die Ausarbeitung der Charaktere und das Fehlen jeder Unschuld bei ihnen, sei es bei den Gläubigen, die in Fanatismus verfallen sind oder bei den Atheisten, die den Freigelassenen hängen. (-zynisch auch das Judasbild, dass einem dabei in den Sinn kommt)
Die wackelige Handkamera hat mich persönlich nicht gestört, im Gegenteil, die "neumodische Aufmachung" unterstreicht wie ich finde die Aktualität der Thematik des Films.
Blutig und dreckig wie der Film eben einfach sein muss (-wir sind ja hier nicht bei "Ritter aus Leidenschaft") unterhät er über die volle Länge.

Fazit: Sehr empfehlenswert!
8/10 Punkten


Berthold Schwarz

Sehr interessanter Film!!
Der Schluss ist (leider) noch ein bisschen besser als der Rest des Films. Sonst hätte er das Zeug zum Klasiker.
Warum die "Naturreligion" der sogenannten Heiden mit einem Mal antireligiös sein soll, weiss wohl nur der Rezensent. Auch kann ich keinen Nihilismus erkennen, denn das die Religionen weder die Lösung noch das Problem sind, zeigt der Film überzeugend. Hier werden menschliche Gemeinschaften in ihren Versuchen, existenzielle Krisen zu meistern, gezeigt. Und die Fähigkeit das Schöne neben all dem Leiden in der Welt zu sehen, ist vieles aber wahrlich kein Nihilismus. Also doch ein Happy-End, aber erst nach dem Film :-)


Anonym

Super Film, er verliert an fast keiner Stelle die Spannung und der nächste Schritt ist nicht vorhersehbar.
Sehr empfehlenswert. (8,5 von 10 Punkten)


Aramis

also ich hab den film gestern gesehen und hab nach den voher gelesenen kritiken nicht die höchsten erwartungen gehabt, aber ich finde diesen film doch wirklich sehr sehr gut. Das Mittelalter wird in einer finsteren weise gezeigt wie es wohl zu dieser zeit sicher war, religiöse fanatiker die nichts als ihren eigenen glauben zulassen und antireligöse Menschen die ihre einstellung ebenso grausam vertreten. Ich finde auch der film folgt einem roten faden, sogar fast zwei die geschichte um Osmund seine freunding und seinen langsamen inneren zerfall und aufbau des haßes sowie die geschichte um die christlichen söldner um Ulric , auch der ausgang des films is zu keiner zeit vorhersehbar, für mich ein sehr gut gemachter und seht gut gepielter film, düster beklemmend eine klare empfehlung... kaufen sehen nachdenken


BlueBayWizard

Ziemlich enttäuschender Film - und zwar eben deshalb, weil er mit einigem Aufwand inszeniert wurde und gute Schauspieler hat.

Alles übrige ist aber leider ziemlich unausgegoren und bedient ein paar gängige Klischees. Dazu passt es, dass der Film sich nie so recht entscheiden kann, ob er nun Historienstück werden oder Fantasy bleiben will.

Interessant hätte es zum Beispiel werden können, wenn es in den englischen Pestjahren tatsächlich einen Konflikt zwischen Christentum und Druidenkult gegeben hätte. Oder wenn der Film tatsächlich die psychische Entwicklung eines Hexenjägers nachgezeichnet hätte.

Aber leider polsterte das Drehbuch die dünne Psychologie seiner Figuren lieber mit ein paar abgedroschene Actionszenen und grausige Schauerelementen auf.

Sehr schade! Deshalb: Beide Daumen runter. Nicht empfehlenswert.


Marcel

Der Film kann deshalb nicht überzeugen, lieber Kritiker, weil ihm schlicht die Thematik unter dem Zelluloid wegrinnt: Weder kann er ein glaubhaft psychologisches Bild der Figuren zeichnen, noch den bemühten Konflikt der Fanatismus-Thematik in seiner soziologischen Perspektive differenziert erarbeiten. Was bleibt, sind eine Abfolge von Klischees und schauspielerichen Nicht-Leistungen, die einem den Film zusätzlich vergällen.

Das einzige, was hier passiert, ist die Projektion einer anderen abstrusen Version des Mittelalters, das dem verkitschten Heile-Welt-Bild darin gleicht, daß es borniert einseitig ist. Was umso schwerer wiegt, wenn auf dieser Folie ein aktueller Konflikt abgebildet werden soll, der in Zeiten recht komplexer Verhältnisse ausgetragen wird. Mag sich das Medium Film Vereinfachungen bedienen, um etwas erzählen zu wollen. Zu einfach sollte es sich der Film aber nicht machen, sonst hat er, wie dieser hier, schnell nichts mehr zu erzählen. Immerhin, was man ihm wohl zu Gute halten muß, stellt er keine der beiden Seiten als die gute dar. Leider schafft er es dann aber wieder, alle Figuren als die Helden ihrer Partei zu inszenieren - und so haben wir dann wieder unseren Einheitsbrei.

Hier wurde ein langweiliger und flacher Film geschaffen.


ich

also mal im ernst... da gibt es schon bessere sachen die ich hätte machen können als diesen film zu gucken. zum beispiel ausm fenster schauen. man hab ich mich geärgert.
verstehe nicht dass man da gefesselt sein kann.


Richard Rabensaat

ist ja wohl eine Mindermeinung, aber mich hat der Film beeindruckt wie selten einer. Der tief pessimistische Schluss schlägt auch noch dem letzten sympathisierenden Zuschauer kräftig in den Magen und verspielt vermutlich so die letzten Sympathien, Dennoch gelingt die Höllenfahrt des Hauptdarstellers mit fatalem Ende ausgesprochen überzeugend - auch wenn es anders wünschenswerter wäre


Schwarzdrossel

Keine fünf Minuten nach der Erwähnung dass die Handlung im Jahre 1348 in England stattfindet ( Soweit mir bekannt ist die früheste belegte Ausbreitung der Pest für England auf 1349 datiert) sehen wir auch schon die ersten Pestmasken Modell "Dr. Schnabel" die es so eigentlich erst im 17 Jahrhundert gab.

Was folgt sind soviele historische Auas und Klischees, dass der Film für jeden der über Kenntnisse über die historische Pest-Pandemie und das historischen Mittelalter verfügt zur Qual wird.
Und dann auch die ganzen Logik Fehler...angefangen von dem Modell eines Dorfes dass sich mal eben so entscheidet ganz autonom von kirchlicher und weltlicher Herrschaft das Selbsterhalter-Modell zu bestreiten( obwohl es zahlreiche Hinweise auf Handel gibt ) und sich nicht entscheiden kann ob es jetzt esoterischheidnisch oder atheistisch sein will.

Aber gut, bei Horrorfilmen gibt's ja häufig historische und logische Fehler, also habe ich auch versucht den Film als reinen Horrorfilm zu betrachten. Nur leider fehlt dafür der wirkliche Horror..

Was die von einigen hier gerühmte bewegende Darstellung des Machtmissbrauchs der Religionen und generell das Schlechte im Menschen betrifft... da gibt es eine Latte von Filmen die das weit beeindruckender schafft.

Und die Charaktäre... letztenendes alle sehr flach und in Ihren Handlungen recht berechenbar.

Die Twists gegen Ende hätten wunderbares Potential gehabt, das leider auch vergeudet wurde.
Die Druidenhexe die sich als unmagische Giftmischerin mit Hang zur Sektenführerin entpuppt und dann mit einem mystischen Abgang ins Exil dieses Bild wieder zerstört.

Der zweite Twist, dass Ulrik mit der Pest infiziert ist, und es anscheinend sein Plan war die Pest in das Dorf zu bringen beißt sich mit dem Auftrag des Bischofs dass genügend seiner Begleiter überleben sollen um den Hexenmeister von dort abzuführen. Die einzige Erklärung die mir dazu unter Berücksichtigung von Ansteckung und Inkubationszeit einfallen würde wäre dass er sich auf dem Weg bei dem einen Typen mit der Pest infiziert hat und seine Infektion quasi als Ass im Ärmel für sich behalten hat. Auch hier gibt es wieder verschenktes Potential.

Osmund entwickelt in Folge den Wahn Langiva aufspüren und ihrer Strafe zuführen zu müssen. Klingt soweit nachvollziehbar, nur warum wird er dann ein Hexenjäger ? Langiva hat ihm ja verraten dass sie nicht zaubern kann und eine Schwindlerin ist, und die Zeit der Hexenverfolgung kam auch erst später.

Als positiven Kritikpunkt muss ich die Landschaftsaufnahmen erwähnen, besonders das Museumsdorf, wobei die Drehplätze generell sehr gut gewählt waren.

Abgesehen davon.. beide Daumen runter, ich kann nur davon abraten seine Zeit oder sein Geld an Black Death" zu verschwenden.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.