Bin ich sexy?

Gegen alle Vernunft wünscht sich ein pummeliges, atypisches Mädchen als Model Karriere zu machen. Eine Erfolgsgeschichte ist dem Mädchen nicht beschieden. Die titelgebende Frage bleibt dennoch nicht offen.

Bin ich sexy?

Hab’ ich zugenommen? Wie findest Du das Kleid? Bemerkst Du nichts an mir? Frauen sind Frauen, und Frauen suchen Bestätigung, das scheint die Devise hinter dem Titel von Bin ich schön? – Pardon, Bin ich sexy? zu sein. Die damit verbundenen Klischeevorstellungen von Frauen und dem, was eine Frau ausmache, lassen eine Differenzierung in der Definition des Weiblichen eigentlich nicht zu. Der Film entwickelt sich dann aber doch ganz anders, als sein Titel suggeriert. Bin ich sexy? behandelt überraschend nuanciert und glaubhaft das kulturell geprägte Selbstbild einer jungen Frau, deren Umgebung sie indirekt zur Eigendarstellung und Sexualisierung zwingt.

Mareike (Marie-Louise Schramm) möchte Model werden und weiß selbst, wie schwer das ist, wenn man den Idealen nicht entspricht, also weder schlank noch besonders anziehend wirkt, und zudem keine Unterstützung durch die Familie erhält. Seit dem Tod ihres Ersatzvaters befindet sich die 15-jährige in einer Identitätskrise, ohne Bezugsperson und liebesbedürftig richtet sie ihr Leben darauf aus, den Titel der „Miss Baden-Württemberg“ zu erlangen. Ihren Traum von der kostspieligen Modelausbildung muss sie jedoch jäh begraben, als sie plötzlich von einer mysteriösen Autoimmunstörung heimgesucht wird, durch die sie alle Haare verliert. Dieser Schicksalsschlag ermöglicht Mareike, die titelgebende Frage schließlich für sich selbst zu beantworten.

Bin ich sexy?

Anfangs Komödie, später tragisch anmutendes Drama – es ist das Verdienst von Drehbuchautorin Sabine Broderson, dass der Film nicht auseinander bricht. Im Gegenteil: Bin ich sexy? gewinnt durch den Wechsel der Register erst an Intensität und kann dank der unterschiedlichen Stimmungen und Tonlagen auf mehreren Ebenen unterhalten, berühren und schockieren. Broderson schafft dabei einen durch Szenerie und Dialog typisch deutschen Kosmos um eine Realschülerin, die sich mit einer praktischen Ausbildung in einem Kaufhaus nicht zufrieden geben möchte und erst gar nicht in Erwägung zieht „Miss Baden“ zu werden, wo sie doch gleich „Miss Baden-Württemberg“ werden kann. Zeitweise wird wiederum etwas anderes noch wichtiger: Zu Bauchtanzmusik muss sie genauso gut tanzen können wie zu amerikanisch-poppigen Beats, denn nur so glaubt sie den arabischstämmigen Samir vom Markt bezirzen zu können.

Interessiert Sie diese Geschichte? Wollen Sie sie auf der großen Leinwand sehen? Letztlich wiegt die Frage zu schwer, wie sehr das starke Drehbuch – 2001 mit dem Baden-Württembergischen Drehbuchpreis ausgezeichnet – anziehen und zu begeistern vermag, denn weder Kameraführung, Schnitt, Musik, noch Regie sind überzeugend genug, um den Film vom oberen Mittelmaß geförderter Fernsehproduktionen abzuheben. Ist es zuviel verlangt, Innovatives, Neues, schlicht etwas Erfrischendes – schließlich ist es ein Erstling! – zu erwarten?

Bin ich sexy?

Bin ich sexy? ist Beispiel einer tatsächlich seltenen Konstellation von überzeugendem Drehbuch und schwacher, aber routiniert wirkender Inszenierung. Wo üblicherweise die Arbeit während und nach dem Dreh eine missliche Ausgangslage retten soll, tritt hier das Gegenteil ein: Dem Drehbuch wird kaum etwas hinzugefügt. Und was ist mit der talentierten Marie-Louise Schramm? Und den Kinderdarstellern Johanna Fritz und Ismail Streit? Und mit Birge Schade als Mutter? Das mehr als solide Zusammenspiel der Darsteller ist natürlich nicht zuletzt das Werk von Regisseurin und Noch-dffb-Studentin Katinka Feistl und ihren Schauspielern. Bin ich sexy? tut nicht weh. Dennoch schmerzt der Anblick. Man kann nicht umhin, in diesem rührenden Film eine der Schrift entsprechende Vision zu vermissen.

Kommentare


hanns

hat birge schade nicht auch in baader mitgespielt?


Kai

Es ist bezeichnend und auch ziemlich offensichtlich, dass dieser Film eigentlich für die ZDF-Reihe "Das kleine Fernsehspiel" produziert wurde, denn mit seiner überkorrekten Personenkonstellation, Sozialproblematik, starren Inszenierung, leicht hölzernen Dialogen und preiswerten Produktion (der Soundtrack besteht aus genau einem Lied) ist "Bin ich sexy?" ein Paradebeispiel für öffentlich-rechtliche Standardkost, die im besten Einvernehmen mit ihrem staatlichen Bildungsauftrag die gesellschaftliche Realität problematisiert, dabei aber jedes Risiko scheut.


Michael

Bin ich sexy? wartet mit etlichen positiven Botschaften auf, die bisweilen etwas massiert auftreten. So lernt Mareike, dass wahre Schönheit von innen kommt und sie deshalb selbstverständlich sexy ist – sogar ohne Haare. Die Mutter merkt, dass es für alle besser ist, wenn sie auch mal an sich selbst denkt. Es ist der sensiblen Inszenierung der Regisseurin zu verdanken, dass sie den schmalen Grat zwischen Lächerlichkeit und Glaubhaftigkeit meistert. Wenn Mareike mit 80er Jahre Fönfrisur und kleinen Sternchen im Haar mit pinkfarbenen Klamotten durch die Shopping Mall stolziert zu den Klängen von „Am I Sexy?“ dann ist dies eine Herausforderung, die zu Gunsten der sympathischen Hauptdarstellerin ausfällt.


jakob

Marie-Louise Schramm war schon mal besser. habe sie neulich auf so einem filmfest gesehen, leider den namen des films vergessen, war so ein studenten low-budget ding.


Svenja

der film ist soo geil und ich finde es toll dass Marie-Louise Schramm mitspielt. Sie spielt ihre Rolle echt gut!


billfreak

der film ist echt geil.
ich find es gut das sie es wenigstens versucht.


billfreak

bin ich sexy?????

Wenn ihr es wissen wollt,ich bin eure richtige ansprechpartnerin.

Schreibt mir einfach


johanna fritz

hay ihr ich sag nua ich bin franca ich bin die schauspielerin..... es ist einfach nua geilö in so nem kino film mitzumache^^icq:230806701
also imma schön tierliob sein........kizzZZZ jojo






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