Be Cool

Uma Thurman und John Travolta tanzen wieder!

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Er möge keine Fortsetzungen, behauptet John Travolta als Chili Palmer gleich zu Beginn von Be Cool. Das ist ein selbstreflexiver Scherz, da F. Gary Grays Film im Grunde genommen eine Fortsetzung von Get Shorty (1995) ist, wo Travolta bereits einmal Palmer verkörperte. Beide Stoffe sind Adaptionen von Elmore Leonard-Romanen. Die florieren in Hollywood und auch Tarantino nahm sich eines solchen Stoffes in Jackie Brown (1997) an. Auf Tarantino rekurriert Be Cool ständig. Nicht nur, dass bereits vom Pulp-Meister als Sound verwendete Tracks hier ebenfalls zum Einsatz kommen, auch das Traumpaar Thurman/Travolta hat seine Wurzeln bei Tarantino. Während Travoltas tänzerische Fähigkeiten längst bekannt waren und in jedem zweiten seiner Filme zum Einsatz kommen, durfte Thurman in Pulp Fiction (1994) erstmals die Tanzfläche betreten. Nachdem sie lange Zeit damit beschäftigt war, für Tarantino Bill zu killen, hat Gray sie hier mit einer dürren Figur abgespeist. Als verwitwete Erbin eines verschuldeten Musiklabels bleibt ihr nicht viel anderes, als Musik zu mögen, sich Travolta zu nähern und ein beeindruckender Bikini-Auftritt. Auch in dem Herzstück des Films, der Tanzszene, fokussiert die Kamera bevorzugt Umas Hinterteil.

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Neben dem Tanzpaar tritt noch eine Vielzahl an Stars und Celebrities in Be Cool auf, denn Leonard-Stoffe sind nun mal très chique. So muss sich Palmer in Hollywood mit Musikproduzenten (Harvey Keitel, Vince Vaughn und Cedric the Entertainer), Gangstarappern (André Benjamin) und der Russenmafia auseinandersetzen, trifft auf alte Bekannte (James Woods und Danny DeVito) und verhilft einer Tänzerin (Christina Milian) zur großen Karriere, angekurbelt von einem Auftritt mit Aerosmith. Dem Film schadet das gehörig, denn wo all diese Prominenten ins Bild wollen, bleibt kaum Konzentration auf die Protagonisten. Beinahe konsequent vernachlässigt Gray denn auch so etwas wie eine Dramaturgie und begnügt sich mit Redundanzen. Eine hochgezogene Braue von The Rock muss da schon als Running Gag herhalten. Ein weiterer von vielen Filmen also, die sich in ihrer Selbstreferenzialität und Selbstreflexivität genügen. Irgendwie uncool.

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Kommentare


christophwind

gerade dieses staraufgebot und die kommentare fand ich cool.
klar, dass dies ein unterhaltungsstreifen ist, und ganz sicher nicht in die hall of fame der besten filme der welt will. er will unterhalten.
und das macht er auch.






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