Barney's Version

Die bewegte Lebensgeschichte eines politisch inkorrekten Fernsehproduzenten, erzählt über seine drei gescheiterten Ehen. 

Barneys Version 01

Barney Panovsky (Paul Giamatti) ist alles andere als ein makelloser Held. Er ist leidenschaftsloser Betreiber einer Produktionsfirma für Erotik-Soaps mit dem bezeichnenden Namen Totally Unnecessary Productions, hat eine ausgeprägte Schwäche für Alkohol, Zigarren sowie schöne Frauen und eckt mit seinem zynischen Humor nicht selten bei seiner Umgebung an. Man könnte meinen, mit so einem unangepassten Protagonisten kann eigentlich nicht viel schief gehen.

Mit Barney’s Version hat der vor allem auf TV-Serien (CSI - Den Täter auf der Spur, CSI: Crime Scene Investigation, seit 2000) spezialisierte Richard J. Lewis sich dem gleichnamigen Roman von Mordecai Richter angenommen. Die 40 Jahre umspannende Lebensgeschichte eines Querkopfs erzählt Lewis dabei vor allem über seine drei gescheiterten Ehen und mit Paul Giamatti als alles dominierendes Zentrum des Films.

Barneys Version 02

Die Rahmenhandlung ist in der Gegenwart angesiedelt und zeigt den mittlerweile 65-jährigen Barney, wie er sich an sein „zerrüttetes Leben” erinnert und zunehmend von Gedächtnislücken geplagt wird. Anders als der Titel suggeriert und das Buch von Richter offen thematisiert, wird im Film nie wirklich klar, dass es sich bei den Rückblenden um persönliche Erinnerungen handeln soll. Der Sprung in die Vergangenheit wirkt nie an die Hauptfigur gekoppelt und auch an keiner Stelle zeigt Lewis, dass die zurückliegenden Ereignisse sich nicht mit einer objektiven Wahrheit decken. Vielmehr wird Vergangenheit auf die gängige Art und Weise dargestellt. Als erstes führt uns Lewis in die siebziger Jahre, wo Barney mit seiner Entourage in Rom haust und sich zu seiner ersten Ehe breitschlagen lässt. Man trägt Vintage-Klamotten, ist umgeben von Retro-Ausstattung und auf dem Soundtrack ist „Get it On” von T-Rex zu hören.

Während dieser frühen Phase funktioniert Barney’s Version noch vor allem als Komödie, die ihr Potential aus Barneys Verstößen gegen die Regeln des Anstands schöpft. Teilweise wird der Held dabei von seinem nicht minder polternden Vater (Dustin Hoffman) unterstützt. Besonders in der elitären jüdischen Gesellschaft New Yorks machen sich die beiden schnell unbeliebt. Sobald die Ehefrauen aber keine Karikaturen mehr sind, sondern im Falle von Barneys dritter Frau Miriam (Rosamund Pike) ernst zu nehmende Figuren, entwickelt sich der Film zunehmend in eine unglückliche Richtung. Der Tonfall wird sentimental und steigert sich bis zum tränenseligen, mit Streichermusik begleiteten Ende des Films.

Barneys Version 03

Doch Barney’s Version krankt es nicht nur an seiner melodramatischen Inszenierung, ein schwerwiegenderes Problem ist die misslungene Übersetzung der Romanstruktur in ein gut funktionierendes Drehbuch. Der episodischen Erzählweise mangelt es an Dynamik und Zuspitzung. Die Geschichte um den Mord, den Barney an seinem Freund Boogie verübt haben soll, ist etwa der Aufhänger des Films und wird auch an zentraler Stelle inszeniert, allerdings will sich nie so recht eine schlüssige Verbindung zur eigentlichen, die Gefühlswelt des Protagonisten betreffenden Story einstellen. Der Mord wirkt in der Struktur eines im Gegensatz zum Roman stark verdichteten und auf die Beziehungen Barneys fokussierten Drehbuchs lediglich wie ein Überbleibsel seiner Vorlage. 

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