Bambi 2 – Der Herr der Wälder

Bambi (1942) ist eines der Meisterwerke aus dem Hause Disney und rührte Millionen von Zuschauern zu Tränen. Mehr als sechzig Jahre später erscheint nun Bambi 2 und versucht an den Erfolg und Charme des ersten Teils anzuknüpfen.

Bambi 2 - Der Herr der Wälder

Bambi 2 – Der Herr der Wälder (Bambi II) ist eine Fortsetzung, auf die eigentlich niemand gewartet hat. Bereits in den vergangenen Jahren produzierte Disney mehrere unnötige Neuauflagen wie zu Der König der Löwen (The Lion King, 1994) oder Aladdin (1992), welche direkt auf Video und DVD erschienen. Bei Bambi 2 präsentiert sich die Ausgangslage anders. Der erste Teil erschien vor mehr als sechzig Jahren und so sollen mit Bambi 2 vor allem Kinder angesprochen werden, die Bambi noch nicht kennen. Im Gegensatz zu Computer-Animationsfilmen wie Shrek oder Die Monster AG (Monsters, Inc., beide 2001), die von populärkulturellen Zitaten und Referenzen nur so strotzen und sowohl für Kinder wie für Erwachsene gedacht sind, ist Bambi 2 als reiner Kinderfilm konzipiert und abgesehen vom ersten Teil werden keine weiteren Filme zitiert.

Bambi 2 ist jedoch keine Fortsetzung des ersten Teils, sondern schiebt sich vielmehr in dessen Mitte. Der Film beginnt kurz nachdem Bambis Mutter von Jägern erschossen worden ist. Widerwillig kümmert sich der Vater von Bambi um den jungen Hirsch und möchte für ihn bis zum Frühling ein neues Zuhause gefunden haben. Bambi dagegen wünscht sich bei seinem Vater bleiben zu können und versucht ihn bei jeder sich bietenden Möglichkeit zu beeindrucken.

Bambi 2 - Der Herr der Wälder

Die Drehbuchautoren nahmen sich erneut die Romanvorlage Bambi: A Life in the Woods von Felix Saltan aus dem Jahr 1923 vor, auf der auch schon Bambi basierte und suchten nach Ideen, die noch nicht verwendet wurden. Doch trotz des Rückgriffs auf die Originalquelle kommt die Geschichte von Bambi 2 nie richtig in Schwung. Bambis Streitereien mit seinem Rivalen Ronno wirken überflüssig und vorhersehbar und es mangelt an emotional starken Momenten. Eine Szene mit vergleichbarer Kraft wie der Tod von Bambis Mutter sucht man vergebens. Die Entscheidung auf die Originalquelle zurückzugreifen mag zwar naheliegend erschienen sein, doch die Verarbeitung der „Restideen“ erweist sich als unglücklich. Aus gutem Grund wurden sie im ersten Teil nicht verwendet. Die herausragende Animationstechnik gepaart mit einer melodramatischen Geschichte machten Bambi 1942 zu einem Meilenstein der Filmgeschichte. Bambi 2 dagegen wird dem Original in keiner Weise gerecht.

 

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