Ausgerechnet Sibirien

Ausgerechnet Sibirien

In seiner neuen Komödie erzählt Ralf Huettner (vincent will meer), wie ein pedantischer Logistiker mit einer neuen Umgebung konfrontiert wird. Eine Geschäftsreise nach Sibirien entzieht Matthias jene Ordnung, die für sein Leben immer so notwendig schien. Man ahnt schon, dass sich der Fremdling mit dieser neuen Welt arrangieren wird und schließlich auch noch die Liebe findet. Huettner, selbst einer der Protagonisten des deutschen Mainstreamkinos der 1990er-Jahre, versammelt in seinem aktuellen Film mit Joachim Król, Katja Riemann und Armin Rohde Schauspieler vor der Kamera, die ebenfalls in dieser Zeit ihren Durchbruch erlebten.

Kommentare


Martin Zopick

Ein humorvolles Aussteigermärchen mit einem typischen Joachim Król als Matthias Bleuel. Nur, dass er hier über die Stufe seiner Rolle im Rossini hinausgewachsen ist. Doch bevor er zur schönen Schamanentochter Sajana (Yuliya Men) vom Stamme der Schoren in die Taiga zurückkehrt, werden noch viele Klischees über das russische Wirtschaftssystem abgelassen. Er der Wessi aus Leverkusen verzweifelt an der lockeren Verkaufsstrategie der Einheimischen. Heiratsangebote gegen Reisepass oder ein übersichtliches Frühstück bekommt Mathias gerade noch auf die Reihe. Mit dem Busenwunder Galina (Soja Burjak) fällt ihm das schon schwerer. Hier läuft gar nichts ohne einen kräftigen Schluck aus der Wodkapulle. Die prall gefüllte Handlung wird zum Roadmovie in wunderschöner Landschaft, wenn Matthias seine Sajana sucht. Und nebenbei gibt es von den Einheimischen jede Menge Lebensweisheiten wie z.B. ‘ Die Eier sollen das Huhn nicht belehren.‘ oder ‘Eine fette Gans wird selten alt.‘
Die Symbolik der Libelle ist in ihrer Ambivalenz noch ganz nett, beim Sonnenuntergang auf der Bank unterm Apfelbaum und der Schamanin am Lagerfeuer wird es grenzwertig. Ist aber wohl Absicht. Die Cameos von Katja Riemann und Armin Rohde sorgen ebenso für zusätzliche Abwechslung wie der Kurzauftritt des ewigen Brunetti-Chefs Michael Degen. Nicht schlecht diese lockere Unterhaltung. Ein Ethnospaß, der keinen verletzt.






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