Another Gay Movie
Vier Freunde machen sich in dieser überdrehten Farce daran, ihre Jungfräulichkeit zu verlieren und sehen sich schon bald mit ungeahnten Komplikationen und Gefahren konfrontiert.

Über das subversive Potential von Filmen, die sich über andere Filme lustig machen, lässt sich streiten. Wenn Filme wie Hot Shots! – Die Mutter aller Filme (Hot Shots,1991), Scary Movie (2000) oder Nicht noch ein Teenie-Film (Not Another Teen Movie, 2001) Werke und Genres der Filmgeschichte durch den Kakao ziehen, verfolgen sie zwar rein theoretisch einen dekonstruktiven Ansatz, durch die Vielzahl popkultureller Verweise und den inflationären Einsatz von hysterischem Slapstick erschöpft sich dieses Konzept jedoch schnell und wird häufig zur bloßen Abfolge mäßig lustiger Kalauer. In einem Genre, in dem die Handlung ohnehin nur dazu dient, die einzelnen Nummern miteinander zu verbinden, ist das allerdings kaum verwunderlich.
Mit Another Gay Movie wird das Genre nun um einen Film aus schwuler Perspektive bereichert. Hier geht es jedoch weniger um das Zitieren schwuler Filme, als um eine Parodie auf Teeniefilme und solche, die sich über jene lustig machen. Frei nach American Pie (1999) zeigt der Film vier High-School-Freunde bei dem schwierigen Unterfangen, über die Sommerferien ihre Unschuld zu verlieren. Das explizit Schwule zeigt sich nicht nur an der sexuellen Orientierung von Protagonisten, Lehrern und sogar Eltern, sondern auch an der etwas albernen Darstellung einer Vielzahl szeneinterner sexueller Spielarten.

Dass es sich bei Another Gay Movie im Gegensatz zu anderen Vertretern dieses Genres um eine Independentproduktion handelt, ist eher ein Zeichen für die kleinere Zielgruppe des Films, als für einen besonders ungewöhnlichen oder radikalen Ansatz. Zwar wird die überzeichnete Welt eines heterosexuell konnotierten Teeniefilms mit schwulen Figuren infiltriert, das Ergebnis davon ist aber nur eine Welle an pubertären Sexwitzen.
Mit dem offensiven Einsatz von Klischees legt es der Film darauf an, selbstironisch und politisch unkorrekt zu sein, letztendlich werden damit aber nur überholte Stereotypen auf ein Neues bestätigt. Umso verheerender ist es für Another Gay Movie, dass er zwar Funktionsweisen von Teenie- und Parodiefilmen persifliert, selbst aber genauso funktioniert.
Filmkritik von Michael Kienzl
Veröffentlicht am 30.04.2007
Kommentare zu Another Gay Movie
Gayplus 18.06.2009 13:30
Voll geiler Film! Echt
selena maus 28.01.2012 21:09
es ist cool
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Blog: Berlinale im Dialog

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Film-Angaben
Titel: Another Gay Movie
USA 2005
Laufzeit: 92 Minuten
Regie: Todd Stephens
Drehbuch: Todd Stephens, Tim Kaltenecker
Produktion: Jesse Adams, Karen Jaroneski, Todd Stephens
Darsteller: Michael Carbonaro, Mitch Morris, Jonathan Chase, Ashlie Atkinson, Graham Norton, Jonah Blechman
Kinostart: 03.05.2007
DVD-Angaben
Titel: Another Gay Movie
Vertrieb: Pro - Fun Media
Bild: 1,85:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 2.0/Stereo), Deutsch (DD 5.1 EX), Englisch (DD 5.1), Englisch (DD 2.0/Stereo)
Untertitel: Deutsch
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Spieldauer: 94 Minuten
Extras: Audiokommentar mit dem Regisseur; Kurzfilm „First staged screenplay reading“; Geschnittene Szenen / Outtakes; Interviews mit Regisseur und Drehbuchautor Todd Stephens und Darsteller Michael Carbonaro; Original-Kinotrailer; Galerie; Trailershow
Verleih ab: 01.10.2007
Verkauf ab: 01.10.2007
Copyright Another Gay Movie
Fotos: © Pro-Fun
BERLINALE 2012

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