All Inclusive
All Inclusive ist die filmgewordene Entsprechung der Pauschalreise: unpersönliche, lieblose Dienstleistung; Modell Sommerkomödie.
„All Inclusive“ – verspricht das nicht himmlische Urlaubs-Sorglosigkeit auf der DomRep? Flatrate-Trinken mit Meerblick? Schöne Natur, lange Nächte, Wassersport? Wer solches und ähnliches mit diesem Label assoziiert, kann sich die Verwunderung der vier Paare in gleichnamiger Komödie leicht ausmalen, als diese sich auf ihrer Südseeinsel statt inmitten hemmungslosen Partywahnsinns als Teilnehmer eines Beziehungstherapie-Intensivcamps wieder finden. Morgendrill, Zwangsjoga, Vertrauensprüfungen und lange Psychologengespräche inklusive, Änderungen ausgeschlossen. „Ich bin verheiratet – Holt mich hier raus“.
Wie das Drehbuch seine Figuren mit Biegen und Brechen auf ihr Palmeninselchen konstruiert, um sie dann im Stile jener Dschungelshow und/oder längst vergessener Martial-Arts-Filme durch ein Set an Tests und Wellness-Weisheiten jagt, ist Filmdramaturgie unterster Qualität. So oberflächlich und durchschaubar ist die Verquickung von videospielartigem Level-hopping, halbnackten Schauwerten und Allerweltsgefühlen, dass man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, der Verfilmung einer Bilanzrechnung beizuwohnen.
Jean Reno als Inselguru beweist einmal mehr, dass er sich mittlerweile für keine Rolle zu schade ist, Produzent/Drehbuchautor/Hauptdarsteller Vince Vaughn spielt den Charakter, den er immer spielt: einen stockkonservativen, langweiligen Normalo. Sex and the City-Starlet Kristin Davis sieht zwar auch im Bikini noch immer toll aus, aber ohne gute Dialoge bleibt ihr Spiel reizlos.
Die Gags, wenn man sie denn als solche bezeichnen mag, quälen das Lachen eher aus dem Publikum heraus, als dass sie es kitzelten. Lass den Latino-Jogi in knallblauen Badeshorts nur lange genug seine Anzüglichkeiten machen, irgendwann kapituliert die Zuschauermuskulatur. Seelenlos, seelenloser, All Inclusive.
Filmkritik von Nino Klingler
Veröffentlicht am 28.10.2009
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Film-Angaben
Titel: All Inclusive
Originaltitel: Couples Retreat
USA 2009
Laufzeit: 113 Minuten
Altersfreigabe: ab 6 Jahren
Regie: Peter Billingsley
Drehbuch: Jon Favreau, Vince Vaughn, Dana Fox
Produktion: Scott Stuber, Vince Vaughn
Bildgestaltung: Eric Alan Edwards
Montage: Dan Lebental
Musik: Allah Rakha Rahman
Darsteller: Vince Vaughn, Jean Reno, Jason Bateman, Faizon Love, Jon Favreau, Malin Akerman, Kristen Bell, Kristin Davis, Kali Hawk, Tasha Smith
Kinostart: 05.11.2009
DVD-Angaben
Titel: All Inclusive
Vertrieb: Universal Pictures
Bild: 1,85:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Türkisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Bulgarisch, Estnisch, Lettisch, Litauisch
Altersfreigabe: ab 6 Jahren
Spieldauer: 108 Minuten
Extras: Alternatives Ende – Zurück in Chicago; GagReel; Unveröffentlichte Szenen; Erweiterte Szenen; Therapie – Die größten Erfolge; Das gefundene Paradies – Dreh in Bora Bora; Hinter dem Yoga; Audiokommentare mit Regisseur Peter Billingsley und Darsteller/Co-Autor/Produzent Vince Vaughn
Verleih ab: 25.03.2010
Verkauf ab: 25.03.2010
Copyright All Inclusive
Fotos: © universal
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