Alien Vs. Predator

Ein Forschungsteam gerät zwischen die Fronten der rivalisierenden Film-Monster aus den Alien- und Predator-Filmen. Ein mittelmäßiger und vorhersehbarer Actionfilm, der weder inhaltlich, noch filmisch die Größe seiner Vorbilder erreicht.

Alien Vs. Predator

Das einst vom Schweizer Künstler H.R. Giger entworfene Alien soll sich nach vier erfolgreichen Kinofilmen nun im Kampf gegen den Predator behaupten. Warum gerade diese beiden Wesen gegeneinander antreten, erklärt sich einerseits durch ihre Beheimatung und Geburtstätte, den 20th Century Fox Studios, aus denen auch Alien Vs. Predator stammt und natürlich andererseits aus der Notwendigkeit, endlich die für das Kino scheinbar existentielle Frage zu beantworten, wer eigentlich der Überlegene der beiden ist. Interessant ist jedoch einzig der Entschluss, welcher der beiden als Sympathieträger (also auch als Gewinner) inszeniert wird.

Dass der Kampf zweier Filmmonster meist eher Marketingstrategie als überzeugendes Kino ist, bewiesen schon in der Vergangenheit vor allem die Größen des japanischen Unterhaltungs- und Trash-Kinos, wie Inoshiro Honda und Jun Fukuda. Der 1993 verstorbene Honda schuf 1954 den ersten Godzilla-Film und ließ sein Monster fortan gegen nahezu jedes Wesen kämpfen, das auf eine Leinwand projiziert wurde. Die Folge waren Filme wie King Kong No Gyakushu (King Kong – Frankensteins Sohn, 1969), die trotz minderer Qualität finanziell erfolgreich waren. Auch die Filme von Jun Fukuda wie Godzira No Musuka (Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn, 1967) erfreuen sich in Japan größter Beliebtheit, doch werden bei uns eher belächelt.

Alien Vs. Predator

Der Plot des Kampfes Alien Vs. Predator wirkt ähnlich grobschlächtig am Zeichentisch von Marketingstrategen zusammengesetzt wie in den japanischen Vorbildern: Resident Evil-Regisseur Paul W. S. Anderson vermittelt in den ersten zwanzig Minuten des Films dem Zuschauer zunächst die grobe Rahmenhandlung, um im Anschluss nur noch mehrere Action-Sequenzen aneinander reihen zu können. Das Forschungsteam um die schöne Alexa Woods (Sanaa Lathan) entdeckt eine im Eis verborgene unterirdische Pyramide, die einst von Menschen unter der Anleitung der außerirdischen Predatoren gebaut wurde. Diese Rasse von Jägern und Kriegern kehrt alle hundert Jahre als „Wächter“ auf die Erde zurück, um das Bauwerk von den sich dort eingenisteten Aliens zu säubern. Die Forscher (u. a. Raoul Bova und Lance Henriksen) werden in kürzester Zeit stark reduziert, bis auf Alexa, die sich während des Kampfes gegen die Aliens mit dem letzten Predator zusammenschließt…

Über die Tatsache, dass der Predator in den Filmen von John McTiernan (Predator, 1986) und Stephen Hopkins (Predator 2, 1990) noch Jagd auf Menschen machte, wird hier zwangsläufig hinweg gesehen. Dass sich nun Mensch und Predator zusammenschließen liegt vermutlich daran, dass dieser Außerirdische in seinem Wesen und seiner äußerlichen Erscheinung uns Menschen näher scheint als das von freudianisch sexual-psychologischen Akzenten gefärbte Alien. Der Predator, ein strategisch denkender und skrupelloser Krieger, hilft uns Menschen die von Ur-Instinkten gesteuerten Aliens von unserem Planeten zu vertreiben, bzw. zu eliminieren. McTiernans Figur, welche uns in diesem Film einst versklavt haben soll, befreit uns nun von den Wesen, die zurückgezogen in einem höhlenartigen Bauwerk lebten und für uns erst zu einer Bedrohung wurden, als wir in ihren Lebensraum eindrangen.

Alien Vs. Predator

Eine wirkliche Auseinandersetzung mit den Traumata, welche die beiden Außerirdischen repräsentieren, findet nicht statt. Demzufolge versucht sich Alien Vs. Predator eher über Action und Tricktechnik als über den Inhalt zu definieren, doch auch hier vermisst man den richtigen Ansatz. 26 Jahre nach Alien von Ridley Scott, dem ersten Teil der Reihe, wirken die Monster trotz der fortgeschrittenen Technik eher unbeholfen. Dass die Creature-Effects aus der Schmiede von Alec Gillis und Tom Woodruff kommen, die auch für das Monster aus David Finchers Alien 3 (1991) verantwortlich waren, sollte eigentlich für den Film sprechen. Jedoch wird zu schnell deutlich, dass Andersons Regiearbeit nicht das Format besitzt, die Kreaturen auch ebenso gut in Szene zu setzen, wie die Alien-Regisseure Ridley Scott, James Cameron, David Fincher und Jean-Pierre Jeunet. Während diese es schafften, neben der sehr guten Action und den gleichwertigen Effekten, Filme zu inszenieren, die vor allem von ihrer Spannung und der stilsicheren atmosphärischen Optik lebten, orientiert sich Anderson an der Formel Quantität statt Qualität: viele Aliens gegen viele Predatoren ergibt viel Action. Ständig hetzt jemand durch die engen Gänge der Pyramide, die im Stil der Indiana Jones-Filme von Steven Spielberg noch zusätzliche Fallen und Hindernisse offenbaren und kämpft wahlweise mal gegen ein Alien oder einen Predator. Das Ganze sieht zwar gemessen an den vorherigen Arbeiten des Regisseurs nicht zwingend so billig wie erwartet aus, doch wird es das, wenn im großen, von peinlichem Pathos durchdrungenen Finale die Aliens von Alexa und dem letzten Predator besiegt werden und sie sich zeremoniell als Retter des Planeten feiern.

Trailer zu „Alien Vs. Predator“


Trailer ansehen (1)

Kommentare


sahra

Erst alles rausschneiden und dann sich noch beschweren


Kratos

Dem lieben Herrn Kritiker möchte ich an dieser Stelle gern einmal sagen dass, wenn er schon die zugegeben sehr platte und einfache Story bemängelt, er sie doch bitteschön richtig wiedergeben möge. Denn die Predetoren haben sich nie als die Retter der Menschen in diesem Film ausgegeben. Vielmehr haben sie- wie auch im Film erwänt- die Menschen nur als Narung für die Aliens geplant. Der Pyramidenkomplex war als Ausbildungs- oder vielmehr Prüfungslager für Junge noch unerfahrene Predetoren konzipiert. Weshalb es dann auch zu der Zussamenarbeit zwischen Alexa und dem letzten Predetor kommen konnte. Er war einfach unerfahren und konnte somit seine Chancen die Prüfung zu bestehen erhöhen. Auserdem kann ich den herrn Kernholz(?) nicht verstehen dass er sich über das Konzept des Films beschwert. Die Alien- Filme genauso wie die Predetor- Filme sind nun mal Acktionfilme bei denen die Story im Hintergrund steht, und da ist es nur logisch das dieses Konzept hier weiterverfolgt wurde. Bei der Animation der Aliens muss ich ihm allerdings zustimmen. Das haben wir bereits besser gesehen. Dennoch hoffe ich auf einen zweiten Teil, schon allein um einmal ein Predetor- Alien in Acktion zu sehen.


Kratos

sorry ich meinte herr Kerntopf


Jemand

Ich habe schon einige schlechte Kritiken zu diesem Film gelesen, denen ich mich nicht anschließen kann.

Das mag daran liegen, dass AVP der erste Film der ganzen Predator- und Alien-Reihe war,den ich gesehen habe, wodurch er für mich zwangsläufig mehr Überraschungen bereit hielt als für Schon-Fans ;)

Den Kritikpunkten, was den Pathos angeht, muss ich zustimmen. Der findet sich aber in so ziemlich jedem, insbesondere jedem amerikanischen, Film, meiner Meinung nach hätte es deutlich schlimmer kommen können. Wie schon gesagt wurde, werden die Predators nicht als "Retter der Menschheit" stilisiert, sondern es wird in meinen Augen klar, dass diese die Menschen benutzen und keinesfalls beschützen, auch wenn die Menschlein diesmal nicht das Hauptziel, sondern nur der Köder sind. Auch der letzte Predator handelt nachvollziehbar, will er doch eigentlich nur selbst mit heiler Haut davon kommen (und hat vielleicht auch Mitleid mit der versprengten Hauptdarstellerin).

Warum ich diesen Film mag und er offen gestanden im Horror/ScienceFiction-Genre zu meinen Lieblingsstreifen gehört: Ich finde die Atmosphäre und Effekte sehr gelungen und den Film so spannend, wie er gedacht ist. Das Setting ist Geschmackssache; ich persönlich ziehe das arktische Labyrinth oder den Dschungel der Großstadt als Schauplatz derartiger Stories vor.

Die Schauspieler haben für meinen Geschmack ganz gute Arbeit geleistet, die Charaktere sind wie üblich schon ein wenig klischeehaft, aber ich fand sie keinesfalls unerträglich ;)

Besonders gut hat mir gefallen, dass man sich für das Crossover eine eigene und dennoch mit den Originalfilmreihen kompatible Erklärung ausgedacht hat. Allerdings sehe ich dabei ein paar logische Schwächen (achtung Spoiler - wer's noch nicht geguckt hat, sollte das überspringen) - wenn die Antarktispyramide das Original ist, wie die bezugnahme auf die Baustile impliziert, wieso fand dann die Alienjagd zwischendurch im Aztekenreich statt und dann später wieder in der Antarktis? Wer diente vor 100 Jahren in der Pyramide als Menschenopfer, wo es dort sicherlich keine primitive Opfer-Kultur gab - eine Forschungsexpedition? Warum sind dann von denen keine Leichen zu entdecken, sondern nur von den "klassischen" menschenopfern?

(spoilerende)
Insgesamt kommt die für mein Empfinden eigentlich originelle Hintergrundhandlung zu kurz. Es wäre schön gewesen, wenn man hier etwas mehr Sorgfalt investiert hätte, anstatt die Erklärung nur so knapp anzureißen.

Ein Pluspunkt: Endlich mal Forscher, die eine alte Inschrift nicht direkt fließend in perfekte moderne Sprache übersetzen, sondern sich beim Entziffern schwer tun. Wirkt glaubwürdiger ;)

Lange Rede, hier das Fazit: Habe den Film schon zweimal gesehen und könnte ihn auch gut ein drittes Mal gucken. Für mich eine gute Mischung aus Action, Abenteuer, Horror und Science-Fiction - anders als die Originale, aber meiner Meinung nach nicht schlechter.
Ich kann diesen Film guten Gewissens empfehlen.

Von der Fortsetzung kann ich das leider nicht behaupten; die ist meiner Meinung nach nur ein missglückter Teenie-Metzelfilm.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.