13 Assassins

Takashi Miikes Filme  werden geliebt oder gehasst. Eigentlich.

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Beeindruckend, mit welcher Konstanz und Konsequenz Takashi Miike Genres, Budgets, Schauspieler und Mitarbeiter wechselt. Sein Schaffen, an dessen Spitze Audition (Audishon, 1999) steht, hat sich nach Experimentalfilmen wie Big Bang Love, Juvenile A (2006) zuletzt vor allem in die Breite verschoben. Seine Neuinterpretation des Samurai-Klassikers 13 Assassins (1963), von Ascot Elite parallel ins Programm aufgenommen, feierte Premiere in Venedig und startet in Deutschland direkt auf DVD.

Die erste Dreiviertelstunde überrascht diejenigen, die Miike unterschätzen. Mühelos fühlt er sich in die Welt des klassischen Samurai-Films ein, nicht nur Akira Kurosawa ist dabei allgegenwärtig. Die präzise Konstruktion und Inszenierung von Räumen in all ihren sozialen Konnotationen erinnert sogar zuweilen an Altmeister Yasujiro Ozu.

Die Tableaus der Innen- und Außenräume involvieren den Zuschauer nicht mit der Narration, sie schaffen eine angenehme Distanz. Die ohnehin rudimentäre Handlung – es gilt, den sadistischen, kriegswilligen, menschenfeindlichen, rücksichtslosen und verantwortungslosen Bruder des Shogun, ein echtes Biest also, per Anschlag auszuschalten – rückt geradezu in den Hintergrund.

13 Assassins 03

Dem Attentat widmet der Film seine letzte Dreiviertelstunde, und hier geht Miikes auf Kontrast basierende Strategie, zumindest in der vorliegenden Fassung, leider im Blut baden. Der Regisseur verzichtet – im Vergleich zu anderen Beispielen seines Oeuvres – auf spektakulär Abscheuliches, findet im tatsächlichen Massaker aber auch nichts Anderes als Redundanz und Ermüdung. Das Sterben als Leitprogramm ist in so unterschiedlichen Kriegsfilmen wie Der schmale Grat (The Thin Red Line, 1999) und Black Hawk Down (2001) schon nachhaltiger in Szene gesetzt worden.

13 Assassins exponiert sich als einer der wenigen Miike-Filme, die so moderat ausfallen, dass sie noch nicht einmal mehr zur Kontroverse taugen. 

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