Whiteout

Ein Flugzeugabsturz während des Kalten Krieges.

Whiteout

Die Bilder sehen aus, als hätte man die Optik der Zeit des Geschehens angepasst: Gemalte Tricksequenzen, die bereits in den 1960er Jahren, beispielsweise in den Bond-Filmen, bei weitem übertroffen wurden. Die gezeichneten Bilder könnten Sinn machen, handelt es sich bei Whiteout doch um die Adaption einer Graphic Novel, doch nach einem Zeitsprung in die Gegenwart bleibt die Technik vorsintflutlich: Auch die Kamerafahrt auf eine Forschungsstation in der Antarktis sieht aus wie ein Pamphlet gegen computergenerierte Bilder. Apropos Kamera: Chris Soos versucht sich auch an einer Kamerafahrt à la Gus Van Sant, nur dass sie in dem gegebenen Kontext keinen Sinn ergibt. Und dann, als fast schon alles zu spät scheint, taucht Kate Beckinsale als traumatisierter US-Marshal auf – und muss völlig unmotiviert mit einer (absolut spröden, jugendfreien, kein Imagebruch!) Unterwäsche- und Duschsequenz debütieren.

Geistiger Vater all diesen Unfugs ist Dominic Sena, der vor vielen Jahren einmal mit Kalifornia (1993) überzeugte, sich nun aber endgültig auf dem Level von Passwort: Swordfish (2001) eingependelt hat. Wovon auch einige grauselige Flashbacks zeugen. Nachdem man sich auf diesem Tiefpunkt eingefunden hat, erzählt Whiteout dann noch auf mittelprächtigem Niveau einen verkappten Serienmörderthriller, der immerhin mit zwei recht sehenswerten Spannungssequenzen aufwartet. Dennoch erinnert man sich sehnsüchtig an Klassiker wie Eis Station Zebra (1968).

Whiteout (USA 2009)
Warner
DVD-Verleih ab: 26.03.2010
DVD-Verkauf ab: 26.03.2010

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