The Kill Point

Donnie Wahlberg und John Leguizamo brillieren als Antagonisten in einer vor allem für Genre-Freunde sehenswerten amerikanischen Miniserie.

The Kill Point

Steve Shill, der als Regisseur aller acht Episoden für Konstanz in der Inszenierung sorgt, legt mit beachtlichem Tempo los: Ein gut koordinierter Banküberfall, der schon beinahe perfekt gelaufen ist, ehe eine zufällig am Tatort befindliche FBI-Agentin das Feuer auf die sich bereits zurückziehenden Gangster eröffnet. Die treten den Rückweg an – in die Bank. Von nun an hat sich der Heist in eine Geiselnahme verwandelt.

Acht Folgen in einer Bank? Wie bei so vielen Serien, die sich keines epischen Stoffes annehmen, sondern einen eigentlich gewöhnlichen Film-Genre-Bogen schlagen, fragt man sich schnell, wie das gut gehen soll. Shill und seinen Kollegen gelingt es allerdings bereits in der ersten Folge, gleich diverse Fronten aufzubauen, die uns über das Duell Geiselnehmer versus Polizei hinaus beschäftigen.

Von großen Würfen wie The Shield (2002–2008), The Wire (2002–2008) und Im Angesicht des Verbrechens (2010) unterscheidet The Kill Point allerdings neben der konventionellen Inszenierung und Erzählweise vor allem die Handhabung dieser dramaturgischen Knotenpunkte. Zumeist werden die Konflikte innerhalb weniger aufeinanderfolgender Sequenzen gelöst, überraschende Rückbezüge nach mehreren Folgen bleiben aus. Die Orchestrierung solcher Spannungsmomente wirft einen Schatten auf die ansonsten durchaus sehenswerte Serie, die vor allem in der zweiten Hälfte noch einmal an Intensität zunimmt. Dass sich Shill und sein Team dabei an sämtlichen Klassikern des Genres orientieren, stört wenig. Was vor allem daran liegt, dass die von Wahlberg und Leguizamo verkörperten Protagonisten komplex gezeichnet sind.

The Kill Point, USA 2007
Filmconfect
DVD-Verkauf ab: 22.04.2010

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