Red Hill

When hell turns loose.

Red Hill

Weite Landschaftsaufnahmen, ein Mann namens Shane, seine schwangere Frau. Das Ortsschild, ein Pferd, die Legende vom wilden Tier.

Red Hill nutzt das Inventar des klassischen Western, um innerhalb weniger Minuten eine archaische Geschichte im australischen Niemandsland zu etablieren. Alles überlebensgroß und mit einem passend dimensionierten Genrelabel gekennzeichnet.

Shane ist neu in Red Hill, und gleich sein erster Arbeitstag wird ihn für immer verändern. Nach einer halben Stunde wird das Filmbild schwarz. Der Himmel verdunkelt sich, der Funkkontakt zwischen den Polizisten bricht ab. Jimmy Conway ist zurück, und er hat eine Rechnung offen.

Red Hills mythologische Größe hätte keine Substanz, würde dieser Quasi-Western nicht über seine zentrale Rachegeschichte hinausweisen. Wenn Shane von einem Kollegen darauf hingewiesen wird, er werde die Tourist-Info am Ureinwohner im Fenster erkennen, wird schnell deutlich, dass in Red Hill etwas schief gelaufen ist. Schließlich wissen wir spätestens seit Erbarmungslos (Unforgiven, 1992), dass man sich derlei Dekoration zweimal überlegen sollte. In Eastwoods Meta-Western ist es ein Schwarzer, in früheren Filmen kommt den Indianern die Rolle des historisch Missverstandenen und Misshandelten zu. Der junge australische Western mit seinem Aushängeschild The Proposition (2005) rückt die Aboriginees ins Zentrum der fatalen Landeshistorie.
Als Jimmy Conway die donnerhallende Hauptstraße entlang reitet und seinen Vorfahren im Fenster erblickt, ist sein Blick gebannt, er kneift die Augen zusammen. Der nächste Blitz schenkt ihm Licht, im Glas wird der Scharfschütze reflektiert.

Red Hill ist von der Berlinale über das Fantasy Filmfest direkt in die DVD-Regale weitergereicht worden. Bedauernswerterweise, denn Patrick Hughes’ Langfilm-Debüt ist für die große Leinwand geschaffen. Ein Polizeiwestern in der Tradition von John Sayles Lone Star – ohne dessen narrative Komplexität aufzugreifen – und der vermutlich effektivste Rachefilm seit Shane Meadows Dead Man’s Shoes (2004). Wenn man diese Genreperle schon im Heimkino entdeckt, hätte man sich zumindest optional englische Untertitel gewünscht.

Red Hill (Australien 2010)

Kinowelt

DVD-Verleih ab: 16.11.2010

DVD-Verkauf ab: 9.12.2010

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