MR 73

Daniel Auteuil als betrunkener Cop auf Rachefeldzug.

MR 73 – Bis dass der Tod dich erlöst

Regisseur Olivier Marchal ist Erstaunliches gelungen. Mit 36 – Tödliche Rivalen (36 Quai des Orfèvres, 2004) hat er den Policier aus seinem Tiefschlaf gerissen. Nach Jahrzehnten der Prosperität war das Genre Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre zunächst in Actionfilme und Starvehikel übergegangen, ehe es sich kurz in der Gaunerkomödie einnistete und schließlich fast gänzlich verschwand. Marchal orientierte sich ausgerechnet an amerikanischen Produktionen, erzählte äußerst ökonomisch und zielstrebig, ließ die Melancholie außen vor und baute mit Daniel Auteuil versus Gérard Depardieu auf herausragende Antagonisten.

Während 36 – Tödliche Rivalen ein recht zielstrebiger Spannungsfilm ist, versucht Marchal mit MR 73 neue Pfade zu beschreiten. Die Tragödie eines Polizisten, der seine Familie verloren hat, die anstehende Entlassung eines berüchtigten Serienmörders und eine neuerliche brutale Mordserie stehen lange Zeit recht vereinzelt nebeneinander. Es wirkt, als wolle Marchal jeder einzelnen Szene den Vorzug gegenüber dem Gesamtarrangement geben. Er setzt dabei auf stilisierte Räume, eine düstere und unwirtliche Atmosphäre.

Spannung kommt in diesem Falle leider nicht auf, weil schon der Originaltitel MR 73, vor allem aber der deutsche Zusatztitel Bis dass der Tod dich erlöst, sehr programmatisch zu verstehen ist.

MR 73 – Bis dass der Tod dich erlöst (MR 73; Frankreich 2008)
Eurovideo
DVD-Verleih ab: 25.02.2010
DVD-Verkauf ab: 11.03.2010

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