Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen

Tsui Hark und Andy Lau teamen up für ein vermeintliches Spektakel, das Michael Althen in  Venedig-Laune als „einen der besten Abenteuerfilme seit Indiana Jones“ bezeichnet hat.

Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen

Jetzt haben wir den Salat. Da vertraut man mal den Kollegen – nicht nur die FAZ zeigte sich angetan – und gibt Tsui Hark, der sich gleich mehrere Jean-Claude-Van-Damme-Extravaganzen und so Unausgegorenes wie Die sieben Schwerter leistete, eine neue Chance. Und dann das. Natürlich kann man schon über die Güte von Indiana Jones streiten – zumal nicht ganz klar ist, welcher gemeint ist –, der letzte jedenfalls war gemessen an den Fähigkeiten Steven Spielbergs ein erzählerisches Desaster.

Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen jedenfalls ist genau das und noch viel mehr: ein allumfassendes künstlerisches Desaster, wie man es nur selten zu Gesicht bekommt.

Im Zentrum der Detektivgeschichte, die sich durchaus an populären britischen Vorbildern orientiert, steht eine Statue. Und an ihr lässt sich die visuelle Qualität des Films messen. Detective Dee ist ein CGI-Exzess, der die ganze Misere eines Teils der zeitgenössischen Filmindustrie auf den Punkt bringt. Wenn die Ästhetik von Animationsfilm und Computerspiel zusammenfallen, gibt dies zumindest Anlass zur Besorgnis. Der Trash-Faktor vieler Effekte könnte noch Charme versprühen, wäre nicht alles so lieblos. Tatsächlich weisen Detective Dee, Indiana Jones 4: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, sowie der verwandte Sherlock Holmes von Guy Ritchie viele Gemeinsamkeiten auf. Sie zeigen Effekte der Effekte wegen. Und sie erliegen dem Irrtum, kostengünstig am Computer Welten erschaffen zu können, die unter anderen Umständen eines kaum zu stemmenden logistischen, organisatorischen und finanziellen Aufwandes bedurft hätten. Tatsächlich entstehen hier keine Filmwelten, die sich in die Erzählung einfügen, sondern neben ihr stehen. Der Effekt ersetzt die Fantasie und künstlerische Kreativität. Das Ergebnis ist dumpf und leer.

Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen (China/Hongkong 2010)

Koch Media

DVD-Verleih ab: 25.03.2011

DVD-Verkauf ab: 29.04.2011

Kommentare zu „Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen“


Tai Fei

Immer wieder frage ich mich, wofür solche Herren wie Sascha Keilholz eigentlich bezahlt werden. Zwar scheint der Vergleich dieses Filmes mit Indiana Jones nicht auf seinen Mist gewachsen zu sein, aber allein schon die unreflektierte Übernahme stellt mir Rätsel auf. Man mag über die Quali dieses Filmes sicher streiten können, der aufgeführte Vergleich ist jedoch oberfaul. Vergleiche bieten sich durchaus an aber bitte schön mit einem völlig anderen Genre, in welchen Tsui Hark eigentlich auch heimisch ist. Spontan fallen mir da gleich etliche Filme ein:
Chinese Ghost Story Trilogie
Swordsman Trilogie
Butterfly and Sword
Green Snake
Picture of a Nymph
Moon Warrior
Legend of Zu
The Bride with white Hair
oder gar Twins Effect 2.
Nur an diesen kann Detective Dee gemessen werden und, ja ich gebe es zu, daran scheitert er imho auch tatsächlich, wenngleich auch nicht sooo fundamental.






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