Der gefallene Star. Oder : Trashiges aus den USA

Lies and Illusions

Lies and Illusions (USA 2008)
Kinowelt
DVD-Verleih ab: 03.11.09
DVD-Verkauf ab: 11.12.10

Wo der in seiner Heimat populäre Tom Hardy vielleicht noch hin will, da ist Christian Slater schon längst gewesen: An der Spitze der Besetzungsliste eines A-Films. Nach Eichingers Umberto-Eco-Verfilmung Der Name der Rose (1985) als Nachwuchshoffnung gefeiert, spielte er sich prominent und erfolgreich durch die 90er Jahre, ehe es ziemlich genau zwischen Hard Rain (1998) und Very Bad Things (1998) einen Bruch gab.  

Mittlerweile verkörpert Slater genau den Typus Schauspieler, bei dem einem bewusster als bei anderen wird, dass auch dieser glamouröse Beruf primär ein Geldverdienst ist. Dieser Typus darf sich Berühmtheit nennen, übernimmt allerdings am laufenden Band Rollen, die weder herausfordernd noch prestigeträchtig sind, in Filmen, die weder Spaß machen können, noch erfolgversprechend und schon gar nicht künstlerisch anspruchsvoll sind.

Dabei hat sich Slater die Position des Leading Man erhalten. Allerdings sehen wir seine Filme in Deutschland selten auf der großen Leinwand, meistens erscheinen sie hierzulande als Direct-to-DVD, was auch seinen guten Grund hat. Wir begegnen ihnen also an dem Ort, den wir nostalgisch noch immer das Videoregal nennen.

Irgendwie hofft man an diesem Ort immer wieder auf Überraschungen, auf Verkanntes, Übersehenes, Unterschätztes. Zunächst auf Letzteres muss man hoffen, wenn man registriert, dass Lies and Illusions auf dem Mainstream-Gradmesser IMdb.com eine durchschnittliche Bewertung von 3,6 erhalten hat. Das entspricht so ungefähr einem Biohazard, ist schon eine Besonderheit und eine Notiz wert. Leider – um es kurz zu machen – hat sich niemand der Bewertenden geirrt, mit Ausnahme derer vielleicht, die den Schnitt nach oben getrieben haben. Lichtsetzung, Farbgebung, Maske, Schauspiel – alles pendelt sich auf dem Niveau hundsmiserabel ein. Nachdem es anfangs um Brutalo-Verbrecher mit Kopfschuss-Tendenz geht, wechselt Lies and Illusions nach einem Frauenkampf in einer Kneipe spielerisch das Fach und versucht sich genauso erfolglos als Komödie. Irgendwann explodiert dann ein Flugzeug, aber wer bis dahin schaut, ist eigentlich selbst schuld.

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