Das Ruhekissen

Brigitte Bardot hat heute keinen leichten Stand. Einige „kultige“ Streifen hat die Schauspielerin hinterlassen, als sie sich in den 70er Jahren ins Privatleben zurückzog, mit Godards Die Verachtung (Le mépris, 1962) aber nur einen wirklich großen Film. Darüber hinaus hat sie sich, ähnlich wie Alain Delon, in den vergangenen Jahren immer wieder durch mehr als zweifelhafte politische Aussagen ins rechte Abseits gedrängt.

Das Ruhekissen

Das Ruhekissen (Le repos du guerrir) nimmt diesen Abstieg gewissermaßen in seiner Struktur vorweg. Geneviève (Bardot) ist lange Zeit Blickfang des suizidgefährdeten Renaud (Robert Hossein) und auch des Films. Immer wieder liebkost die Kamera ihr Gesicht, nähert sich dem fast unablässig halb bis gar nicht bekleideten Körper – dabei stets Zucht und Ordnung wahrend. Doch zunehmend verliert der durchtriebene Renaud das Interesse an der Geliebten, die sich seinetwegen von ihrem bürgerlichen Leben losgesagt hat. Entsprechend interessiert sich auch die Kamera weniger für Geneviève, vor allem für ihren nun durchgängig verhüllten Körper. Das Gesicht, die grünen Augen, dürfen jetzt Traurigkeit spielen, die Haare bleiben gebändigt.

Für eine Weile wirkt Roger Vadims Film irritierenderweise wie ein bürgerliches Pamphlet.  Renaud entpuppt sich als trinkender Nichtsnutz, Geneviève straft er mit Demütigungen und – Verachtung. Ein Scheusal, das sich durch Bars pöbelt und mit Jazzmusik zudröhnt. Doch dann nimmt Das Ruhekissen eine erstaunliche Entwicklung. Genevève findet Freiheit und darin ihr wahres Glück. Das ist der Bardot nicht vergönnt geblieben.

Das Ruhekissen (Le repos du guerrir, Frankreich 1962)
Kinowelt
DVD-Verkauf ab: 07.01.2010

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