Berlinale 2012

 

Berlinale 2012 - Alle Gewinner

Vom Goldenen Bären bis zum Berlin Today Award: Alle Preisträger der 62. Berlinale auf einen Blick. 

Goldener Bär – Bester Film: Caesar Must Die (Cesare deve morire) von Paolo & Vittorio Taviani

Silberner Bär – Großer Preis der Jury: Just the Wind (Csak a szél) von Bence Fliegauf

Silberner Bär – Beste Regie: Christian Petzold für Barbara

Silberner Bär – Herausragende künstlerische Leistung: Lutz Reitemeier für die Kamera in White Deer Plain (Bai lu yuan) von Wang Quan'an
weiter 

Berlinale 2012: Unsere Kritiken

Our Homeland

JP 2012; Regie: Yong-hi Yong-hi; Mit: Sakura Andô, Arata

Stumme Schreie in einer hoffnungslosen Situation. Yang Yonghi arbeitet ein weiteres Mal ihre nordkoreanische Familiengeschichte auf, diesmal mit einem Spielfilm. weiter 

Flying Swords of Dragon Gate

CN 2011; Regie: Tsui Hark; Mit: Jet Li, Zhu Xun

Ausweitung der Kampfzone. Tsui Harks jüngster Wuxia-Film setzt neue Maßstäbe im Umgang mit 3D. weiter 

Bestiaire

CA 2012; Regie: Denis Côté

Eine Meditation über Schauen und Gesehenwerden, in einer Welt fast ohne Worte. weiter 

À moi seule

F 2012; Regie: Frédéric Videau; Mit: Agathe Bonitzer, Reda Kateb

Das Biedere als Trumpf: Frédéric Videau dreht mit kugelsicherer Weste einen Kindesentführungsfilm. weiter 

Bel Ami

GB, F, IT 2011; Regie: Declan Donnellan, Nick Ormerod; Mit: Robert Pattinson, Natalia Tena

In einer weiteren Verfilmung von Guy de Maupassants Roman versucht sich Robert Pattinson als skrupelloser Parvenü. weiter 

War Witch

CA 2012; Regie: Kim Nguyen; Mit: Rachel Mwanza, Alain Lino Mic Eli Bastien

Wie man sich in einem Knäuel aus materieller und informationeller Habsucht verfängt. weiter 

Die Königin und der Leibarzt

DK, CZ, S, D 2011; Regie: Nikolaj Arcel; Mit: Mads Mikkelsen, Alicia Vikander

Mads Mikkelsen mindert als Johann Friedrich Struensee den Reformdruck im Dänemark des 18. Jahrhunderts. weiter 

In the Land of Blood and Honey

USA 2011; Regie: Angelina Jolie; Mit: Rade Serbedzija, Branko Djuric

In Angelina Jolies Regiedebüt verliert sich eine dünne Geschichte in einer Aufzählung von Grausamkeiten. weiter 

Gnade

D, NO 2012; Regie: Matthias Glasner; Mit: Birgit Minichmayr, Jürgen Vogel

Am Ende der Welt, am Ende der Moral: Matthias Glasner bittet zur Beichte. weiter 

Just the Wind

HU 2012; Regie: Benedek Fliegauf; Mit: Gyöngyi Lendvai, Katalin Toldi

Der ungarische Regisseur Bence Fliegauf greift auf überraschende Weise ein wichtiges Thema auf: die Gewalt gegen Roma in seinem Heimatland.  weiter 

Haywire

USA 2011; Regie: Steven Soderbergh; Mit: Gina Carano, Michael Fassbender

Frau vs. Männer, oder: alte Bilder vs. neue Bilder. weiter 

White Deer Plain

CN 2011; Regie: Wang Quan’an; Mit: Li Meng, Yihong Duan

Chinas Geschichte des 20. Jahrhunderts als eine endlose Kette von Bestrafungen: Wang Quan’an und sein zaghafter Monumentalfilm White Deer Plain. weiter 

Tabu - Eine Geschichte von Liebe und Schuld

P, BR, D, F 2012; Regie: Miguel Gomes; Mit: Teresa Madruga, Laura Soveral

Diskontinuität als Prinzip. Zwischen Portugal und seinen ehemaligen afrikanischen Kolonien, zwischen Gegenwart und Vergangenheit siedelt Miguel Gomes seinen magischen neuen Film an.  weiter 

Die Lage

2012; Regie: Thomas Heise

Erfurt im Ausnahmezustand. Der Papst kommt.  weiter 

As Luck Would Have It

E 2012; Regie: Álex de la Iglesia; Mit: Salma Hayek, Carolina Bang

Nach einem vielfach bewährten Muster erzählt As Luck Would Have It satirisch von Sensationsgier und der Unmoral der Massenmedien.  weiter 

Was bleibt

D 2012; Regie: Hans-Christian Schmid; Mit: Lars Eidinger, Corinna Harfouch

In den besten Familien. Hans-Christian Schmid erzählt in seinem neuen Film von Eltern und Kindern, die sich zu ähnlich sind.  weiter 

This Ain't California

D 2011; Regie: Marten Persiel; Mit: David Nathan

Auf den endlosen Betonwüsten der ehemaligen DDR in eine mögliche Vergangenheit: This Ain’t California erzählt zwischen Fakt und Fiktion von Skatern aus dem Osten. weiter 

Die Eiserne Lady

GB 2011; Regie: Phyllida Lloyd; Mit: Meryl Streep, Jim Broadbent

Meryl Streep wurde schon 15 Mal für den Oscar nominiert, zwei Mal gewann sie ihn. In der Rolle der Margaret Thatcher gehört sie 2012 wieder zu den Aspirantinnen. Zurecht, trotz eines mediokren Films. weiter 

Winterdieb

F, CH 2011; Regie: Ursula Meier; Mit: Kacey Mottet Klein, Martin Compston

Brüderlein und Schwesterlein an der Grenze zum Skigebiet. Ursula Meier erzählt ein Familiendrama mit unklaren Rollenverteilungen. weiter 

Jayne Mansfield's Car

USA 2012; Regie: Billy Bob Thornton; Mit: John Hurt, Kevin Bacon

Ein Familiendrama in den Südstaaten der USA über nicht mehr junge Männer und ihre Väter. weiter 

Meteora

D, GR 2012; Regie: Spiros Stathoulopoulos; Mit: Theo Alexander, Tamila Koulieva-Karantinaki

Zwei Felsen, zwei Spiegel, eine verbotene Liebe. Über die Anziehungskraft von Himmel und Erde.  weiter 

Keyhole

CA 2011; Regie: Guy Maddin; Mit: Isabella Rossellini, Jason Patric

Salome lässt die Schleier fliegen. weiter 

Glaube, Liebe, Tod

Ö 2012; Regie: Peter Kern; Mit: Traute Furthner, Peter Kern

Über herrschende Machtverhältnisse und mangelndes Mitgefühl. Peter Kern gegen den Rest der Welt. weiter 

Shadow Dancer

GB, IRL 2012; Regie: James Marsh; Mit: Gillian Anderson, Clive Owen

Dancer in the fog. weiter 

Captive

F, PH 2012; Regie: Brillante Mendoza; Mit: Isabelle Huppert, Maria Isabel Lopez

Anatomie einer Entführung. weiter 

Die Wand

D, Ö 2012; Regie: Julian Pölsler; Mit: Martina Gedeck, Hans-Michael Rehberg

Martina Gedeck in einer Tour de Force als einzige Darstellerin (und Vorleserin) eines Film über Isolation und Harmonie mit der Natur.  weiter 

Barbara

D 2012; Regie: Christian Petzold; Mit: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld

Draußen weht der Wind, und drinnen ticken die Uhren. weiter 

Revision

D 2012; Regie: Philip Scheffner

Begründet Philipp Scheffner ein neues Subgenre des Dokumentarfilms? Über Erkenntnis- und Forschungsprozesse dank Listening Heads. weiter 

Cäsar muss sterben

IT 2012; Regie: Paolo Taviani, Vittorio Taviani; Mit: Salvatore Striano, Cosimo Rega

Shakespeare, gespielt von Mördern und Mafiosi: Der italienische Wettbewerbsbeitrag bei der Berlinale ist eine faszinierende Mischung aus Theater und Realität. weiter 

Death for Sale

B, MA, F 2011; Regie: Faouzi Bensaïdi; Mit: Fehd Benchemsi, Faouzi Bensaïdi

Ein marokkanisches Fellini-Remake? Fast. weiter 

Aujourd'hui

F, SN 2012; Regie: Alain Gomis; Mit: Saül Williams, Aïssa Maïga

Modulationen der Wahrnehmung. weiter 

Extrem laut und unglaublich nah

USA 2011; Regie: Stephen Daldry; Mit: Tom Hanks, Sandra Bullock

Der 11. September 2001 aus der Sicht eines Kindes: Nach dem gleichnamigen Roman von Jonathan Safran Foer versucht Extrem laut und unglaublich nah sich an der Bewältigung eines nationalen Traumas. weiter 

Berlinale 2012: Specials

Kino der Exzesse

Alles so schön bunt hier. Das Forum präsentierte Filme aus dem Goldenen Zeitalter des kambodschanischen Kinos. weiter 

Christoph Terhechte: abhängig, ohne Verpflichtungen

Zum Auftakt der Berlinale haben wir mit Forums-Leiter Christoph Terhechte über das aktuelle Programm – allen voran die Mini-Retrospektiven zum verschollenen kambodschanischem Kino, Shirley Clarke und Kawashima Yuzo – gesprochen und uns erklären lassen, wie das Forum auf Filmsuche geht. weiter 

Berlinale 2012: Notizen

Starke Frauen und schwache Männer in drei arabischen Filmen

Es war zu erwarten und zu hoffen, dass das vergangene Jahr der Arabellion seinen Niederschlag im Programm der Berlinale finden würde. Macht man sich mit spitzem Finger auf die Suche nach Filmen aus dem Nahen Osten, stößt man zum Beispiel auf Words of Witness, einen kleinen, feinen Dokumentarfilm aus Ägypten (Panorama Dokumente). Mai Iskander beobachtet darin die 22-jährige Journalistin Heba Afify, die unmittelbar nach Beginn der Revolte gegen Präsident Mubarak auf dem Tahrir-Platz in Kairo recherchiert (was für ein Einstieg in ein Reporterleben!). Man sieht die junge Frau im Gespräch mit Demonstranten, das Notizbuch immer gezückt, oder bei der Redaktionskonferenz, in der der Aufstand nach einzelnen Themen abgeklopft wird.  weiter 

Die Welt steht kopf

Der thailändische Regisseur Pen-Ek Ratanaruang ist schon länger mit seinen Filmen auf der Berlinale vertreten. Seinen neuesten, Headshot (Fon Tok Kuen Fah), stellt er dieses Jahr im Panorama vor. Bisher gelang es ihm mit seinen Kreuzungen von überästhetisiertem Arthousekino und Genreversatzstücken nicht immer zu überzeugen. Statt sich wirklich auf die Thriller-Plots einzulassen, verließ er sich vor allem auf Bilder, die in ihrer eigenen Schönheit gefangen sind. Headshot ist in dieser Hinsicht vielversprechender, weil er mehr nach Genrekonventionen funktioniert. weiter 

Tagträume vom Mars, Nazis hinterm Mond

Erster Film der Retro ist natürlich Aelita, jener sowjetische „Science-Fiction“-Film von 1924, über den im Vorfeld dieser Berlinale immer geschrieben wurde, wenn von den alten russischen Stummfilmen die Rede war, die hier wunderbarerweise zu sehen sind. Science-Fiction in Anführungsstrichen deshalb, weil die Szenen in der Parallelwelt des Mars lediglich die Tagträume des Protagonisten sind, den im nachrevolutionären Moskau die Eifersucht quält. Aber diese Szenen haben es in sich! Zur Live-Klavierbegleitung sieht man skurrile expressionistische Kostüme (die Soldaten sehen ein wenig so aus wie die imperialen Sturmtruppen in Star Wars) in einem Bühnenbild aus Treppen und Kegeln, in dem es – wir sehen schließlich ein Produkt der „Roten Traumfabrik“ – auch noch zur Revolution der geknechteten Arbeiter kommt.  weiter 

Highway: Nepalesisches Kino auf der Berlinale

Nepal im Berlinale-Panorama. Das klingt auf dem Papier wie ein Hingucker. Und gerade für die Erforschung weithin unbekannter Kinematografien eignet sich ein so breit gefächertes Festival wie die Berlinale ganz besonders. Früher gab es dafür im Forum Länderschwerpunkte, die den Bemühungen eines fokussierteren Programms unter Christoph Terhechte zum Opfer fielen. Dennoch ist dieser Ansatz der vorbehaltlosen Neugierde auch 2012 präsent – etwa in der Vorstellung eines verschollenen Kinos: des kambodschanischen aus der Zeit vor der Zerstörung durch die Roten Khmer. Die Erwartungen an Filmfestivals sind widersprüchlich, auch die ein und derselben Person. Selbstverständlich freue auch ich mich auf die Möglichkeit, einen nepalesischen Film zu sehen. weiter 

Ein verheißungsvoller Auftakt

Nach den ersten beiden Wettbewerbsfilmen, Leb wohl, meine Königin! von Benoît Jacquot und Aujourd'hui von Alain Gomis, mag man schnell verleitet sein, eine neue Berlinale-Wettbewerbs-Ära auszurufen. Welch ein Auftakt! Der staubige Daldry außer Konkurrenz, Extrem laut und unglaublich nah, darf getrost übersehen werden. Schwieriger wird es aber schon, wenn man das Kindesmissbrauchs-Drama À moi seule verteidigen will: halb-subtil, halb-komplex, mit reichlich abgestandener Großaufnahmen-Ästhetik, ein letztlich feiger Versuch, ein schwieriges Sujet zu inszenieren, ohne Risiko. Schlicht ein Film ohne Haltung. Den überragenden Einstand in die 62. Berlinale kann uns der schnell vergessene Film dennoch nicht mies machen. Weiter zu unserer Berlinale-Seite mit Kritiken, Trailern und Specials.

Berlinale 2012 - Empfehlungen: Trailer


Berlinale: Filmbeschreibungen

Berlinale 2012 - Wettbewerb: Trailer


Berlinale 2012 - Forum: Trailer


Berlinale 2012 - Forum: Trailer


Berlinale 2012 - Panorama: Trailer


Berlinale 2012 - Generation: Trailer


Berlinale 2012 - Retrospektive: Trailer


Berlinale 2012 - Perspektive Deutsches Kino: Trailer