
Am Anfang sehen wir ein Zitat aus Paul Thomas Andersons Magnolia (1999): „We may be through with the past, but the past ain’t through with us.“ Regisseurin Caroline Kamya ließ sich offensichtlich sehr von Andersons Großformat-Episodenkino beeinflussen: Imani breitet seine Geschichten über die soziale und politische Landschaft ganz Ugandas aus. Drei Hauptplots geben Einblick in unterschiedliche Aspekte des ostafrikanischen Lebens: die Nachbeben des jahrzehntelangen Bürgerkrieges im Norden, das immense Wohlstandsgefälle zwischen Neureichen und ihren Hausangestellten, das allmähliche Aufblühen einer sozial engagierten urbanen Jugendkultur.
Vieles an Imani transportiert die Zerrissenheit afrikanischen Lebens auf effektvolle Weise, auch wenn oft nicht klar ist, ob diese Effekte willentlich oder unabsichtlich produziert werden. Die Adaption der episodischen Struktur nach US-amerikanischem Vorbild beispielsweise will nicht recht aufgehen, die Verknüpfung der Storys wirkt willkürlich, vereinzelte Parallelmontagen zwischen zwei unabhängigen Erzähllinien verwirren eher aufgrund ihrer Beliebigkeit, als dass sie ein Gefühl von Kohärenz hervorrufen. Über den Film verteilte Passagen voller ästhetischer Überformungen wie Zeitraffer oder Jump Cuts deuten weniger auf die eigene Substanz als auf visuelle Konventionen des angelsächsischen Kinos. Weiterlesen/Lire la suite »























