Im Gespräch mit Berlinale im Dialog gibt Roman Paul, Mitgründer der Razor Film Produktion und diesjähriger Präsident der Jury „Dialogue en perspective“, Einblicke in die Tätigkeit eines Filmproduzenten, spricht über Schwierigkeiten junger Regisseure, sich auf dem Filmmarkt zurechtzufinden, und erläutert Unterschiede zwischen den Filmkulturen in Deutschland und Frankreich.
Berlinale im Dialog: Wie kam es dazu, dass du Präsident der Jury „Dialogue en perspective“ geworden bist?
Roman Paul: Ich wurde direkt von Alfred Holighaus gefragt. Wir kennen uns schon sehr lange, er war mal mein Chef bei Senator Film. Ich schätze Alfreds Arbeit sehr, er hat einfach ein gutes Auge für Film und neue Talente. Deshalb werden wir ihn natürlich vermissen in seiner Position, fühlen uns aber auch in guten Händen bei Linda Söffker. Als sein Anruf kam mit dem Angebot, die Jury zu leiten, habe ich mich sehr gefreut und natürlich „ja“ gesagt. Zur Perspektive Deutsches Kino gehe ich selbst gerne als Zuschauer und suche nach neuen Talenten.
2006 hattet ihr mit Razor auch schon einen Film bei der Perspektive …
Ja, den Lebensversicherer von Bülent Akinci. Der hat sogar den „Dialogue en perspective“-Preis gewonnen, was uns natürlich sehr gefreut hat. Im Anschluss ist der Film um die ganze Welt gereist, wurde auch in Moskau ausgezeichnet, war beim AFI Festival in Houston … Das war eine ganz tolle Auswertung.
Linda Söffker, die zukünftige Leiterin der Perspektive, beschrieb uns gegenüber, dass ihre Sektion dem Nachwuchs unter die Arme zu greifen versucht, dass es bei ihnen wie „Kuscheln“ vor dem Eintritt in die harte Branche sei. Hast du das auch so in Erinnerung?
Na ja, es ist und bleibt ein Wettbewerb. So kuschelig kann es also nicht sein. Natürlich werden zum Großteil Erstlingswerke gezeigt, aber auch dort gibt es Konkurrenz. Im Endeffekt geht es darum, dem deutschen Nachwuchs ein Forum auf dem größten Festival des Landes zu eröffnen und die Filme auch einem internationalen Publikum vorzustellen, sie mit der Realität des Filmmarktes und der Kritik in Kontakt zu bringen. Ich freue mich deshalb sehr auf das diesjährige Programm der Perspektive, darauf, neue Regisseurinnen und Regisseure zu entdecken.
Bei Razor habt ihr in der Vergangenheit stärker mit ausländischen Filmemachern zusammengearbeitet. Ihr fahrt also auf viele Festivals weltweit, um neue Talente kennenzulernen? Weiterlesen/Lire la suite »






















