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Mit ‘Panorama’ getaggte Artikel / Textes avec le mot-clef ‘Panorama’


Geschichtskino einmal anders

von/de - 14-2-2011 - Kategorien/Catégories: Deutsch, Filmkritiken / Critiques


Der Teufel höchstpersönlich: Udai Hussein (Dominic Cooper)

The Devil’s Double erzählt die Geschichte von Latif Yahia, Doppelgänger des als Sadisten und Mörder berüchtigten Udai Hussein. Nach Udais Tod trat Yahia an die Öffentlichkeit, war Gast in zahlreichen Talkshows und verfasste ein Buch mit dem werbewirksamen Titel „Ich war Saddams Sohn“. Lee Tamahori (Die letzte Kriegerin, 1994, Next, 2007) hat aus diesem Stoff einen Film gemacht, der sich – wohlwollend ausgedrückt – auf ungewohnte Weise mit dem Irakkrieg auseinandersetzt. Statt sich um Authentizität zu bemühen oder einen emotionalen Zugang zu wählen, hat er ganz einfach einen reißerischen Actionfilm gedreht, der aus einer Aneinanderreihung von Schauwerten besteht. Weiterlesen/Lire la suite »

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Interview mit Céline Sciamma zu „Tomboy“

von/de - 13-2-2011 - Kategorien/Catégories: Deutsch, Français

Céline Sciamma gehört der neuen Generation der jungen französischen Regisseure an. „Meine Begeisterung fürs Kino wurde durch das junge französische Kino der 90er Jahre geweckt, Desplechin, Lvovsky, Rochant … Aber mir gefällt auch die Arbeit von Gus Van Sant und Larry Clark über das Thema der Jugendlichen, und natürlich nicht zu vergessen David Lynch“ erklärte sie im August 2007 in einem Interview für „Cineuropa“. Eine Reportage von Marie Labory

Mehr Informationen zum Video bei unserem Medienpartner arte.

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Open in alle Richtungen – ein Gespräch mit Jake Yuzna

von/de - 18-2-2010 - Kategorien/Catégories: Begegnungen / Rencontres, Deutsch, Live von der Jury / Le jury en direct

Open

Der New Yorker Jake Yuzna feierte mit seinem Erstling Open auf der diesjährigen Berlinale Premiere. Der Film, geprägt von Yuznas Kunstausbildung, erzählt von Transsexuellen und Hermaphroditen in den USA.

Wie würdest du Mann und Frau definieren?

Eigentlich anhand ihrer biologischen Merkmale. Aber im Grunde würde ich sagen … als was immer die Person gerne bezeichnet werden möchte.

Und sexuelle Orientierung?

In den Staaten kannst du nur eine Sache sein. Ich aber, wie viele andere auch, möchte mich nicht mit einer bestimmten sexuellen Orientierung identifizieren. Du solltest open sein für den Weg, auf den dein Herz dich führt. Im Moment jedoch würde ich so antworten: Meine Vergangenheit zeigt, dass ich auf Männer stehe. Weiterlesen/Lire la suite »

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Wärmende Bilder

von/de - 17-2-2010 - Kategorien/Catégories: Deutsch, Filmkritiken / Critiques, Live von der Jury / Le jury en direct

Plein Sud

Fahren, fahren, fahren. Immer weiter, der Sonne entgegen, deren gleißendes Licht durch die Scheibe bricht und den Blick verschwimmen lässt. Geradeaus, nach Süden, alles hinter sich lassen, wie die Landschaft im Rückspiegel. Was weit zurückliegt, lässt Sam nicht los, und statt zu fliehen, muss er fahren, denn ein Brief seiner Mutter liegt im Handschuhfach, und eine Waffe. In seinem alten Ford begleiten ihn Léa und Mathieu, zwei Tramper auf der autoroute du midi. Auch die beiden Geschwister tragen etwas mit sich: Léa die Entscheidung über das Kind in ihrem Bauch und Mathieu seine wachsenden Gefühle für Sam.

Drei junge Helden machen eine Reise in lichtdurchfluteten Bildern von Sonne, Sex und Freiheit, unterlegt mit warmem Gitarrensound. So einfach könnte ein Roadmovie sein, brennend schön und so banal und eintönig wie ein langer Tag am Strand. Mit dem „Feeling“ sonniger Bilder und braungebrannter Körper lässt sich leicht die Leinwand füllen. Sébastien Lifshitz Plein Sud weiß das und tut es gerade deshalb, allerdings mit großer visueller Intelligenz. Weiterlesen/Lire la suite »

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Tomer Heymann : Cinéma gay à la première personne

von/de - 16-2-2010 - Kategorien/Catégories: Filmkritiken / Critiques, Français


La mère de Tomer et Andreas

Nombreux sont les réalisateurs gays qui choisissent de se mettre en scène et d’évoquer dans leurs films des aspects intimes de leur vie. A titre d’exemple, citons Tarnation de Jonathan Caouette et Omelette de Rémi Lange où celui-ci décide dans un journal filmé de dévoiler son homosexualité à sa famille. Il dit ces mots qu’aurait parfaitement pu reprendre à son compte le réalisateur israélien Tomer Heymann : « Il y a quelque chose que je voulais te dire. Mais je ne peux pas le faire sans la caméra ».

Dans I shot my love, l’heure n’est cependant pas au coming out. La difficulté est autre et bien connue des Israéliens : celle de la coexistence, de partager la vie de personnes dont la langue, la culture, la religion, les références sont autres que celles dans lesquelles on a grandi. Mais rien, ou presque qui ne touche dans le film à la grande Histoire, à part une allusion au conflit israélo-palestinien via les nouvelles à la télévision et l’évocation du hurlement des sirènes, que le réalisateur a bien pris soin de désynchroniser de son contenu originel en le plaçant en son off sur des images de son partenaire en train de danser, pour accuser le décalage entre les pratiques guerrières et artistiques. Weiterlesen/Lire la suite »

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David gegen David – Sievekings Meditation über Trug und Schein, Erleuchtung und Sein

von/de - 16-2-2010 - Kategorien/Catégories: Begegnungen / Rencontres, Deutsch, Live von der Jury / Le jury en direct

David Wants to Fly

Als Regisseur David Sieveking seinem Idol David Lynch und dessen Begeisterung für transzendentale Meditation (TM) nachging, schwebte ihm noch nicht vor, wohin die dokumentarische Reise gehen würde.

TM sorgte in den 1960ern in der westlichen Welt für Aufruhr und Begeisterung, als die Beatles unter Obhut des Maharishi Mahesh Yogi eine ganz neue Lebensart entdeckten, die nach Frieden und innerer Stärke strebt. Meditation war die neue Droge, die vor allem John Lennon und George Harrison in ihren Bann zog. Tatsächlich entstand die Hälfte des „White Album“ in Rishikesh. Aus Dankbarkeit und Überzeugung waren die Stars auch gewillt, viel Geld zu spenden.

Und Geld scheint nicht unwichtig zu sein im Bestreben nach einer besseren, friedvolleren Welt: Wenn die Sterne eine schlechte Zukunft voraussagen, soll eine Opferzeremonie in Indien für Rettung sorgen – live über Satellit übertragen. Solche Zeremonien kosten zwischen 2.500 und 1 Mio US-Dollar.

Auch trauen TM-Anhänger der Schulmedizin nicht. Sie sind der festen Überzeugung, dass man selbst für sein schlechtes Karma zuständig ist. So heilen sie ihren Körper und Geist mit ayurvedischen Produkten, die ihren Preis haben. Manchmal kostet es das Leben: Doug Henning, der Meister David Copperfields, starb an Leberkrebs, weil er medizinische Hilfe verweigerte. An seiner Überzeugung: „I’ll really learn to fly“, ging er schließlich zu Grunde. Weiterlesen/Lire la suite »

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Schau! Mich! An!

von/de - 16-2-2010 - Kategorien/Catégories: Deutsch, Filmkritiken / Critiques

Eine recht weit verbreitete filmische Struktur, oftmals anzutreffen in sogenannten „Talking Heads“-Dokumentationen, erinnert frappierend an die Gesprächskonstellation der katholischen Beichte. Der Interviewführer ist nur anwesend als Stimme aus dem Off, versteckt wie hinter einer Trennwand. Die Unsichtbarkeit ist Repräsentation seiner Macht, die Stimme sein Instrument der Beeinflussung.
Sein Gesprächspartner ist dem quasi göttlichen Blick der Kamera ausgesetzt, der, neutral, bohrend, ungerührt, ebenso gut ein einziges wie Tausende von Augen bedeuten kann, der Blick des Großen Anderen. Denn im Kino treten wir Zuschauer an die Stelle der Kamera und blicken dem Menschen, der einst vor ihr stand, direkt ins Gesicht.
Viel wurde über das Verhalten der Menschen vor Kameras geschrieben, über den Zwang zur Pose, der Gestik und Mimik auf einen idealisierten Beobachter hin modifiziert. Gerade weil die Kamera nur eine Maschine ist, kann sie sich jedem beliebigen Menschen als Auge antragen.
Wie erschafft man vor der Kamera Intimität? Wie kann man diesen „sozialen“ Aspekt des Sprechens und Agierens vor der Kamera beschränken? Tamara Trampe und Johann Feindt werden sich diese Frage intensiv gestellt haben, denn in ihrem Film Wiegenlieder wollen sie intime Bekenntnisse von ihren Protagonisten, zur Not mit der emotionalen Brechstange. Kindheitserinnerungen, Ängste, Wünsche sollen zum Ausdruck kommen. Doch während wir immer mehr leiden unter den Blicken, die Trampe und Feindt uns einzunehmen zwingen, erkennen wir, wie man Intimität ganz sicher nicht vermittelt. Oder, denn wir Zuschauer nehmen stets nur Effekte wahr: wie Intimitätseffekte verhindert werden. Weiterlesen/Lire la suite »

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Die Rückseite der Wiedergeburt

von/de - 14-2-2010 - Kategorien/Catégories: Deutsch, Filmkritiken / Critiques

Eine Handvoll schlauer Sätze gibt’s schon zu entdecken bei der Münchner Gruppe Blumentopf, zum Beispiel dieses kleine Zwiegespräch zwischen Schreibmaterial und Texteschreiber: „‚Dann gib mich wenigstens ins Altpapier‘ / murmelte die Seite am Ende meiner letzten Strophe beleidigt / Ich glaube nicht an Reinkarnation / hab ich ihr entgegnet / und sie danach im Ofen beseitigt“. Die Anekdote passt ganz wunderbar zu Lucy Walkers neuem Dokumentarfilm Waste Land.

Ein schematischer Abriss: Mensch lebt, hinterlässt Müll, Müllabfuhr, Deponie, Menschen leben von und auf der Deponie, sortieren Müll, sortierter Müll wird Rohmaterial, Rohmaterial wird wieder Ding, lebend verbraucht der Mensch die Dinge. Die Reinkarnation des Leblosen nennt man Recycling, ihre Umschlagstation ist die Deponie. Weiterlesen/Lire la suite »

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Kosmos – Lebensweisheiten vom Ende der Welt

von/de - 2-2-2010 - Kategorien/Catégories: Deutsch, Filmkritiken / Critiques


Kosmos von Reha Erdem (Türkei 2009) – Panorama

Das Wort „Derwisch“ hat im Deutschen eine schöne Doppelbedeutung. Einerseits sind damit natürlich jene asketischen Mönche des Sufismus gemeint, bekannt vor allem für ihre ungewöhnliche Meditationsform: entrücktes, unablässiges Drehen um die eigene Achse. Andererseits spricht man umgangssprachlich von einem „Derwisch“ als einem unruhigen, fahrigen Menschen, der Chaos anrichtet, wo immer er hinkommt, der nicht still sitzen kann. Die unregelmäßig gewordene, aus der Kontrolle geratene Kreisbewegung gewissermaßen, der Brummkreisel. Zusammengenommen hat man damit eine durchaus schlüssige Zusammenfassung von Kosmos, Reha Erdems neuestem Film. Weiterlesen/Lire la suite »

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