Errances d’une jeune sans-papier (Mamebetty Honore Diallo)
Des rues en pente, une forte pluie et un ciel gris : une vraie nature morte. Et soudain, des oranges viennent animer le tableau, dégringolent les rues à n’en plus finir, rebondissent et roulent dans la même direction, de plus en plus bruyantes. Nous sommes en Tunisie, janvier 2011. Le réalisateur Tony Gatlif rend hommage au marchand de légumes Mohamed Bouazizi qui s’est immolé par le feu un mois auparavant.
La musique prend de l’ampleur et nous projette dans les rues de Paris. La caméra fixe des abris de fortune, les uns après les autres. Impossible de détourner le regard. Mais déjà, le spectateur est emmené place de la Bastille, plongé dans les rassemblements “real democracy”. Le film l’invite à observer la France à travers les yeux de Betty, jeune fille à la rue : il en va des médias français qui ne se lamentent plus que de la crise, des Français moroses et de la dictature des marchés financiers qui l’emporte sur paix et démocratie.
Ici et là, des citations du petit livre “Indignez-vous!” de Stéphane Hessel sont taguées à l’écran. Rien d’étonnant, le film se veut prolongement du bestseller. Weiterlesen/Lire la suite »
In ihrer berührenden Dokumentation „Call Me Kuchu“ zeigen die Regisseurinnen Katherine Fairfax Wright und Malika Zouhali-Worrall das Leben und den Kampf von schwulen und lesbischen Aktivisten und Aktivistinnen in Kampala, der Hauptstadt Ugandas. Die „Kuchus“, wie sie vor Ort genannt werden, kämpfen mutig gegen die Widerstände eines repressiven Systems für ihre Gleichberechtigung.
Der berühmteste dieser Aktivisten, David Kato, wurde im Januar 2011 ermordet. Knapp ein Jahr nach seinem Tod feiert „Call Me Kuchu“ am 11. Februar auf der Berlinale Weltpremiere. Cafebabel Berlin hatte Gelegenheit, die beiden Regisseurinnen per E-Mail zu interviewen, bevor sie in den Flieger in die deutsche Hauptstadt stiegen. Weiterlesen/Lire la suite »
Empört Euch!, das Essay von Stéphane Hessel, ist nicht nur ein großer literarischer Erfolg, sein Titel wurde auch zum europaweiten Aufschrei gegen die Krise. Auch Tony Gatlif hat ihn sich zu eigen gemacht, als Titel für seinen Film Indignados, der auf der Berlinale in der Sektion Panorama zu sehen ist. Eindrücke von der Pressekonferenz Hessel/Gatlif, zwei Männer großer Leidenschaft.
Es beginnt alles ganz harmlos. Die burschikose Laure zieht mit ihrer Familie in eine neue Stadt. Sie kennt noch niemanden, hat aber, ihren Blicken nach zu urteilen, mehr Lust, mit den Jungs zu spielen als mit den Mädchen. Dann trifft sie auf Lisa, die sie für einen Jungen hält. Statt das Missverständnis aufzuklären, lässt Laure sich auf das Spiel ein, gibt sich als Mikael aus und wird schnell in die Gruppe aufgenommen. Doch langsam neigen sich die Sommerferien dem Ende zu, und Lisa wundert sich schon, warum Mikaels Name nicht auf der Klassenliste steht.
Regisseurin Céline Sciamma gelang 2007 mit Water Lilies (Naissance de pieuvres, 2007) ein sensibler Debütfilm über die schmerzhafte Erfahrung unerwiderter Liebe. Damals konzentrierte sie sich ganz auf ihre jugendlichen Protagonisten und blendete die Welt der Erwachsenen komplett aus. Auch in Tomboy sind die Kinder der konstante Bezugspunkt des Films. Mit einer Kamera, die immer nah dran ist an den Figuren, werden sie beim Fußballspielen beobachtet, beim Balgen oder wie sie darüber kichern, ob jemand schon mal sein eigenes Pipi probiert hat. Diese kindliche Perspektive behält Sciamma diesmal allerdings nicht durchgehend bei. An einigen Stellen werden die Eltern aus einer dramaturgischen Notwendigkeit heraus mit einbezogen. Dabei ist das harmonische Verhältnis zwischen Laure und ihren Eltern, aber auch der kleinen Schwester auffällig. Man scheut sich nicht, körperlich Zärtlichkeiten miteinander auszutauschen, und kuschelt in verschiedenen Konstellationen. Weiterlesen/Lire la suite »
Schwere Kost mit Lo Roim Alaich der israelischen Regisseurin Michal Aviad
Am Anfang ist es ein Zufall, der zwei Frauen eint, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber ein gemeinsames Schicksal teilen: TV-Journalistin Nira (Evgenia Dodina) erkennt bei einem Dreh im militärischen Sperrgebiet in Israel Polit-Aktivistin Lily (Ronit Elkabetz) die Frau, die einst neben ihr bei einer polizeilichen Gegenüberstellung ihren gemeinsamen Vergewaltiger identifizierte. Dreißig Jahre ist das nun her und beide Frauen scheinen das schreckliche Erlebnis in der Vergangenheit abgeheftet zu haben. Ausgehend von diesem Initialmoment zeigt Lo Roim Alaich von Michail Aviad Stück für Stück auf, wie das Trauma Vergewaltigung nicht nur die Leben zweier Frauen, sondern auch die der sie umgebenden Personen für immer verändert hat.
Nira will alles mit ihrem journalistischen Auge begreifen. Sie beginnt zu recherchieren, trägt Fakten zusammen, sammelt Aussagen anderer Opfer, sieht Gerichtsakten ein und liest alte Zeitungsberichte. Direkte Konfrontation, sozusagen Schocktherapie und Flucht nach vorn, um das ihr Angetane durch Versachlichung irgendwie fassbar zu machen. Erst nach und nach zeigt sich, dass die Tat, die doch so lange zurückliegt, immer noch ihr alltägliches Leben beeinflusst. Das geschieht in kleinen, subtilen Hinweisen: wenn Nira die Straßenseite wechselt, sobald sie auf einsamer Straße Schritte hinter sich hört, wenn sie erzählt, wie Sex für sie niemals ein normaler Akt sein wird und wie sie versucht, ihre kleine Tochter vor allen Unbillen dieses Lebens zu beschützen. Weiterlesen/Lire la suite »
Same same but different: Genesis P-Orridge und Lady Jaye
In der Biografie des Musikers und Künstlers Genesis Breyer P-Orridge steckt reichlich Potenzial für einen spannenden Dokumentarfilm: In den 1970er und 1980er Jahren sorgte er in England mit der radikalen Performance-Gruppe COUM Transmissions für Aufruhr, war Mitbegründer der für elektronische Tanzmusik wegweisenden Industrial-Band Throbbing Gristle, kollaborierte mit Künstlern wie dem Schriftsteller William S. Burroughs und gründete die sektenähnliche Vereinigung Thee Temple ov Psychick Youth.
In der jüngeren Vergangenheit ließ er gemeinsam mit seiner neuen Frau Lady Jaye bis zu ihrem überraschendem Tod vor drei Jahren die Grenzen zwischen Leben und Kunst verwischen und schuf den Albtraum eines jeden Individualisten. Um seiner Liebe Ausdruck zu verleihen, glich sich das Paar mithilfe kosmetischer Veränderungen und chirurgischer Eingriffen äußerlich aneinander an, was vor allem bei P-Orridge sichtbar wurde: Er blondierte sich die Haare, ließ sich Brustimplantate einsetzen und trug überwiegend Frauenkleider. Weiterlesen/Lire la suite »
Vor jeder Berlinale gibt es Filme, die schon vor dem Festival von sich reden machen. Dieses Jahr ist es die Dokumentation über Michail Chodorkoswki, einem der reichsten russischen Oligarchen, der 2003 in Russland verhaftet wurde, weil er sich gegen Wladimir Putin gestellt hatte. Der deutsche Regisseur (mit russischen Vorfahren) Cyril Tuschi zeichnet in seinem Film ein komplexes Bild des aktuellen russischen Regimes.
Der Teufel höchstpersönlich: Udai Hussein (Dominic Cooper)
The Devil’s Double erzählt die Geschichte von Latif Yahia, Doppelgänger des als Sadisten und Mörder berüchtigten Udai Hussein. Nach Udais Tod trat Yahia an die Öffentlichkeit, war Gast in zahlreichen Talkshows und verfasste ein Buch mit dem werbewirksamen Titel „Ich war Saddams Sohn“. Lee Tamahori (Die letzte Kriegerin, 1994, Next, 2007) hat aus diesem Stoff einen Film gemacht, der sich – wohlwollend ausgedrückt – auf ungewohnte Weise mit dem Irakkrieg auseinandersetzt. Statt sich um Authentizität zu bemühen oder einen emotionalen Zugang zu wählen, hat er ganz einfach einen reißerischen Actionfilm gedreht, der aus einer Aneinanderreihung von Schauwerten besteht. Weiterlesen/Lire la suite »
Céline Sciamma gehört der neuen Generation der jungen französischen Regisseure an. „Meine Begeisterung fürs Kino wurde durch das junge französische Kino der 90er Jahre geweckt, Desplechin, Lvovsky, Rochant … Aber mir gefällt auch die Arbeit von Gus Van Sant und Larry Clark über das Thema der Jugendlichen, und natürlich nicht zu vergessen David Lynch“ erklärte sie im August 2007 in einem Interview für „Cineuropa“. Eine Reportage von Marie Labory
Der New Yorker Jake Yuzna feierte mit seinem Erstling Open auf der diesjährigen Berlinale Premiere. Der Film, geprägt von Yuznas Kunstausbildung, erzählt von Transsexuellen und Hermaphroditen in den USA.
Wie würdest du Mann und Frau definieren?
Eigentlich anhand ihrer biologischen Merkmale. Aber im Grunde würde ich sagen … als was immer die Person gerne bezeichnet werden möchte.
Und sexuelle Orientierung?
In den Staaten kannst du nur eine Sache sein. Ich aber, wie viele andere auch, möchte mich nicht mit einer bestimmten sexuellen Orientierung identifizieren. Du solltest open sein für den Weg, auf den dein Herz dich führt. Im Moment jedoch würde ich so antworten: Meine Vergangenheit zeigt, dass ich auf Männer stehe. Weiterlesen/Lire la suite »
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