Das philippinische Elend, wie es der Westen gerne sieht
Es ist Morgen in den Slums von Manila. Eine Mutter bereitet für ihre Kinder ein spärliches Frühstück zu. Anschließend wäscht sie ihre Tochter und zieht sie hübsch an. Ein Voice-over liest dazu Regieanweisungen und legt den Schluss nahe, dass es sich hier um einen Film-im-Film handelt. Dessen Handlung ist recht einfach: Die Mutter, die Mila heißt, leidet derart unter Armut, dass sie ihre Tochter an einen pädophilen Westler verkaufen muss.
Der philippinische Regisseur Marlon Rivera hat mit seinem Spielfilmdebüt The Woman in the Septic Tank eine bitterböse Satire auf das Filmbusiness gedreht, die auch nicht mit Seitenhieben auf die Szene in seinem Heimatland geizt. Allein die Eröffnungsszene ist mit ihren dokumentarisch wirkenden Handkamerabildern und dem zurückgenommenen Spiel deutlich von der Ästhetik Brillante Mendozas inspiriert, die Story wirkt wie eine überspitzte Variante seines Films Foster Child (2007). Weiterlesen/Lire la suite »
« Nouveau départ pour les documentaires à vocation critique envers la société ? » Tel était le sujet que la jeune fille a défendu pour obtenir son diplôme en sciences de la communication. Depuis, elle est pigiste pour la radio publique allemande (WDR) mais s’engage également pour la défense des droits de l’homme en soutenant Amnesty International.
Philipp Wolf, 24 ans, Siegen
D’origine germano-catalane, il possède de multiples compétences en langues vivantes européennes. Avant d’entamer des études de littérature, culture et médias, il est parti près d’un an à New-Delhi mettre ses connaissances à profit et dispenser des cours à des enfants. Côté cinéma, il est, entre autres, un fervent admirateur des Studios Ghibli et plus particulièrement du réalisateur japonais Hayao Miyasaki.
„Neue Chancen für den gesellschaftskritischen Dokumentarfilm“ lautete das Thema von Franziskas Magisterarbeit im Fach Kommunikationswissenschaften. Seit dem Ende ihres Studiums arbeitet die junge Deutsche als freie Journalistin für den WDR. Nebenher engagiert sie sich ehrenamtlich bei Amnesty International.
Philipp Wolf, 24 Jahre, Siegen
Durch seine deutsch-katalanische Herkunft hat Philipp Kenntnisse zahlreicher europäischer Sprachen. Bevor der junge Deutsch-Spanier sein Studium der Literatur, Kultur und Medien in Siegen begann, absolvierte er seinen Zivildienst in Indien in einem Kinderheim. Was Filme angeht, ist er ein großer Fan des japanischen Regisseurs Hayao Miyasaki.
Keine Überraschung, aber ein verdienter Gewinner: Nader and Simin, A Seperation
Die Bären sind vergeben, und die Internationale Jury unter dem Vorsitz von Isabella Rossellini hat überwiegend die Höhepunkte in einem insgesamt äußerst schwachen Wettbewerb prämiert. Der Goldene Bär ging wenig überraschend, aber durchaus verdient an den iranischen Beitrag Nadir and Simin, A Seperation, in dem Regisseur Asghar Farhadi minutiös zeigt, wie ein scheinbar harmloser Zwischenfall das Leben zweier Familien zu zerstören droht. Zudem gingen beide Darstellerpreise an das vollständige Schauspielensemble des Films.
Den Großen Preis der Jury bekam Béla Tarr für seinen vermutlich letzten Film The Turin Horse. Der Regisseur erzählt eine archaische, in einer endzeitlichen Naturlandschaft angesiedelte Geschichte um einen alten Mann, seine Tochter und ein Pferd und bedient sich dabei einer stark repetetiven Struktur. Mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie wurde Ulrich Köhler mit seinem Film Schlafkrankheit ausgezeichnet. Die Geschichte um einen deutschen Arzt in Kamerun besticht dabei vor allem durch ihre traumwandlerische Inszenierung.
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