„Zukunft Kino – The End of the Reel World“ - Thementag in der Berliner Akademie der Künste

Zukunft Kino

Unter dem Titel „Zukunft Kino – The End of the Reel World“ diskutieren Filmexperten am Freitag in der Berliner Akademie der Künste (Hanseatenweg 10) über die Kinematografie im Zeitalter der Digitalisierung. Hinter eben jener Veränderung der Produktion filmischer Bilder, so argwöhnen die Pessimisten unter den Cineasten, könnte das Ende des „Reel“ (dt. Filmrolle) lauern.

Um 14 Uhr befassen sich daher Gundolf S. Freyermuth, Karin Wehn und Martin Ganteföhr mit der Diversifizierung filmischer Techniken durch Medienüberschneidungen. In den Kurzvorträgen der drei Teilnehmer geht es vor allem um die Vermischung von Film- und Computerspiel-Technologie, aber auch um den Einfluss neuartiger Produktionsweisen auf den Film. Gerade Video-Portale und -Blogs dienen als günstiger Ersatz für die aufwändigere Film-Produktion, verändern aber deren Strukturen und die Sehgewohnheiten der Zuschauer. Welche Folgen, Chancen und Gefahren damit verbunden sind, soll die Podiumsdiskussion „Der polymorphe Film“ unter der Leitung von Daniela Kloock erläutern.

Anschließend führen ab 16 Uhr Filmwissenschaftler Georg Seeßlen und Journalist Markus Metz einen multimedialen Dialog über „Die Kinematografisierung der Wirklichkeit“. Hinter diesem etwas kryptischen Namen verbirgt sich eine Präsentation, die in ihrer Mischung aus Referat, Filmeinspielungen und Musikstücken eher Performance als Vortrag sein dürfte. Inhaltlich geht es dabei um die Frage, inwiefern die Bilder des Kinos schon längst aus dem Saal in unsere Köpfe verschoben worden sind und so unser reales Dasein zum quasi-filmischen Erlebnis machen.

Um 18 Uhr wird der Film Comrades in Dreams – Leinwandfieber gezeigt, in dem vier Cineasten mit ganz unterschiedlichen Hintergründen über ihre Liebe zum Film berichten. Da ist eine Nordkoreanerin, die trotz des hauptsächlich propagandistischen Programms in ihrem fast völlig abgeschotteten Heimatland eine innige Verbindung zum Film aufrecht erhält. Ebenso ergeht es den Protagonisten aus dem verarmten Burkina Faso, im dem das Kino eine Fluchtmöglichkeit aus dem Elend des Alltags darstellt. Weiterhin werden ein Wanderkino-Betreiber aus Indien und ein filmbegeisterter Rentner aus dem hinterwäldlerischen Wyoming, USA portraitiert.

Abschließend wird der Faden aus dem „multimedialen Dialog“ wieder aufgenommen, wenn Matthias Elwardt, Torsten Frehse, Thomas Peter Friedl und Uli Gaulke mit Christiane Peitz vom „Tagesspiegel“ die These „Der Film verlässt das Kino“ diskutieren. Wie, so wird hier gefragt werden, kann sich die altehrwürdige Institution Kino gegenüber dem bequemeren Home Cinema, den kostengünstigeren Tauschbörsen und dem handlichen iPod-Format behaupten?


Weitere Informationen zum Thementag „Zukunft Kino – The End of the Reel World“ finden Sie auf der Website der Akademie der Künste.

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