Werkschau Albert Serra

Die Schönheit des Alltäglichen. Vom 5. bis zum 12. September präsentiert das Berliner Arsenal das ästhetisch wagemutige Werk von Albert Serra. 

Der Gesang der Voegel Teaser

Der Spanier Albert Serra treibt dem Mythos das Mythische ordentlich aus. In seinem Film Der Gesang der Vögel (El cants dels ocells, 2008) lässt er etwa die heiligen drei Könige durch eine scheinbar endlose Berglandschaft wandern. Den mit Bedeutung aufgeladenen Figuren begegnet er dabei zugleich interessiert und respektlos. Er verwirft ihre hinlänglich bekannte Geschichte nicht ganz, skelettiert und entschleunigt sie aber. Gerade die Momente mit dem größten dramatischen Potenzial tauscht er gegen entspannte Improvisationen aus, in denen sich die Schönheit des Alltäglichen entfaltet. Wenn sich die schwerfällig bewegenden Könige nicht gerade stumm in einer sie ständig dominierenden Natur verlieren, müssen sie sich mit weltlichen Problemen auseinandersetzen, etwa damit, dass Kieselsteine im Fuß pieksen oder sich keine gemütliche Schlafposition finden lässt. Von religiöser Erhabenheit will Serra auch dann nichts wissen, als die Wanderer auf Maria, Josef und das Jesuskind treffen. So traumwandlerisch Serras Filme teilweise wirken, den großen Geschichten des Abendlandes widmet er sich auf herausfordernd bodenständige Weise, und zwar egal, ob es sich dabei um biblische Figuren handelt oder um literarische wie Don Quixote, Casanova oder Dracula.

Das Berliner Arsenal zeigt vom 5. bis 12. September die meisten von Serras Filmen, unter anderem auch seinen neuesten, den letztjährigen Locarno-Preisträger Story of My Death, den Lukas Stern vorab für uns besprochen hat. Am 7. September wird es außerdem ein Werkstattgespräch zwischen dem Regisseur und Nicolas Wackerbarth (Halbschatten) geben.

Das gesamte Programm gibt es hier

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