Unknown Pleasures #4

Martha Marcy May Marlene

Zum vierten Mal findet vom 1. bis 15. Januar im Berliner Kino Babylon das American Independent Film Fest statt, das in Anlehnung an das Debütalbum der britischen Post-Punk-Band Joy Division benannt ist: Unknown Pleasures. Unbekannte oder zumindest weniger bekannte Freuden von gestern und heute sind es dann auch, die der ehemalige critic.de-Autor Hannes Brühwiler in seiner Filmreihe vorstellt.

Zur Eröffnung gibt es Frederick Wisemans vorletzten, sehr schönen Film Boxing Gym zu sehen, in dem ein Boxstudio als Querschnitt der amerikanischen Gesellschaft inszeniert wird. Auch ansonsten werden zahlreiche Filme gezeigt, die zuvor auf den großen Festivals gelaufen sind. So ist endlich einmal Aaron Katzs großartiger Mumblecore-Genre-Bastard Cold Weather in Berlin zu sehen. Der ist ebenso wie die ersten beiden Episoden von Todd Haynes detailverliebter Melodramen-Miniserie Mildred Pierce und Lee Anne Schmitts letztem Essay-Film The Last Buffalo Hunt sehr ans Herz zu legen. Des Weiteren laufen der nostalgische Arthouse-Thriller Martha Marcy May Marlene, Monte Hellmans Road to Nowhere und Putty Hill, zu dem auch Regisseur Matthew Porterfield anwesend sein wird.

Wie im letzten Jahr gibt es auch eine kleine Mini-Retro, die diesmal die aktuellen dokumentarischen Porträts von Martin Scorsese präsentiert. Neben Public Speaking über die New Yorker Schriftstellerin Fran Lebowitz und A Letter to Elia über Regisseur Elia Kazan gibt es auch den fast vierstündigen George Harrison: Living in the Material World zu sehen, der sich dem weniger bekannten Ex-Beatle widmet. Als Special zeigt Unknown Pleasures außerdem eine neu restaurierte Fassung von Nicholas Rays We can't go home again. Dabei handelt es sich um einen experimentellen Low-Budget-Film, den der hauptsächlich für seine Hollywood-Melodramen im Breitwandformat bekannte Regisseur mit seinen damaligen Studenten drehte. Als Ergänzung dazu befindet sich mit Don't expect too much noch ein dokumentarisches Porträt von Ray im Programm. Gedreht wurde der Film von Rays Witwe Susan, die ihren Film auch in Berlin vorstellen wird.

Das komplette Programm gibt es hier.

Kommentare zu „Unknown Pleasures #4“

Es gibt bisher noch keine Kommentare.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.