San Francisco International Film Festival 2008

San Francisco Poster

Im Epizentrum der Hippie-Bewegung gibt es kein Gegeneinander, sondern nur ein fröhliches Miteinander. Vielleicht ist es also kein Zufall, wenn das San Francisco International Film Festival 2008 (24.4.-8.5) gänzlich auf einen Wettbewerb verzichtet. Stattdessen ist in Nordkalifornien eine große Bandbreite aktuellen Filmschaffens zu entdecken. Neben einer Vielzahl von Independent-Filmen aus aller Welt werden auf dem seit 1957 bestehenden Festival auch „Midnight Movies“, Debüt-Filme und experimentelle Werke geboten.

Eröffnet wird das Festival mit The Last Mistress – dem neuen Film der wegen ihrer expliziten Sex-Szenen umstrittenen Französin Catherine Breillat. Auch ihr mittlerweile 87-jähriger Landsmann, die Regie-Koryphäe Eric Rohmer, stellt einen neuen Film vor – eine mythenhafte Romanze namens The Romance of Astrea and Celadon. Bård Breiens schwarzhumorige Groteske The Art of Negative Thinking klingt ebenso viel versprechend.

Des Weiteren laufen zahlreiche typische „Festivalfilme“, die in der Regel in Deutschland über den Festivalkreis hinaus nur wenige Programmkinos erreichen. Das US-Familiendrama Ballast, Guy Maddins surreale Hommage an seine Heimatstadt My Winnipeg und der futuristische Science-Fiction-Film Sleep Dealer waren allesamt auf der diesjährigen Berlinale zu sehen.

Unweit des gefürchteten, mittlerweile aber stillgelegten Hochsicherheitsgefängnisses Alcatraz findet dank Standard Operating Procedure auch eine Beschäftigung mit den Zuständen von Abu Ghraib statt, wo amerikanische Soldaten irakische Gefangene demütigten und folterten.
Freunde des asiatischen Kinos dürfen sich unter anderem auf Jia Zhang-Kes Still Life und Peter Chans für die „Asian Film Awards“ nominiertes Werk The Warlords freuen.

88 Jahre nach seiner Entstehung tritt Paul Wegeners Klassiker des Deutschen Expressionismus Der Golem, wie er in die Welt kam (1920) noch einmal ins Scheinwerferlicht, da der Sänger und Gitarrist der Punk-Band „Pixies“, Black Francis, einen neuen Soundtrack komponiert hat und ihn in San Francisco live vorstellen wird.
Der britische Regisseur Mike Leigh (All or Nothing, 2002; Vera Drake, 2004) wird während der Festspiele für sein Lebenswerk geehrt.

Kommentare zu „San Francisco International Film Festival 2008“

Es gibt bisher noch keine Kommentare.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.