Ruhestörung – Leinwand in Revolte

Bis heute beschäftigen die Ereignisse rund um die Studentenbewegung von vor vierzig Jahren die Menschen, die Politik und die Kunst. Die Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) blickt jetzt in Berlin mit der Filmreihe „Ruhestörung – Leinwand in Revolte“ auf jene Epoche um den Mai '68 zurück.

Die Filmreihe im Berliner „Amerika-Haus“ (24.-27. April und 1.-4. Mai) ist Teil des Rahmenprogramms zur seit Januar laufenden Ausstellung „’68 – Brennpunkt Berlin“. Neben bekannten Werken der Filmgeschichte werden auch Dokumentationen und Experimentalfilme der 68er-Zeit präsentiert.
So wird Godards Kommunen-Drama Die Chinesin vom Vorfilm Resist with Noam Chomsky begleitet, in dem es um den bis heute in der Linken als Koryphäe geltenden Linguistik-Professor vom Massachusetts Institute of Technology geht. Legendäre Satiren wie der Cannes-Sieger von 1970 M*A*S*H oder Jacques Tatis Playtime stehen dem Horrorklassiker Die Nacht der lebenden Toten gegenüber, der oftmals als metaphorische Widerspiegelung der Zeitgeschichte gelesen wurde.
Klaus Lemke vollzieht mit dem Film Brandstifter die Geburt der RAF aus den Ereignissen um 1968 nach, und Egon Günther portraitiert in Abschied die Kindheit des Poeten und DDR-Kulturministers Johannes R. Becher, der erst gegen den Faschismus kämpfte und dann den Totalitarismus im Osten stützte.
Zum Abschluss philosophiert der beliebte Radiomoderator Jürgen Kuttner über seine „’68er Videoschnipsel“.

Dass gesellschaftliche Veränderungen sich auch in den Themen künstlerischer Werke niederschlagen, ist offensichtlich. Doch in den Filmen der 68er-Zeit wird auch eine ästhetische Verschiebung offenkundig. Neuartige, zuvor höchstens im Experimentalfilm erprobte Stilformen erreichen den narrativen Film und unterstützen die Kritik an herrschenden sozialen und künstlerischen Normen. Verschiedene Filmgespräche – unter anderem mit den Regisseuren Dominik Graf und Peter Whitehead, dem Kurator der Filmreihe Ralph Eue und dem BPB-Präsidenten Thomas Krüger – reflektieren sowohl die historischen Ereignisse als auch die Transformationen der Filmsprache zur Zeit der 68er.

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