Oscar-Prognosen und Kritikerpreise

Ab Dezember steigt die Spannung im cineastischen Amerika. Die Kritikerpreise der Ost- und Westküste werden verliehen und die Golden Globe-Nominierungen bekannt gegeben. Damit erreichen die Spekulationen um den Oscar einen ersten Höhepunkt. Allerdings gelten die Auszeichnungen der Kritiker nicht unbedingt als wegweisend für die American Academy, die am 24. Februar ihre Gewinner verkünden wird.
Traditionell beginnt die Vereinigung der Kritiker des National Board of Review mit ihrem Preissegen. Ihr Favorit in diesem Jahr ist der Western-Thriller No Country for Old Men. Schon auf dem Festival in Cannes wurde der Film der Coen-Brüder als neues Meisterwerk gefeiert. Der Western-Thriller um eine erbarmungslose Menschenjagd in Texas ist mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem und Woody Harrelson prominent besetzt und startet bei uns leider erst im April. Auch andere Oscar-Kandidaten haben sich abgezeichnet und werden bei uns erst im neuen Jahr anlaufen: Into the Wild von Sean Penn über einen Aussteiger und dessen Traum vom Leben in absoluter Freiheit dürfte weitere Preis-Chancen haben. Auch Tim Burton wurde als Bester Regisseur für sein Musical-Thriller Sweeney Todd um einen dämonischen Barbier ausgezeichnet.
Der New York Film Critics Circle zeichnete ebenfalls No Country for Old Men als Besten Film des Jahres aus. Nur die Kritiker von der Westküste sehen das etwas anders. Die Los Angeles Film Critics Association favorisiert den amerikanischen Epos There Will Be Blood von Paul Thomas Anderson. Erzählt wird vom sagenhaften Aufstieg eines erfolglosen Silberminenbesitzers zum US-Ölmagnaten am Beginn des 20. Jahrhunderts. Er lebt zwar den amerikanischen Traum, allerdings mit vielen moralischen Abgründen. Der sich auf der Leinwand rar machende Daniel Day-Lewis übernahm in dem Gründermythos-Film die Hauptrolle. Noch mal anders entschied der San Francisco Film Critics Circle. Hier erhielt Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford die Ehrung für den Besten Film.
Mittlerweile spielt auch die Web-Gemeinde bei den Oscar-Prognosen eine gewichtige Rolle. Bereits kurz nach der Oscar-Verleihung tätigen diverse Websites erste Prognosen, wer im kommenden Jahr für die kleine Statur in Betracht kommt. Mittlerweile ist dies in Amerika ein lukratives Geschäft für Betreiber der kleinen Angebote, denn Millionen von Usern wollen wissen, welche Filme im Rennen die größten Chancen haben ... und das schon ab April. Auf Websites wie The Film Experience und Awardsdaily werden Prognose-Charts veröffentlicht. Hier steht jeweils No Country for Old Men auf Platz 1. Auch Abbitte und Michael Clayton haben nach Meinung der Web-Community Chancen auf den Oscar.
Seite druckenFoto: Paramount



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