Oktober

Kalendarium - Oktober

Der Oktober ist auch in diesem Jahr wieder ein prall gefüllter Monat für Festivalgänger. Knapp eine Woche nach dem bereits Ende September eröffneten Filmfest Hamburg, das noch bis Donnerstag läuft, startet am 10. Oktober das 56. Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg. Eröffnet wird es mit dem Film Nadine von Erik de Bruyn, der zugleich den Auftakt des diesjährigen Wettbewerbsprogramms, das 17 Filme aus 17 Ländern umfasst, bildet. In einer Werkschau widmet sich das Filmfest aus Anlass des Todes von Ingmar Bergmann besonders dem „Prinzip Autorenfilm“ und zeigt eine kleine Auswahl an Filmen des Regisseurs. Neben Die Zauberflöte (1974) und Wilde Erdbeeren (1957) stehen Fanny und Alexander (1982), Szenen einer Ehe (1973) und der ihm gewidmete Dokumentarfilm Ingmar Bergman - Über Leben und Arbeit (1998) auf dem Programm des Newcomer-Festivals. In diesem Jahr wird erstmals der „Filmkunstpreis für Fernsehen“ an sechs ausgewählte TV-Produktionen verliehen, die in den vergangenen zwölf Monaten über die Mattscheibe liefen. Die Auszeichnungen gehen an den verantwortlichen Redakteur des Films und den Regisseur. Darunter vertreten sind etwa Caroline von Seden und Dominik Graf mit Eine Stadt wird erpresst. Das Festival läuft bis zum 21. Oktober.

Das Hollywood Film Festival vom 17. bis 22. Oktober in Los Angeles gilt als Indikator für Filme mit Oscarchancen. In den letzten vier Jahren wurden insgesamt 54 Oscar-Nominierungen und 12 Oscars an Filme vergeben, die beim Filmfest nominiert und ausgezeichnet wurden. Etwa mit dem Hollywood World Award, der am 22. Oktober im Rahmen des Festivals verliehen wird. Das Festival umfasst eine große Programmspanne von Dokumentationen über Kinderfilme und Musikvideos, Horror- und Kurzfilme bis hin zu internationalen Filmbeiträgen.

Auch beim 51. Times bfi London Filmfestival, das vom 17. Oktober bis 1. November in England stattfindet, erwartet Filmfreunde ein vielseitiges Programm. Neben der Reihe „New British Cinema“ werden im Rahmen der „Gala & special screenings“ viele internationale Filme über die Leinwand laufen, wie etwa Todd Haynes’ Bob Dylan-Biografie I’m not there oder 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage (4 luni, 3 saptamani 2 zile, 2007) von dem Rumänen Cristian Mungiu.

Zum zweiten Mal geht dieses Jahr das Rome Film Fest (18. – 27. Oktober 2007) an den Start, das anstrebt mit dem wichtigsten Filmfestival Italiens in Venedig zu konkurrieren. Eröffnet wird es von Shekhar Kapurs Elizabeth: The Golden Age. Die Rolle der englischen Monarchin spielt Cate Blanchett, die sich für Rom angekündigt hat. Auch andere Hollywood-Größen haben ihr Kommen zugesagt: Francis Ford Coppola etwa präsentiert erstmals nach zehn Jahren wieder einen neuen Film – Youth without Youth. Die Hauptrollen spielen Tim Roth, Bruno Ganz und Alexandra Maria Lara. Eine weitere Deutsche wird im offiziellen Programm des Festivals ihr Regiedebüt feiern: Maria Schrader zeigt ihren Erstling Liebesleben nach einem Roman von Zeruya Shalev. In Zusammenarbeit mit dem Festival organisiert die deutsche Exportunion German Films vom 21. bis 24. Oktober die „German Days“, im Rahmen derer fünf aktuelle deutsche Filme gezeigt werden, die gerade bei internationalen Festivals ihre Weltpremiere feierten, darunter Der rote Elvis (Leopold Grün), Die Anruferin (Felix Randau) und Free Rainer (Hans Weingartner). Ein Höhepunkt des Festivals soll die Vorführung von Patti Smith: Dream of Life von Regie-Debütant Steven Sebring sein. Die 60 Jahre alte Musikerin wird ebenfalls in Rom erwartet.

Einen Tag später, am 19. Oktober geht in Wien die Viennale, Österreichs größtes Filmereignis, in ihre 45. Runde. Das österreichische Filmfest präsentiert jährlich in der zweiten Oktoberhälfte neue filmische Arbeiten aus aller Welt und feiert nationale wie internationale Premieren. Neben aktuellen Spielfilmproduktionen wie Sonja Heiss’ Hotel Very Welcome und Gus van Sants Paranoid Park werden auch wieder Dokumentarflme, Kurzfime und experimentelle Filmkost aus dem Crossover-Bereich gezeigt - 300 Filme in zwölf Tagen. In diesem Jahr sei, so Festivaldirektor Hans Hurch, das Programm sehr „Frauenlastig“. Als Ehrengast wird die Schauspielerin und politische Aktivistin Jane Fonda erwartet. Im Verlauf der Viennale werden der Fipresci-Preis der Internationalen Vereinigung der Filmkritiker vergeben sowie der hochdotierte Wiener Filmpreis und der Preis der Leserjury der Tageszeitung Der Standard. Das vollständige Filmprogramm wird am 3. Oktober bekannt gegeben.

Vom 20. bis 28. Oktober öffnet zum 20. Mal das Tokyo International Film Festival seine Pforten. Eröffnet wird es mit Midnight Eagle (Middonaito Îguru) von Izuru Narushima. Auch in diesem Jahr werden über 300 Filme im Wettbewerb, in Special Screenings für populäre, in Japan noch nicht gezeigte Unterhaltungsfilme und verschiedenen Filmreihen präsentiert. „Winds of Asia“ widmet sich asiatischen Filmen, während in der Reihe „Japanese Eyes“ neue heimische Produktionen gezeigt werden. In der Rubrik „World Cinema“, die in diesem Jahr neu eingeführt wird, werden vor allem Filme aus Europa und Amerika gezeigt.

Vom 23. bis 28. Oktober finden die 41. Internationalen Hofer Filmtage in Bayern statt. Welche Filme dort unter anderem um den „Förderpreis Deutscher Film“ und den „Eastman Förderpreis für Nachwuchstalente“ kämpfen, ist noch unbekannt, da das Programm wie auch in den letzten Jahren erst kurz vor Beginn preisgegeben wird.

Das Semana Internacional de Cine Valladolid läuft vom 26. Oktober bis zum 3. November. Nach San Sebastian ist das Festival in Kastilien-Léon das zweitgrößte internationale Filmfest Spaniens. Das Festival bietet jedes Jahr aktuelle Filme, die es unter anderem mit dem Golden Spike und dem Silver Spike auszeichnet. Weitere Informationen werden in Kürze auf der Homepage des Festivals veröffentlicht.

Den Abschluss des Festivalmonats Oktober bildet schließlich das 50. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (29. Oktober bis 4. November). In einer umfangreichen Retrospektive werden bei der Jubiläumsausgabe des Festivals die wichtigsten deutschen und internationalen Dokumentarfilme aus fünf Jahrzehnten gezeigt. Neben den bisherigen drei Wettbewerbssektionen „Internationaler Dokumentarfilm“, „Internationaler Animationsfilm“ und „Deutscher Dokumentarfilm“ wird in diesem Jahr auch ein internationaler Nachwuchswettbewerb für junge Dokumentarfilmer, der „Generation DOK“, eingeführt.

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