Lachende Erben

Das Berliner Zeughauskino widmet sich mit einer mehrteiligen Retrospektive der deutschen Komödie. Zum Auftakt werden Lustspiele gezeigt, die zwischen den Jahren 1930 und 1933 entstanden sind.

Das  Lied einer Nacht

In der Serie South Park gibt es eine Folge, in der Deutschland den Preis für das unwitzigste Land der Welt gewinnt. Daraufhin lassen Angela Merkel und Christian Wulff einen Roboter entwerfen, der so gut Witze erzählt, dass sämtliche amerikanische Komiker arbeitslos werden. Diese satirische Dystopie zeigt sehr anschaulich, wie die Deutschen im Ausland wahrgenommen werden: einerseits als Experten für Maschinenbau, andererseits aber auch für ihre Humorlosigkeit. Zumindest Letzeres lässt sich ab dem 27. Februar im Rahmen einer mehrteiligen Retrospektive überprüfen, die sich der deutschen Komödie widmet. Dem Berliner Zeughauskino geht es in der (nicht chronologisch) nach charakteristischen Zeitabschnitten gegliederten Reihe jedoch nicht darum, einen Kanon zu erstellen. Vielmehr ähnelt das Konzept einem freien Streifzug – unabgeschlossen und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Klassiker stehen dabei ebenso auf dem Programm wie Grenzüberschreitendes und Obskures.

Ein toller Einfall

Los geht es am Samstag mit der Periode zwischen 1930 und 33, in der Komödien noch Lustspiele hießen und Regisseure wie Richard Oswald, Fritz Kortner, Wilhelm Thiele, Carl Boese, Joe May oder Anatole Litvak ihre Darsteller über die Strenge schlagen ließen, dabei aber auch von der rauen sozialen Wirklichkeit der Weimarer Republik erzählten. Als Zuschauer wird man außerdem Zeuge einer Hochzeit des deutsch-jüdischen Humors, die mit der Machtübernahme Hitlers ein jähes Ende fand. Wie man es vom Zeughauskino gewohnt ist, hat auch diese Reihe ein Bewusstsein für ihr historisches Material und wird fast vollständig auf 35mm bestritten.

Das gesamte Programm gibt es hier.

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