Kein Ende in Sicht: 10 Jahre critic.de

Heute vor zehn Jahren ging critic.de online. Warum wir weitermachen.

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Die Arbeit an critic.de ist ein permanentes „noch“. Schön, dass wir von vielen gelesen werden. Der Zuspruch, der uns hier und da zuteil wird, freut uns. Der Widerstand, den mancher Text auslöst, ehrt uns. Die Diskussionen, die wir begleiten, sind uns wichtig. Nur, man wird es ahnen können: Ein kritisches Onlinemagazin zu betreiben, das Kino zwar auch gerne als Befriedigungsmaschine versteht, aber nicht unter den schnöden Marktvorzeichen von „Unterhaltung“ und „Anspruch“, das kann auf Dauer nicht gut gehen. Nicht in Deutschland, wo auch Kultur in aller Regel pragmatischen Gesichtspunkten untergeordnet wird. Und tatsächlich: Uns geht es nicht „gut“. Zu sagen, dass es finanziell ein Kampf ist, wäre untertrieben. Die Modelle, die sich anbieten, setzen entweder auf moralischen Ausverkauf und Korruption oder auf Ehrenamt. critic.de ist ein Magazin, das wir uns gegenseitig schenken. Das betrifft viele ganz persönlich. Nicht zuletzt weil Querfinanzierungsmodelle immer schwieriger zu realisieren sind, müssen wir mit weniger Artikeln von mehr Autoren auskommen. Dennoch: Was wir da an den Rändern für das Kino machen, das fühlt sich noch immer richtig an.

Zum Wissen über die Funktion von critic.de gehört die Erfahrung, dass diese zwar nicht in proportionalem, aber doch in engem Verhältnis steht zur Entwicklung von Filmkritik allgemein. Die gewisse Bedeutung, die uns zukommen mag, liegt natürlich auch an den Lücken, die in der Kino-Landschaft klaffen. Umso schmerzlicher ist es da, den eigenen Ansprüchen aus Mangel an Schultern, Zeit und Geld nicht gerecht werden zu können. Schade, so vieles nicht umsetzen zu können oder nur über sehr lange Zeiträume. Vor allem mit der zugegebenermaßen etwas altmodischen Idee im Kopf, dass einzelne Publikationsorgane eine Rolle zu spielen haben. Mindestens als Anlaufstellen und Referenzen, als Links. Wir können uns nicht davon lösen, hängen dieser Idee noch immer hinterher: Wäre es nicht schön, mehr zusammen und weniger getrennt zu machen?

Zu den größten Geschenken, die die Arbeit bei critic.de für uns als Individuen in der Gruppe bedeutet, ist es, einander gefunden zu haben. Einander: die heutigen Autoren und Redakteure, die vielen Ehemaligen und nicht zuletzt die vielen Freunde, zu denen Kollegen, Filmliebhaber und anderweitig Engagierte um uns herum geworden sind. Das Weitermachen ist so schön nur gemeinsam. Danke dafür.

In diesem Sinne haben wir auch für unsere nächste große Artikel-Reihe, die heute startende, recht zufällig zur Geburtstagsfeier gewordene Retrospektive zum philippinischen Kino, einige geschätzte Gastautor_innen gewinnen können. Wir freuen uns sehr, dass sie unserer Einladung gefolgt sind.

Das „noch“ kann Triebkraft sein. Weil unsere Zukunft so unsicher ist, weil unsere Existenz fragil bleibt, ja gerade deshalb können wir nicht aufhören. Ein Ende ist nicht in Sicht. Weiter geht’s.

Kommentare zu „Kein Ende in Sicht: 10 Jahre critic.de“


Ines

Euch allen Glückwunsch zu 10 Jahren. Mich freut's und ich würde euch vermissen, wenn ihr dem "noch" nicht mehr frönen würdet.
Ines von film-zeit.de


Markus

Herzlichen Glückwunsch und danke für so viele gute Beiträge in al den zurückliegenden Jahren und für so viel selbstloses Engagement.


Christoph

ZEHN JAHRE! Ich gratuliere ganz herzlich, auch im Namen der Revolver-Kollegen natürlich. Das tollste ist, dass critic.de in der Zeit wirklich besser geworden ist - die Abkehr vom Komplettistischen war die richtige Entscheidung und hat letztlich mehr cinephile Gemeinsamkeit gebracht. Ich wünsche euch viel Kraft und Saft zum Weitermachen, und wünsche mir – übrigens auch in der grafischen Form – noch ein bisschen mehr Temperament von critic.de ... Alles Liebe, Christoph


MUBI

Happy Birthday und immer weiter so!


Elrune Fortmann

Herzlichen Glückwunsch und weiterhin so viel positive Energie für das Kino.


Cornelia

Jaa, gottseidank kein Ende in Sicht! Mit euren klugen Aufmerksamkeiten in Sachen Kino möchte man doch uralt werden. - Danke und viel Enthusiasmus weiterhin.






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