Jacques Rivettes Out 1, noli me tangere im Berliner Kino Arsenal

Gleich auf drei unterschiedliche Arten wird Rivettes ambitioniertestes Projekt, der 13-stündige Film Out 1, noli me tangere, nun im Kino Arsenal gezeigt: in zwei Teilen, als Serial und in der viereinhalbstündigen „Kurzfassung“.

Jacques Rivettes Out 1, noli me tangere

Jacques Rivette, Kultregisseur und Enigma der Nouvelle Vague, erlebt dank der Veröffentlichung zweier DVD-Boxen in den vergangenen Jahren sowie einige Fernsehausstrahlungen hierzulande derzeit eine kleine Renaissance. Zumindest ein Film des Franzosen jedoch wird sich wohl auch weiterhin den meisten Distributionskanälen widersetzen. Out 1, noli me tangere verknüpft, ähnlich wie viele andere Filme des Regisseurs, Thrillerelemente und improvisatorisches Schauspielerkino. Vor allem jedoch ist der Film fast 13 Stunden lang.

Out 1, noli me tangere ist ein seit seiner Entstehung im Jahr 1971 von Legenden umgebenes Opus Magnum mit einer äußerst unglücklichen Rezeptionsgeschichte. Ursprünglich legte Rivette das 13-stündige Werk als Fernsehproduktion im Serial-Format an. Die Sendeanstalt verweigerte jedoch die Ausstrahlung und so geriet der Film nach einer einzigen Aufführung in Le Havre für 18 Jahre in Vergessenheit.

Rivette selbst fertigte im darauf folgenden Jahr eine neue, viereinhalbstündige Schnittfasung unter dem Titel Out 1: Spectre an. Das Original tauchte erst im Jahr 1989 auf dem Filmfestival Rotterdam wieder auf. Auch in Deutschland war Out 1, noli me tangere Anfang der neunziger Jahre hier und da zu sehen, blieb in den letzten Jahren aber unsichtbar.

Während eine DVD-Editíon weiterhin nicht in Sicht ist, bietet das Berliner Kino Arsenal nun die Möglichkeit, Rivettes ambitioniertestes Projekt gleich auf drei unterschiedliche Arten in Augeschein zu nehmen: Dieses Wochenende, am 12. und am 13.04.2008 läuft der Film in zwei jeweils gut sechsstündigen Abschnitten  In den nächsten beiden Wochen präsentiert das Kino das Werk in acht Abschnitten, unterteilt wie anfangs intendiert als Serial in der Tradition des Kinopioniers Louis Feuillade. Und zum Abschluss folgt am 26.04. die „Kurzfassung“ Out 1, Spectre.

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