Internationales Frauenfilmfestival Köln⁄Dortmund 2008

Frauenfilmfestival Plakat

„Wenn einer ein Schicksal hat, dann ist es ein Mann. Wenn einer ein Schicksal bekommt, dann ist es eine Frau“, schreibt Elfriede Jelinek in ihrem Buch Die Liebhaberinnen. Um diesen sozial erzeugten Fatalismus zu bekämpfen, betonen feministische Positionen die Souveränität der Frau. Das Internationale Frauenfilmfestival Köln/Dortmund 2008 hilft dabei mit.

Im Olympiajahr 2008 beschäftigt sich das Internationale Frauenfilmfestival Köln/Dortmund (23.-27.4.) insbesondere mit den Lebenssituationen chinesischer Frauen. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Erfahrungen von Kindersoldatinnen. Doch auch das Leben von Frauen in den weitgehend friedlichen Gesellschaften des Westens birgt noch immer viele geschlechtsbedingte Probleme. Auch diesen widmet sich das Festival in seinen 95 Spiel- und Dokumentarfilmen aus 30 Ländern.

Seit 2006 treten die Kölner Feminale und das Dortmunder Festival Femme totale gemeinsam als Internationales Frauenfilmfestival Köln/Dortmund auf, wobei die Veranstaltung jährlich zwischen den beiden Städten alterniert. In Köln, dem diesjährigen Standort, geht es vor allem um Debütfilme, einen speziellen Länderfokus und Werke mit queeren Themen. Durch die Beschränkung auf von Frauen inszenierte oder produzierte Filme soll gezielt die Stellung der Frau in der Filmwirtschaft gestärkt werden.

Frauenfilmfestival Logo

Acht der insgesamt 95 Filme treten im Debütfilm-Wettbewerb an. Darin befasst sich XXY mit der Frage, ob Gene oder Sozialisation das Geschlecht stärker bestimmen. Brick Lane zeigt die Geschichte einer jungen Bengalin, die erst gegen ihre arrangierte Ehe rebelliert, als sie sich im englischen Exil in einen anderen Mann verliebt. Im Drama Marta zerbricht eine Vater-Sohn-Beziehung an einer zwischen ihnen stehenden Frau, auf die beide Männer ganz unterschiedlich reagieren.

Außerhalb des Wettbewerbes läuft der Film mit dem vielleicht klangvollsten Titel des aktuellen Kinojahres: Itty Bitty Titty Committee – das nicht eben humorlose Portrait einer radikalen Feministinnen-Gruppe namens CIA („Clits in Action“). Die Regisseurin Jamie Babbit wird bei der Vorführung des Films anwesend sein.

Begleitet wird das Festival von zahlreichen Diskussionsrunden und Workshops sowie von einer Schulfilmwoche. Dabei veröffentlichen Schülerinnen ihre Filmkritiken im Online-Magazin Spinxx.

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