Internationales Filmfestival von Singapur 2008

Singapur

Das Internationale Filmfestival von Singapur 2008 (4.-14. April) ist von der staatlichen Zensur um vier Filme dezimiert worden. Dabei handelt es sich um zwei Portraits internationaler Terror-Gruppen (David the Tolhildan; Arabs and Terrorism), eine Dokumentation über Homosexualität im Islam (A Jihad for Love) und einen Film, der sadomasochistische Sexualität in Japan (Bakushi) thematisiert. Der ökonomisch äußerst moderne Stadtstaat in Südostasien ist für seinen politischen Autoritarismus und die in Asien weit verbreiteten, konservativen Moral-Vorstellungen des Konfuzianismus bekannt.

Singapur

Die zum 21. Mal stattfindenden Festspiele von Singapur bieten vor allem dem südostasiatischen Kino ein Forum. Unter den mehr als 200 Filmen aus über 40 Ländern sind Produktionen aus Singapur, Vietnam, Indonesien und den Philippinen am stärksten vertreten. Das Festival war 1991 auch der Initiator des ersten rein asiatischen Wettbewerbs – der Silver Screen Awards Competition. Weiterhin präsentiert das Festival jährlich in der Sektion The Secret Life of Arabia eine Reihe von Filmen aus dem Nahen Osten.

Zur breiten Filmauswahl gehören ebenfalls internationale Festivalerfolge wie I’m not there (2007), Irina Palm (2007) und Tuyas Hochzeit (Tuya de hun shi, 2006). Die Aufmerksamkeit der etwa 30.000 Besucher wird zugleich auf westliches Kunstkino gelenkt. So laufen unter anderem Catherine Breillats neuer Film The Last Mistress (Une vieille maîtresse, 2007) und Guy Maddins atmosphärisch überwältigende Ode an den Deutschen Expressionismus, Brand Upon the Brain (2006).

Der deutschen Regie-Legende Rainer Werner Fassbinder ist eine kleine Retrospektive gewidmet. Dank einer Kooperation des Festivals mit dem Goethe-Institut werden seine Werke Die dritte Generation (1979) und Götter der Pest (1970) gezeigt.

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