Internationales Filmfestival von Istanbul 2008

April 08 Preview

40 Jahre nach den Studentenbewegungen, Antikriegs-Demos und sozialen Unruhen in Berlin, Paris und Berkeley beschäftigt sich das Internationale Filmfestival von Istanbul 2008 (5.-20. April) mit dem epochalen Jahr 1968. In einer Retrospektive werden Filmklassiker gezeigt, die fest mit den historischen Ereignissen von damals verbunden sind: In Zabriskie Point (1970) geht es neben der politischen auch um die sexuelle Revolution, während Easy Rider (1969) das Gefühl der Freiheit und das Außenseitertum zelebriert. Deutschland im Herbst (1978), ein Gemeinschaftsprojekt der führenden Köpfe des Neuen Deutschen Films, spiegelt die explosive Stimmung in der deutschen Gesellschaft zur Zeit des RAF-Terrorismus wider.

Im Wettbewerb von Istanbul konkurrieren 12 Filme aus aller Welt (darunter das deutsche Drama Die Welle) um die Goldene Tulpe, den Hauptpreis des zum 27. Mal statt findenden Festivals. Unter den insgesamt rund 200 vertretenen Werken dominieren internationale Großproduktionen (Die Schwester der Königin, I’m not There) und Autoren-Filme wie der Berlinale-Sieger Tropa de Elite oder das US-Remake von Michael Hanekes Meisterwerk Funny Games.

Doch in speziellen Sparten sind auch türkische Klassiker, Horrorschocker und Hommagen an kürzlich verstorbene Größen der Filmwelt (darunter Ingmar Bergman und Michelangelo Antonioni) zu finden. Weiterhin wird der französische Surrealist Marc Caro (Delicatessen, 1991; Die Stadt der verlorenen Kinder, La Cité des enfants perdus, 1995) mit einer Retrospektive geehrt.

Das aktuelle deutsche Kino ist unter anderem mit Free Rainer und Chiko vertreten. Begleitet wird das Festival von zahlreichen Filmgesprächen, einer Ausstellung und einem Nachwuchsförderprogramm.

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