Hollywood Film Festival und BFI-Filmfestival

Mit der Weltpremiere von Gone with the Woman des norwegischen Regisseurs Petter Næss (Elling, 2001) begann gestern das Hollywood Film Festival. 1997 von den Produzenten Carlos de Abreu und Janice Pennington gegründet, hat es sich mittlerweile als Starttermin für die US-amerikanische Awards-Season etabliert – vier Monate vor den Oscars und knapp drei Monate vor den Golden Globes. Im letzten Jahr gewann Volver (Pedro Almodóvar, 2006) den „Hollywood World Award“, der dem internationalen Filmschaffen gewidmet ist. Der „Hollywod Movie of the Year Award“ ging an Oliver Stone für World Trade Center. Die Vergabe des letzteren wird durch eine Abstimmung im Internet entschieden. In diesem Jahr sind unter anderem 300, Die Simpsons - der Film, Hairspray, Harry Potter und der Orden des Phönix, Ratatouille und Spider-Man 3 nominiert. Weniger am Mainstream orientiert ist die Liste für den „Hollywood World Award“. Dort sind unter anderem folgende Filme zu finden: 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage (Rumänien, Cristian Mungiu), Control (Großbritannien, Anton Corbijn), Import Export (Österreich, Ulrich Seidl) und Persepolis (Frankreich, Vincent Paronnaud und Marjane Satrapi). Deutschland ist mit zwei Filmen vertreten. Fatih Akin konkurriert mit Auf der anderen Seite um den „Hollywood World Award“, und Uwe Boll darf mit seinem neuen Werk Postal, einer so geschmacklosen wie beliebigen Geschichte rund um einen amerikanischen Trailerpark, mit Taliban und penisförmigen Stoffpuppen, am 22. Oktober den Abschlussfilm stellen.

Mehr Gespür bei der Auswahl des Abschlussfilms zeigen die Macher des 51. BFI-Filmfestivals in London, das ebenfalls gestern startete. Wes Anderson wird dort am 1. November seinen neuen Film The Darjeeling Limited vorstellen, in dem es um die Reise dreier Brüder durch Indien geht. Und auch der Eröffnungsfilm ist mit David Cronenbergs Thriller Eastern Promises nicht weniger prominent besetzt. Viggo Mortensen hat hier zum zweiten Mal nach History of Violence mit Cronenberg zusammengearbeitet, ebenfalls mit von der Partie sind Naomi Watts, Vincent Cassel und Armin Mueller-Stahl. Insgesamt sind in London 184 Spielfilme zu sehen, dazu 133 Kurzfilme. Das Festival des British Film Institute versteht sich als Schau der spannendsten aktuellen Produktionen weltweit, und zwar mit dem Bestreben, ein großes Publikum mit internationaler Filmkunst bekannt zu machen. Vergeben werden unter anderem als Hauptpreis die „Sutherland Trophy“, die es bereits seit 1958 gibt, sowie der „Grierson Award“ für den besten Dokumentarfilm.

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