Heinosuke Gosho im Berliner Kino Arsenal

Das klassische japanische Kino birgt noch zahlreiche in der westlichen Filmschreibung nicht erschlossene Schätze. Einen davon präsentiert das Berliner Kino Arsenal ab heute in einer Reihe mit zehn Filmen, die ausschnittsweise das Schaffen eines der großen vergessenen Meisterregisseure Japans zugänglich macht.

Heinosuke Gosho im Berliner Kino Arsenal

Heinosuke Gosho (1902-1981) war ein Zeitgenosse Yasujiro Ozus und Kenji Mizoguchis und genießt in seiner Heimat hohes Ansehen. Im Ausland blieb ihm die ganz große Anerkennung bislang versagt, vielleicht auch, weil seine Filme keinem durchgängigen Stilprinzip folgen wie die eines Ozu oder Mizoguchi und insgesamt weniger „japanisch“ wirken. Prägend für das Kino Goshos ist ihr bedingungsloser Humanismus und ein einfühlsamer, dabei aber nie aufdringlicher Blick auf die Protagonisten. Stilistisch wie thematisch eröffnen die Filme der Reihe ein weites Spektrum. In Love (Aibu) aus dem Jahr 1933 etwa, einem von zwei Stummfilmen der Reihe, wird mit viel Liebe zum Detail die ergreifende Geschichte einer Ärztefamilie erzählt, die an der Modernisierung des Landes und dem damit einhergehenden Wertewandel zu zerbrechen droht. Fast modernistisch mutet in manchen Sequenzen Hunting Rifle (Ryoju) an, ein minimalitisch erzähltes Melodram aus 1961 in Technicolor und Cinemascope. Die Reihe wird bis zum 29. September fortgesetzt.

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