Filmfestival von Locarno 2008
Fünf Filme mit deutscher Beteiligung konkurrieren 2008 um den Goldenen Leoparden. Auf der Freiluftbühne Piazza Grande präsentiert Hannes Stöhr (One Day in Europe) sein fiktives Musikerporträt Berlin Calling.

Am 6. August leitet die europäische Premiere der britischen Romanverfilmung Brideshead Revisited von Julian Jarrold (Geliebte Jane, Becoming Jane, 2007) mit Emma Thompson das 61. Filmfestival von Locarno ein. Wie in den Vorjahren wollen die Organisatoren Locarnos Ruf als Festival für politische Werke und Debütfilme stärken. Vor allem soll auch eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit den Themen Natur und Mensch, Ökologie und nachhaltige Entwicklung spürbar werden. Im Internationalen Wettbewerb sind 2008 sechs Debütfilme sowie vier Zweitlingswerke vertreten.
Unter den fünf deutschen Koproduktionen, die ins Rennen um den Goldenen Leoparden gehen, finden sich der deutsch-polnische Spielfilm 33 Szenen aus dem Leben (33 sceny z zycia) von Regisseurin und Autorin Malgorzata Szumowska sowie das russisch-deutsche Drama Yuris Tag (Yuriev Den) von Kirill Serebrennikov. In Ersterem spielt Julia Jentsch eine junge polnische Frau, deren bislang harmonisches Familien- und Berufsleben zahlreiche Schicksalsschläge erleidet. Yuris Tag schildert die Reise einer versnobten Opernsängerin, die in der russischen Provinz ihrem Sohn die Orte ihrer Kindheit zeigen möchte.

Abseits des Internationalen Wettbewerbs auf der Piazza Grande, der berühmten Freiluftbühne, die Platz für etwa 8.000 Zuschauer bietet, stellen Filmgrößen wie Jeanne Moreau, Emily Mortimer oder Julien Temple ihre neuen Filme außerhalb der Konkurrenz vor. Am 8. August findet hier die Weltpremiere der deutschen Produktion Berlin Calling statt, ein tragikomisches Hauptstadtporträt und Zeitzeugnis mit Corinna Harfouch und DJ Paul Kalkbrenner. Regisseur Hannes Stöhr (Berlin is in Germany, 2001, One Day in Europe, 2005) bezeichnet seine Arbeit als Porträt des fiktiven Musikers DJ Ickarus rund um „Kunst und Wahnsinn“.
Des Weiteren umfasst das Internationale Festival von Locarno experimentelle Videokunst, Dokumentationen und Studentenarbeiten. Rund vierhundert kurze und abendfüllende Filme sind während den zehn Festivaltagen zu sehen.
Der Ehrenleopard 2008 wird dem israelischen Filmemacher Amos Gitai verliehen. Geehrt wird außerdem der italienische Regisseur Nanni Moretti, der mit Werken wie Das Zimmer meines Sohnes (La stanza del figlio) schon auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet wurde. In Locarno wird ihm eine umfassende Retrospektive, eine Publikation und eine Ausstellung gewidmet.






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