Filmfest Oldenburg 2011

Die A 28 ist keine Straße ins Nirgendwo. Sie führt nach Oldenburg, wo vom 14. bis 18. September zum 18. Mal das auf Independent-Filme spezialisierte Filmfest Oldenburg stattfinden wird. Unter den wie immer zahlreich vertretenen US-Indies ist auch Road to Nowhere von Monte Hellman (Two-Lane Blacktop, 1971). John Carpenter stellt nach längerer Pause ebenfalls wieder einen Film vor – in The Ward wird eine junge Frau in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert, in der es scheinbar spukt.

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Auch das internationale Programm ist stark besetzt: In Finisterrae, dem diesjährigen Siegerfilm vom renommierten Festival in Rotterdam, versuchen zwei Geister ihrer unbefriedigenden Existenzform zu entfliehen. Der Film besticht durch visuelle Brillanz, absurden trockenen Humor und einen wunderbaren Reduktionismus bei der Darstellung der beiden Protagonisten.
Der brillante indische Experimentalfilm Gandu über einen frustrierten Slacker in Kalkutta ist von einem mitreißenden Soundtrack und enormer stilistischer Innovationskraft geprägt. Karl Markovics' Debütfilm Atmen, der sich um die Resozialisierung eines jungen Häftlings dreht, überzeugte im Frühjahr in Cannes. Ähnlich positiv wurde 22nd of May (22 mei, 2010) aufgenommen, in dem sich der Wächter eines Einkaufszentrums mit seiner Schuld konfrontiert sieht, einen terroristischen Anschlag mit zahlreichen Toten nicht verhindert zu haben.

Aus Deutschland stammt Samira Radsis Drama Anduni - Fremde Heimat, das eine junge Frau porträtiert, die in Deutschland aufgewachsen ist und zum Heimatland ihrer Familie, Armenien, keine Beziehung aufbauen kann. Das an den Youtube-Film Life in a Day erinnernde, interaktive Projekt Twittamentary von Tan Siok Siok, das in Oldenburg seine Weltpremiere hat, nimmt das soziale Netzwerk Twitter als Ausgangspunkt für eine Reise durch die USA und das Web 2.0.

Neues über den christlichen Messias erfährt man im Kurzfilm Jesus was a commie von Matthew Modine, der als Jury-Präsident in Oldenburg den besten deutschen Film küren wird. Den German Independence Award für den besten Film des Festivals vergibt hingegen das Publikum. Die diesjährige Retrospektive ist dem Regisseur und Produzenten Ted Kotcheff gewidmet, der vor allem dank Rambo (First Blood, 1982) bekannt ist.

Ebenfalls eine Reise in die filmische Vergangenheit bietet der Krimi Eiserne Hochzeit. Die darin zu sehende Schauspielerin Inger Nilsson wurde Ende der 60er-Jahre bekannt, als sie mit roten Zöpfen auftrat und Pferde in die Luft hob. 40 Jahre später ist die legendäre Pippi-Langstrumpf-Darstellerin nun als Pathologin zu sehen.

Das gesamte Programm des Filmfests Oldenburg gibt es hier.

Alle critic-Texte zu Beiträgen des Filmfests Oldenburg:

- Road to Nowhere
- Gandu
- Atmen
- 22nd of May
- Anduni
-The Ward

Kommentare zu „Filmfest Oldenburg 2011“

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