Filme von Yasuzo Masumura im Kino Arsenal

Filme von Yasuzo Masumura im Kino Arsenal

Das Berliner Kino Arsenal widmet diesen Monat eine kleine Retrospektive aus acht Filmen einem hierzulande noch weitgehend unbekannten Regisseur des postklassischen japanischen Kinos. Yasuzo Masumura, der zwischen 1957 und 1984 weit über 50 Filme drehte, ist nur schwer in die Kontinuität der Filmgeschichte einsortierbar. Als Zeitgenosse der formal deutlich radikaleren Regisseure der japanischen Neuen Welle um Nagisa Oshima setzte er sich zwar vom klassischen Kino eines Yasujiro Ozu oder Kenji Mizoguchi deutlich ab, arbeitete jedoch stets innerhalb des kommerziellen Kinos. Viele seiner Werke sind den in den sechziger und siebziger Jahren boomenden Exploitationfilmgenres zuzurechnen und einige Filme dieser Schaffensperiode sind inzwischen auf DVD verfügbar (unter anderem das Erotikdrama Irezumi).

Die Reihe im Kino Arsenal konzentriert sich auf einen etwas anderen Masumura: Zu Beginn seiner Karriere orientierten sich die Filme stärker an der sozialen Realität und behandelten teilweise explizit politische Themen. Giants and Toys (Kyojin to gangu, 1958) beispielsweise verhandelt satirisch den Boom der japanischen Nachkriegswirtschaft, der Ende der fünfziger Jahre in Fahrt kam. Und Masumuras Debütfilm Kisses (Kuchizuke, 1957) ist nicht nur ein rührendes Jugendmelodram, sondern auch ein eindrucksvolles Zeitporträt. Allen Filmen des Regisseurs gemeinsam ist eine Neigung zum Exzess: Der Subtilität und Zurückhaltung der Großmeister des japanischen Films der fünfziger Jahre setzt Masumura einen wilden, vitalen Kinoentwurf entgegen, der Parallelen aufweist zum Werk amerikanischer Regisseure derselben Periode wie Samuel Fuller und Nicholas Ray. Kurzum: Yasuzo Masumura ist ein Regisseur, dessen Entdeckung sich lohnt. Die Filmreihe geht vom 2. bis zum 29. April. Alle Filme werden dreimal gezeigt.

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