Festivalüberblick August
Mit Locarno und Venedig stehen im August gleich zwei der großen europäischen Festivals auf dem Programm. Aber auch für Liebhaber des Trash-, Animations- oder Dokumentarfilms wird einiges geboten.
Den Festivalmonat August eröffnet das Internationale Filmfestival von Locarno. Das A-Festival geht dieses Jahr zwischen dem 6. und 16. August in seine 61. Runde. Im internationalen Wettbewerb um den Goldenen Leoparden stehen unter anderem die deutsche-polnische Koproduktion 33 Scenes from Life (33 szeny z zycia) von Malgorzata Szumowska und die türkisch-deutsche Produktion Autumn (Sonbahar) von Özcan Alper und müssen sich dort nach aktuellem Stand gegen 15 weitere Konkurrenten aus insgesamt 16 verschiedenen Ländern behaupten. Im Mittelpunkt des diesjährigen Festivals stehen außerdem der israelische Filmemacher Amos Gitai, der einen Ehrenleoparden verliehen bekommt und der italienische Regisseur Nanni Moretti, der mit einer umfassenden Retrospektive, einer Publikation und einer Ausstellung geehrt wird.
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Für Freunde des Animationsfilms öffnet am 7. August das Hiroshima International Animation Film Festival seine Pforten. Bis zum 11. des Monats werden dort 76 Filme unter anderem um den Großen Preis der Jury, den Preis für das Beste Debüt und den Publikumspreis konkurrieren. Deutsche Beiträge stellen Gil Alkabetz mit Ein sonniger Tag, Anna Samoylovich und Veronika Samartseva mit Hello Antenna, Florian Grolig mit Weiss und Stefan Eling mit Cyber. Neben verschiedenen Retrospektiven und einigen anderen Reihen steht außerdem die Sektion „Animation for Peace“ auf dem Programm.
Am 8. August öffnet das 4. Globians Film Festival im Alten Rathaus in Potsdam seine Pforten und bietet dort bis zum 17. August eine Auswahl von Dokumentarfilmen mit hauptsächlich kulturellen und globalen Themen. Auf dem Festival werden keine Preise verliehen, sondern es steht der Austausch von internationalen Filmschaffenden, Journalisten und dem Publikum im Vordergrund, zudem soll unabhängigen Filmen ein Forum geboten werden. Als Eröffnungsfilme werden The Olympic Project von Maryann Towne und More Shoes von Lee Kazimir zu sehen sein. Zwischen dem 1. und dem 8. September wird eine Auswahl der Filme im Berliner babylon:mitte wiederholt.
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Ab dem 12. August tourt das 22. Fantasy Filmfest durch deutsche Städte. Fast einen ganzen Monat lang stehen auf dem zeitversetzt in acht Städten stattfindenden Genrefestival Werke aus den Bereichen Horror, Science Fiction und Fantasy auf dem Spielplan. Eröffnet wird das 22. FFF mit Eden Lake von James Watkins. Im „Director's Spotlight“ steht Mabrouk El Mechri der für JCVD Jean-Claude Van Damme zurück auf die Leinwand geholt hat, während Na Hong-jin mit The Chaser (Chugyeogja) den Abschlussfilm stellt. Im Rahmen des Festivals wird zudem der „Fresh Blood“-Publikumspreis vergeben, mit dem die Festivalbesucher den besten Regieneuling küren. Nach dem Auftakt in Berlin startet das FFF dann am zweiten Tag, dem 13. August, in Hamburg, am 20. August in Köln und Dortmund und am 27. August in Frankfurt und Nürnberg. Letzte Station sind vom 3. bis 10. September Stuttgart und München.
Das 14. Sarajevo Film Festival beginnt am 15. August und wird am 23. August mit der Verleihung des Hauptpreises, dem „Herz von Sarajewo“, abschließen. Der internationale Wettbewerb in den beiden Kategorien Spielfilm und Kurzfilm hat einen regionalen Fokus auf den europäischen Osten. Teilnehmen können ausschließlich Filme aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Kosovo, Kroatien, Malta, Mazedonien, Montenegro, Österreich, Rumänien, Serbien, Slowenien, der Türkei, Ungarn sowie Zypern. Neben dem Wettbewerb wird es unter anderem Sektionen für neue Strömungen und innovativ-provokative Filme sowie gesonderte Reihen für Kinder und Jugendliche geben.

Das World Film Festival von Montreal wird am 21. August zum 31. Mal eröffnet. Bis zum 1. September findet hier das einzige Wettbewerbs-Filmfestival Nordamerikas mit FIAPF-Akkreditierung als A-Festival statt. Im internationalen Wettbewerb treten die Filme um den „Grand Prix of the Americas“ an, der beste internationale Erstlingsfilm wird mit dem „Golden Zenith“ gekürt. Neben den verschiedenen Sektionen, die Dokumentarfilme, Hommagen, „World Cinema“ und Filme von kanadischen Filmstudenten umfassen, sind auch Symposien und ein Filmmarkt angesetzt.
Im Rahmen der Medienwoche Berlin-Brandenburg werden am 26. August die jährlichen First Steps Awards vergeben. Der Wettbewerb für Abschlussfilme deutschsprachiger Filmhochschulen wurde 2000 unter dem Aspekt der Nachwuchsförderung als private Initiative der Filmbranche und Wirtschaft gegründet. Der insgesamt mit 72.000 Euro dotierte First Steps Award wird in sechs Kategorien an den besten abendfüllenden Film, den besten Film bis 60 Minuten, die besten Kurz- und Animationsfilme bis 25 Minuten sowie an den besten Werbe- und Dokumentarfilm verliehen.

Auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig, die ab dem 27. August in die italienische Lagunenstadt einladen, ist mit Christian Petzolds Jerichow erstmals seit Wim Wenders' Land of Plenty von 2004, der vor vier Jahren im Wettbewerb lief, wieder ein deutscher Film in der internationalen Konkurrenz vertreten. Dort muss er sich gegen namhafte Mitbewerber wie Takeshi Kitano, Jonathan Demme und Darren Aronofskys behaupten. Insgesamt sind in diesem Jahr fünf US-amerikanische Filme vertreten, ganze vier italienische und drei japanische Produktionen. Eröffnet wird das Festival mit der Agentenkomödie Burn After Reading mit Brad Pitt, George Clooney, John Malkovich, Tilda Swinton und Frances McDormand unter der Regie der Coen-Brüder, den diesjährigen Oscar-Gewinnern der Kategorie „Bester Film“ für No Country for Old Men.





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