European Media Art Festival Osnabrück 2008

April 08 Preview

Das European Media Art Festival Osnabrück in Osnabrück (23.-27.4.) stellt die Welt der visuellen Künste auf den Kopf. Wie schon das Plakat andeutet, gelten hier weder die Gesetze der Schwerkraft noch die konventionellen Grenzen der einzelnen Kunstformen.

Das Festival ist nicht nur eine Plattform für Avantgarde-Filme, sondern für Kunstprojekte diverser neuer Medien sowie multimediale Ansätze. So wird in Martin Butlers Performance „The Girlfriend Experience“ die virtuelle Welt von „Second Life“ mit Menschen aus Fleisch und Blut nachgestellt.

Neben solchen Live-Aktionen, Raum-Installationen und zahlreichen Diskussions-Veranstaltungen werden auf dem diesjährigen Festival mit dem Motto „Identity“ auch Video-Arbeiten, Experimentalfilme und ein Handyfilmwettbewerb zu finden sein.

Es verwundert also nicht, dass selbst die bekanntesten Filme des Festivals stark von experimentellen Stilformen geprägt sind. Gus van Sant (Good Will Hunting, Elephant, Last Days) liefert mit seinen Super-8-Bildern in Paranoid Park ebenso traumartige Sequenzen wie My Winnipeg von Guy Maddin (The Saddest Music in the World, Brand upon the Brain), in dessen vielleicht schönster Szene die Köpfe toter Pferde aus der Eisdecke eines zugeschneiten Sees hervor schauen. Ähnlich surreal lässt Bruce McDonald in The Tracey Fragments Realität und Fantasie miteinander verschmelzen, wenn sich Ellen Page (Hard Candy, Juno) als pubertäre Tracey in mentale Eigenwelten zurückzieht. Und der formstrenge Experimentalfilmer James Benning (13 Lakes) kombiniert in RR Einstellungen amerikanischer Landschaften mit Tonspuren, deren Verbindung zu den Bildern auch auf den zweiten Blick noch unklar bleibt.

Eine Retrospektive ist dem Avantgarde-Regisseur Kurt Kren gewidmet, der vor allem dank seiner Verbindungen zum skandalumwitterten Wiener Aktionismus von Hermann Nitsch und (dem mittlerweile aus der Haft entlassenen) Otto Muehl ebenso berühmt wie berüchtigt wurde.

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