Cannes 2008: Un Certain Regard

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Andreas Dresen zeigt zwei unterschiedliche Arten der Liebe, Leos Carax dreht nach neun Jahren Pause wieder einen Film und Kiyoshi Kurosawa wechselt vom Horrorfilm zum Drama. Die Sektion „Un Certain Regard“ bietet bei den Festspielen von Cannes 2008 (14-25. Mai) einen Einblick in das Schaffen von Autorenfilmern aus aller Welt.

Die beiden Europäer Michel Gondry (Abgedreht; Vergiss mein nicht, 2004) und Leos Carax (Die Liebenden von Pont Neuf, 1991; Pola X, 1999) widmen der größten Metropolregion der Welt eine Ode, wenn sie in Tokyo! gemeinsam mit dem Südkoreaner Joon-ho Bong (The Host, 2006) drei Geschichten in der japanischen Hauptstadt miteinander verweben.

Auch Kiyoshi Kurosawa (Cure, 1997; Pulse, 2001; Loft, 2005) hat seinen neuesten Film nach der selben Stadt benannt. Tokyo sonata zeigt das Zusammenleben einer durchschnittlichen japanischen Familie, deren Fassade nach außen hin glänzt, aber innen stark bröckelt.

Aus China kommt Liu Fendous (Green Hat, 2004) neuer Film Part Ocean, Part Flame, in dem die Sühne zur Schuld im Suizid gesucht wird. Taiwan ist mit dem Debütfilm Parking von Chung Mong-Hong vertreten.

Die anderen Filme der Sektion stammen zumeist aus Europa oder den USA. Andreas Dresen (Halbe Treppe, 2002; Sommer vorm Balkon, 2005) erzählt in Wolke 9 von einer Frau, die sich nach 30 Jahren Ehe auf das Experiment einer Affäre einlässt. Der Brite Thomas Clay, der vor drei Jahren die Filmgemeinde von Cannes mit The Great Ecstasy of Robert Carmichael (2005) schockierte, kehrt nun mit Soi Cowboy zurück, der zwar nach einem Rotlicht-Distrikt in Bangkok benannt ist, aber dennoch in Großbritannien spielt.

Amerikanisches Autorenkino ist dank Kelly Reichardt und James Toback präsent. Reichardt, die vor allem durch das Freundschafts-Drama Old Joy (2006) bekannt wurde, zeigt in Wendy and Lucy, wie ein einziger Moment das Leben eines Menschen verändern kann. James Toback, Regisseur von Fingers (1978) - auf dem Der wilde Schlag meines Herzens (2005) basiert, portraitiert in seiner Dokumentation Tyson den ehemaligen Boxchampion Mike Tyson.

Sieben der insgesamt neunzehn Filme in „Un Certain Regard“ sind Debüt-Werke. Präsident der Sektions-Jury ist Regisseur Fatih Akin (Gegen die Wand, 2004; Auf der anderen Seite, 2007).

Alle Filme der Sektion „Un Certain Regard“:

 

- The Dead Girl´s Father (A festa da menina morta) – Regie: Matheus Nachtergaele (Brasilien)

- Afterschool – Regie: Antonio Campos (USA)

- Involuntary (De Ofrivilliga) – Regie: Ruben Ostlund (Schweden)

- Je veux voir – Regie: Joana Hadjithomas, Khalil Joreige (Frankreich)

- Johnny Mad Dog – Regie: Jean-Stephane Sauvaire (Frankreich)

- The Modern Life (La vie moderne) – Regie: Raymond Depardon (Frankreich)

- Los Bastardos – Regie: Amat Escalante (Mexiko)

- Salt of This Sea (Milh handha al-bahr) – Regie: Annemarie Jacir (Palästina)

- O’ Horten – Regie: Bent Hamer (Norwegen, Deutschland)

- Soi Cowboy – Regie: Thomas Clay (Großbritannien)

- Parking (Tin Che) – Regie: Chung Mong-Hong (Taiwan)

- Tokyo! – Regie: Bong Joon-ho, Michel Gondry, Leos Carax (Frankreich, Japan)

- Tokyo Sonata – Regie: Kiyoshi Kurosawa (Japan)

- Tulpan – Regie: Sergey Dvortsevoy (Deutschland)

- Tyson – Regie: James Toback (USA)

- Versailles – Regie: Pierre Schoeller (Frankreich)

- Wendy and Lucy – Regie: Kelly Reichardt (USA)

- Wolke 9 – Regie: Andreas Dresen (Deutschland)

- Part Ocean, Part Flame (Yi ban haishui, yi ban huoyan) – Regie: Fendou Liu (China)

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