August

August

Der Festivalmonat August beginnt hochkarätig. Heute startet in der Schweiz mit dem Internationalen Filmfestival von Locarno das neben Cannes, Berlin und Venedig wohl wichtigste Filmfestival der Welt. Das seit 1946 stattfindende kleinste der großen A-Festivals feiert diesmal außerdem – wie bereits die Filmfestspiele von Cannes im Mai - seine 60. Ausgabe. Dementsprechend widmet man sich in der Retrospektive „Back in Locarno“ diesmal auch etwas ausführlicher sich selbst. Auf dem Programm stehen unter anderem auch der deutsche Beitrag Früher oder Später von Ulrike von Ribbeck sowie die argentinisch-deutsche Produktion Las vidas posibles von Sandra Gugliotta. Beide kämpfen mit 17 weiteren Filmen im internationalen Wettbewerb um den Hauptpreis des Festivals, den Goldenen Leoparden. Beim Spezialprogramm „Signore & Signore“ zollt man mit einer Auswahl von 19 Filmen aus den Jahren 1941 bis heute Schauspielerinnen im italienischen Kino Tribut. Das Internationale Filmfestival von Locarno läuft bis zum 11. August.

Am 10. August beginnt im Berliner Kino Babylon Mitte die mit 13 Filmen bisher umfangreichste Retrospektive der Werke Hou Hsiao-hsiens in Deutschland. Der taiwanesische Regisseur, der seit Ende der achtziger Jahre auch in Europa zahlreiche Anhänger hat, gilt als einer der Urväter des neuen taiwanesischen Kinos. Hou Hsiao-hsien wird zum Start der Reihe selbst anwesend sein und seinen Film Three Times vorstellen, der im Jahr 2005 in Cannes Premiere hatte. Die Werkschau wird in der Schaubühne Lindenfels in Leipzig und im Oktober im Kino Metropolis in Hamburg wiederholt, in beiden Städten wird der Regisseur einen Film vorstellen.

Am 15. August beginnt in den schottischen Lowlands dann das Edinburgh International Film Festival 2007, das unter anderem neben dem „Edinburgh Military Tattoo Musikfestival“ seit 1947 Teil des traditionellen „Edinburgh Festivals“ ist, welches jährlich im August und September in Schottland stattfindet. Das EIFF wird diesmal eröffnet mit Hallam Foe von David Mackenzie. Eine Grand Jury vergibt jedes Jahr den „Michael Powell Award” für den besten britischen Langfilm. Das Festival-Publikum kürt außerdem seinen Liebling mit dem „Standard Life Audience Award“. Auf dem Programm stehen diesmal auch sechs deutsche Produktionen, darunter Yella von Christian Petzold und Stefan Ruzowitzkys Die Fälscher. Das EIFF endet am 26. August.

Vom 23. August bis zum 3. September läuft in Kanada dann das World Film Festival an. Es handelt sich dabei um das einzige Festival mit Wettbewerb in Nordamerika mit FIAPF-Akkreditierung. Wie der Name bereits vermuten lässt legt das Festival seinen Fokus besonders auf Internationalität. Neben der obligatorischen World Competition, in der eine Jury den „Grand Prix of the Americas“ vergibt sowie einem kanadischen Studentenfilmfestival und einem internationalen Filmmarkt befasst sich ein Spezialprogramm diesmal mit den Filmen von US-Schauspieler Jon Voight (Asphalt Cowboy, Midnight Cowboy, 1969, Beim Sterben ist jeder der Erste, Deliverance, 1972, Coming Home, 1978, Transformers, 2007).

Am 28. August werden - im Rahmen der darauf folgenden Medienwoche Berlin-Brandenburg - die jährlichen First Steps Awards vergeben. Der Wettbewerb für Abschlussfilme deutschsprachiger Filmhochschulen wurde 2000 unter dem Aspekt der Nachwuchsförderung als private Initiative der Filmbranche und Wirtschaft gegründet. Jährlich wird der First Steps Award in sechs Kategorien an den besten abendfüllenden Film, den besten Film bis 60 Minuten, die besten Kurz- und Animationsfilme bis 25 Minuten sowie an den besten Werbe- und Dokumentarfilm verliehen.

Am 29. August starten dann die 64. Filmfestspiele von Venedig, die nebenbei ihren 75. Geburtstag feiern. Auf dem seit 1932 stattfindenden, ältesten Filmfestival der Welt am Canal Grande kürt eine sechsköpfige Jury aus renommierten Regisseuren unter Präsident Zhang Yimou unter anderem den besten Film des Jahres mit dem begehrten Goldenen Löwen. Ein Sonderprogramm widmet man auf dem Lido diesmal Alexander Kluge, der bereits 1966 mit dem Silbernen Löwen als bester Regisseur für Abschied von gestern, 1968 mit dem Goldenen Löwen für Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos sowie 1982 mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk geehrt wurde. Ein Teil des Sonderprogramms umfasst auch Kluges „Ein-Minuten-Filme“. Dabei handelt es sich um 60-Sekünder, die der Regisseur über den Zeitraum von 40 Jahren unter anderem für das ZDF und das schwedische Fernsehen realisierte. Eröffnungsfilm dieses Jahr ist Atonement von Joe Wright. Die Closing-Night gehört diesmal Blood Brothers von Alexi Tan. Die Filmfestspiele laufen bis zum 8. September.

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