Archivpräsentation: Alexander Kluge

Einer von Deutschlands wichtigsten und produktivsten Intellektuellen übergibt sein Archiv der Berliner Akademie der Künste. Zu diesem Anlass gibt es am 15. September eine Lesung mit Filmbeiträgen.

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Es ist selten, dass ein Interviewer mehr spricht als die Person, die er gerade interviewt. In den dctp-Sendungen von Alexander Kluge ist das aber meistens so. Oft wissen seine prominenten Gesprächspartner gar nicht, wie ihnen geschieht. Doch bei Kluge, der sich immer außerhalb des Bildes platziert und nur durch seine vertraulich flüsternde, sich langsam vortastende Stimme präsent ist, handelt es sich zwar um einen Intellektuellen, der sich manchmal mehr für seine Gedanken als für sein Gegenüber interessiert, keineswegs aber um einen eitlen Selbstdarsteller. Was ihn antreibt, ist eine Neugier, die keine Grenzen kennt und auch in Kluges 84. Lebensjahr noch ungebrochen ist. Während er früher eine zentrale Rolle im Neuen Deutschen Film eingenommen hat, ist er heute vor allem als produktiver Autor und Fernsehmacher bekannt. Frappierend ist dabei, wie vielseitig seine Interessen sind. Wenn es in seinen Sendungen nicht gerade um dringliche Fragen der Kunst, Politik, Geschichte oder Philosophie geht, interessiert sich Kluge auch mal für die neuen „Didschis“ der Techno-Szene oder befragt Helge Schneider, der in skurrile Rollen wie die des Skilehrers der Kanzlerin schlüpft.

Vor Kurzem hat Kluge nun der Berliner Akademie der Künste sein umfangreiches Archiv übergeben. Darunter befinden sich neben Notizen, Manuskripten und Abschriften auch viele seiner Film- und Fernseharbeiten, die von nun an im Archiv gesichtet werden können. Am Dienstag, den 15. September wird dieses Werk zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Neben einer Lesung und Filmbeiträgen gibt es noch ein Gespräch zwischen Kluge und der Schriftstellerin Katrin Röggla. Die Veranstaltung findet um 19:00 Uhr im Plenarsaal der Akademie der Künste am Pariser Platz statt. Der Eintritt kostet 5, ermäßigt 3 Euro.

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