Abschied vom Sternenwanderer

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Der französische Comiczeichner Jean Giraud, auch bekannt unter seinen Pseudonymen Moebius und Gir, ist tot. Seine Karriere begann er mit Western wie Leutnant Blueberry, widmete sich ab den frühen 1960er Jahren aber zunehmend der Welt der Science-Fiction. Auf diesem Gebiet sollte Giraud schließlich auch am einflussreichsten bleiben. Dabei arbeitete er in seinen fantastischen Zeichnungen unter anderem mit dem nicht minder profilierten chilenischen Regisseur Alejandro Jodorowsky (El Topo) zusammen. Mit ihm brachte Giraud etwa die bekannte John Difool-Serie heraus und entwarf das Design für dessen geplante, aber letztlich von David Lynch realisierte Verfilmung von Der Wüstenplanet (Dune).

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Ähnlich wie der Maler H.R. Giger und der Designer Syd Mead hat auch Giraud maßgeblich die Ästhetik des Science-Fiction-Films der 1980er Jahre geprägt. Das gelang ihm durch surreal poetische Landschaften in Büchern wie Arzach und Die Sternenwanderer, aber auch durch seine Auftragsarbeiten für den Film. So entwarf er etwa Storyboards, Kostüme und Sets für Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien), Tron und Das fünfte Element (The Fifth Element). Mehr Gestaltungsspielraum hatte Giraud bei dem 1982 gemeinsam mit Regisseur René Laloux verwirklichten Animationsfilm Herrscher der Zeit (Les Maîtres du Temps), für den er die Vorlage schrieb und Originaldesigns entwarf. Auch wenn es um Giraud in den letzten Jahren zunehmend ruhiger wurde, hörte er nie auf zu zeichnen. Gestern erlag er im Alter von 73 Jahren einer schweren Krebserkrankung.

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