8. Underdox Filmfestival

Ein Angriff auf die Sinne. Vom 10. bis zum 16. Oktober kann man in München Filme zwischen Dokument und Experiment sehen.

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München ist zwar die drittgrößte Stadt Deutschlands, jegliche Form von Gegenkultur hat es in der Isarmetropole aber bekanntlich schwer. Eine der wenigen anarchischen Inseln ist das Werkstattkino, in dem das Niedere und Abseitige noch gebührend gefeiert wird. Gemeinsam mit dem Filmmuseum ist diese Münchner Institution Schauplatz des kleinen, jährlich stattfindenden Underdox Filmfestivals, das sich an den Rändern des Weltkinos auf filmische Schatzsuche begibt. Als „Festival für Dokument und Experiment“ bewegt sich das Programm zwischen Spielfilmen, die sich innovativer Erzähltechniken bedienen, und Dokumentarfilmen, die mehr sein wollen als bloße Reportagen.

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Eröffnet wird das Festival von The Act of Killing, in dem sich der amerikanische Regisseur Joshua Oppenheimer mit ungewöhnlichen Mitteln einem grausamen historischen Ereignis widmet. Angelegt als Versuch, ein 1965 verübtes Massaker der indonesischen Armee aufzuarbeiten, lässt Oppenheimer die Täter von damals ihre Rollen in einem quietschbunten Filmset nachspielen. Außerdem bietet sich die Möglichkeit, Norte, the End of History zu sehen, den wirklich bezaubernden neuen Film von Lav Diaz, der Dostojewskis Schuld und Sühne mit lebenden Tableaus in die philippinische Gegenwart verlagert. Peter Bo Rappmunds vielgepriesener Tectonics bringt dagegen Standbilder in Bewegung, die sich an der politisch aufgeladenen Grenze zwischen Mexiko und den USA entlangtasten. Neben Kurzfilmprogrammen und einem Sonderprogramm, das dem japanischen Experimentalfilmer Makino Takashi gewidmet ist, kann man in München auch sein Bewusstsein erweitern. Etwa mit dem auf 16mm gedrehten Libellen mit Vögeln und Schlange. Mit bunten und flackernden Bildern aus der Tierwelt verübt Wolfgang Lehmann in seinem Regiedebüt einen psychedelischen Anschlag auf die Sinne seiner Zuschauer.

Das gesamte Programm gibt es hier.

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