56. Filmfestival von San Sebastián 2008
In den Wettbewerb um die Goldene Muschel treten dieses Jahr 15 internationale Filme. Darunter die neuen Werke von Daniel Burman, Kim Ki-duk, Hirokazu Kore-da und Kiyohi Kurosawa. Weitere Highlights bietet das Festival in drei Retrospektiven.

Zum 56. Mal öffnet 2008 das Filmfestival in der baskischen Stadt San Sebastián vom 18.-27. September seine Pforten. Eröffnet wird es mit dem Dreiecksbeziehungs-Drama The other Man, des britischen Regisseurs Richard Eyre (Iris, 2001; Tagebuch eines Skandals, Notes on a scandal, 2006), das die Erzählungssammlung Liebesfluchten (2000) von Bernhard Schlink zur Vorlage hat.
Bisher stehen noch nicht alle Filme, die dieses Jahr im Wettbewerb um die Goldene Muschel antreten, fest. Mit im Wettbewerb ist der neue Film des argentinischen Regisseurs Daniel Burman, der für El Abrazo Partido 2004 bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Im gleichen Jahr war auch der südkoreanische Regisseur Kim Ki-duk einer der Gewinner der Bären für seinen Film Samaria. Vielfilmer Kim (Bin-jip, 2004, Hwal – Der Bogen, 2005) tritt dieses Jahr mit Dream (Bi Mong) zum ersten Mal im Wettbewerb in San Sebastián an.
Ebenfalls eingeladen ist der Japaner Hirokazu Kore-eda (Nobody Knows, 2004), der bereits vor zwei Jahren für die Goldene Muschel nominiert wurde und 1998 den Fipresci Preis in San Sebastián gewann. In seinem neuen Film After Life (Wandarfuru raifu) müssen sich die Protagonisten nach ihrem Tod für den schönsten Augenblick ihres Lebens entscheiden.
Japan ist außerdem mit Tokyo Sonata des Horrorfilm-Regisseurs Kiyoshi Kurosawa auf dem Festival vertreten. Darin verlässt er das gewohnte Genre und erzählt das Drama einer Familie, die an ihren Rollenverteilungen zerbricht. Ein älterer Film von Kiyoshi Kurosawa, Serpent's Path (Hebi no michi) von 1998, erscheint neben Filmen von unter anderem Takashi Miike, Takeshi Kitano, Akira Kurosawa und Shohei Imamura in einer umfangreichen Retrospektive zum japanischem Film Noir.
Daneben ehrt das Filmfestival in zwei weiteren Rückschauen auch das Schaffen des italienischen Regisseurs Mario Monicelli und des britischen Regisseurs Terence Davies (Of Time and the City, 2008; The Neon Bible, 1995). Mario Monicelli ist einer Veteranen der italienischen Komödien der 50er und 60er Jahre. Gezeigt werden unter anderem Werke wie Räuber und Gendarm (Guardie e ladri, 1951), Väter und Söhne (Padri e figli, 1957) und Diebe haben´s schwer (I soliti ignoti, 1958), die nicht nur den Regisseur, sondern auch Schauspieler wie Toto, Vittorio Gassman und Claudia Cardinale zu Ikonen des italienischen Kinos gemacht haben.
Als weiteres Highlight des Festivals zeigt Ben Stiller außerhalb des Wettbewerbs seine neue Komödie Tropic Thunder, darin wird eine Gruppe divenhafter Kriegsfilm-Darsteller im Dschungel ausgesetzt und muss sich nun im Leben mit wahren Kugeln und Gefahren zurechtfinden.
Der Dokumentarfilm El Olvido der peruanischen Regisseurin Heddy Honigmann eröffnet die Sektion „Horizontes Latinos“. 13 weitere Filme lateinamerikanischen Ursprungs oder Sujets nehmen an diesem Wettbewerb teil.
Den diesjährigen Preis Gran Premio Fipresci für den besten Film des Jahres erhält Paul Thomas Anderson für sein schonungsloses Drama There will be blood.



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